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| Pressemitteilung vom 26.09.2026 |
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| Region |
| Katastrophenschutz bei Flut: Uni Siegen entwickelt digitale Werkzeuge |
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| Extreme Wetterlagen bedrohen Küsten und Binnenland zunehmend. In einem internationalen Forschungsverbund entstehen nun Verfahren, die Gefahren früher sichtbar machen sollen. Digitale Werkzeuge helfen Einsatzkräften künftig bei schnellen Reaktionen im Notfall. |
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Siegen. Wenn Gewässer übertreten oder Sturmfluten die Küsten erreichen, müssen Rettungskräfte und Verwaltungen unmittelbar handeln. Es gilt schnell festzustellen, welche Areale überflutet werden, welche Gebäude besondere Sicherung benötigen und wo Sperren den wirksamsten Schutz bieten. Im Vorhaben "BONSAI" berechnet die Universität Siegen zusammen mit 16 Partnern zukünftige Lagen, die infolge klimatischer Veränderungen voraussichtlich auftreten. Ziel ist es, bestehende Schutzbauten widerstandsfähiger zu gestalten, den Katastrophenschutz auf künftige Aufgaben vorzubereiten und die Weiterbildung des Fachpersonals zu verbessern. Das Gesamtbudget beträgt 10,7 Millionen Euro. Die Europäische Union finanziert das Vorhaben im Rahmen des Programms "Interreg North-West-Europe" mit rund 6,42 Millionen Euro. Der Anteil für die Universität Siegen beträgt 634.000 Euro.
Dr. Evangelos Rozos, der das Siegener Team leitet, erläutert die Ausgangslage. Durch den Klimawandel häuften sich Starkregenereignisse, Sturmfluten und der Anstieg des Meeresspiegels. Schutzanlagen wie Deiche und Wehre gerieten dadurch verstärkt unter Belastung, besonders an Flussmündungen. Es bedürfe daher belastbarer, physikalisch fundierter Methoden zur Abschätzung künftiger Risiken, um daraus wirksame und anpassungsfähige Schutzkonzepte abzuleiten.
Digitale Hilfen für den Katastrophenschutz
Das Siegener "Forschungsinstitut für Wasser und Umwelt" (FWU) bringt sich über die Professur für Hydromechanik und Wasserbau unter der Leitung von Prof. Dr. Jorge Leandro in das Vorhaben ein. Die Wissenschaftler simulieren Wasserströmungen und berechnen, wie sich Überflutungen im Gelände ausbreiten. Sie berücksichtigen dabei Geländehöhen, Bodenmerkmale sowie weitere örtliche Rahmenbedingungen.
Gemeinsam mit der französischen Universität Lille entsteht ein webbasiertes System zur Entscheidungsfindung, das Strömungsmodelle, Flächenanalysen und Optimierungsberechnungen bündelt. Das Programm unterstützt Rettungsdienste vor und während einer Katastrophe, damit sie gefährdete Zonen lokalisieren, lebenswichtige Einrichtungen wie Hospitäler oder Kraftwerke sichern und Barrieren gezielt platzieren können. Die Forscher testen die Praxistauglichkeit zunächst in der niedersächsischen Stadt Norden. Die Erkenntnisse dienen auch Binnenregionen wie Südwestfalen, da sich viele Rechenmodelle auch abseits der Küsten einsetzen lassen.
Wissenstransfer bei Fachveranstaltungen
Um die Ergebnisse direkt in die Praxis zu tragen, veranstalten die beteiligten Hochschulen regelmäßige "Flood Academies". Im September 2027 richtet die Universität Siegen eine solche Zusammenkunft am Biggesee nahe Olpe aus. Angesprochen sind Personen, die Hochwasserschutzmaßnahmen leiten, Deiche unterhalten oder Katastropheneinsätze koordinieren.
Internationale Experten präsentieren aktuelle Forschungsstände und vergleichen Schutzkonzepte aus verschiedenen Regionen. Ein Schwerpunkt liegt auf bisher selten beachteten Risiken für Schutzbauten, etwa den Schäden durch grabende Wildtiere, sowie auf naturnahen Verstärkungen von Deichen durch gezielte Bepflanzung. Das Netzwerk "BONSAI" vereint 17 Institutionen aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland bei einer Gesamtlaufzeit von 2025 bis 2029. (PM/bearbeitet durch Red) |
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