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Pressemitteilung vom 02.10.2026
Region
Schulen und Unternehmen im Kreis Altenkirchen wollen Berufsorientierung verbessern
Schulen, Unternehmen und die Kreisverwaltung im Kreis Altenkirchen wollen Jugendliche künftig noch enger beim Übergang von der Schule ins Berufsleben begleiten. Bei einem Treffen in den Räumen der Firma Werit ging es unter anderem um Praktika, Unternehmensbesuche an Schulen und eine Befragung der Schüler.
Beim treffen von Schulleitungen und Unternehmensvertretern in den Räumen von Werit in Altenkirchen ging es um eine Intensivierung der Zusammenarbeit und die Frage, wie Schülerinnen und Schüler noch besser beim Übergang ins Berufsleben begleitet werden können. (Foto: Kreisverwaltung / Thorsten Stahl)Altenkirchen. Seit mehreren Jahren arbeiten die weiterführenden Schulen im Kreis Altenkirchen, Unternehmen und die Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung bei Initiativen und Veranstaltungen zur Berufsorientierung zusammen. Diese Zusammenarbeit soll nun besser abgestimmt und intensiviert werden.

Anlass für das Treffen war auch der Wunsch der Wirtschaft, direkt mit den Schulleitungen ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung stand unter dem Vorsitz des 1. Kreisbeigeordneten Tobias Gerhardus. Zuvor hatte die Wirtschaftsförderung das "Zukunftsnetzwerk" gegründet, um den Austausch mit der Politik auf verschiedenen Ebenen zu ermöglichen.

Herausforderungen beim Übergang

Yvonne Löcherbach, Personalleiterin bei Werit, schilderte die Schwierigkeiten aus Sicht des mittelständischen Unternehmens. Die Berufsorientierung bleibe häufig zu abstrakt, weil eigene Erfahrungen fehlten. Außerdem reichten die Kompetenzen mancher Schüler in Mathematik, Deutsch und beim Konzentrationsvermögen nicht aus. Auch die Mobilität sei ein Problem, etwa wegen langer Fahrten zu Berufsschulen.

In der Diskussion wurde zugleich deutlich, dass Schüler im Kreis zahlreiche Möglichkeiten haben, Unternehmen kennenzulernen. Die Teilnehmer betonten insbesondere den Nutzen von Praktika. Künftig sollen die Schulen mitteilen, in welchen Zeiträumen Praktika stattfinden. Die Unternehmen sollen im Gegenzug über verfügbare Plätze und ihre Kapazitäten informieren.

Kreis-Wirtschaftsförderer Lars Kober verwies außerdem auf die guten Erfahrungen mit Ferienjobs. Eine Umfrage unter den Jugendlichen soll nun klären, welche weiteren Angebote oder Formate sie sich wünschen.

Pädagogen berichten von wachsenden Unterstützungsbedarfen

Die Pädagogen machten bei dem Treffen auch auf zunehmende Schwierigkeiten aufmerksam. "Die Zielgruppe, die nicht vermittelbar ist, immer größer wird", sagte ein Schulleiter. Berichtet wurde von erheblichen Defiziten bereits in der fünften Klasse und von einer wachsenden Zahl Jugendlicher, die individuelle Anleitung und Unterstützung benötigen. Zugleich nehme das Interesse der Erziehungsberechtigten an Elternabenden gegen null ab.

Thematisiert wurde auch der nach Ansicht der Teilnehmer weiterhin starke Wunsch vieler Eltern, ihre Kinder auf ein Gymnasium zu schicken. An einer Realschule plus könnten manche von ihnen jedoch besser gefördert werden. Einigkeit bestand darin, dass die Schulsysteme durchlässig sind. Als Beispiel wurde der Bildungsweg eines Sohnes genannt, der von der Realschule plus über das Berufliche Gymnasium bis zum Medizinstudium führte.

Tobias Gerhardus zog ein positives Fazit des Austauschs: "Wir werden vor Ort sicher nicht jede gesamtgesellschaftliche Entwicklung beeinflussen können, aber einige kleinere Stellschrauben lassen sich mit unseren Möglichkeiten immer nachjustieren. Daher ist es wichtig, dass Schulen, Unternehmen und wir als Kreisverwaltung in einem dauerhaften Dialog bleiben und nicht am Status quo festhalten." (PM/Red)
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