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Nachricht vom 05.10.2026
Region
Eine "Königin" für Wissen: Neue Weimbs-Orgel wurde in der Pfarrkirche eingeweiht
Dreieinhalb Jahre nach dem Brandanschlag auf die Pfarrkirche Kreuzerhöhung hat die Wissener Gemeinde wieder eine Orgel. Pfarrer Martin Kürten weihte das Instrument am Sonntag, 4. Oktober, mitten im Kirchenraum, damit alle Gläubigen dabei sein konnten. Am Nachmittag erklang die Orgel erstmals in einem Konzert.
Die neue Weimbs-Orgel bildet einen imposanten Anblick (Bilder: kkö)Wissen. Lange haben die Gläubigen und die Vertreter des Pfarrgemeinderates darauf warten müssen: Am Sonntag, 4. Oktober, wurde die neue Orgel der Pfarrkirche Kreuzerhöhung feierlich eingeweiht. Die Vorgängerin war beim Brandanschlag vom 10. Februar 2023 so stark beschädigt worden, dass eine Restaurierung nicht möglich war. Das Feuer zerstörte außerdem den barocken Hochaltar und beschädigte die Deckenfresken erheblich; der Gesamtschaden betrug rund zwei Millionen Euro. Das neue Instrument hat die Orgelbaufirma Weimbs aus Hellenthal gebaut.

Pfarrer Martin Kürten zeigte seine Freude bereits beim Einzug in die Kirche. In seiner Begrüßung wies er darauf hin, dass der Tag mit dem Gedenktag des heiligen Franziskus zusammenfalle, zu dem die Gemeinde eine besondere Beziehung habe. Den anwesenden Kommunionkindern erklärte Kürten, dass Franziskus auch der Namenspatron ihrer Grundschule sei.

In seiner Predigt stellte der Pfarrer nach seinen eigenen Worten die provokante Frage: „Braucht die Kirche eine Orgel?" Für Christen der katholischen und der evangelischen Kirche hierzulande sei die Antwort ein einfaches Ja. Stelle man dieselbe Frage orthodoxen Christen in Russland oder Griechenland, falle sie ebenso deutlich negativ aus.

Woran das liege, fragte Kürten und beantwortete es gleich selbst: Beide Gruppen kennen Musik im Gottesdienst, sie komme nur unterschiedlich zum Ausdruck. Während die orthodoxen Gläubigen mehr singen und damit Gott preisen, stehe hierzulande die Orgel im Vordergrund. Lächelnd fügte er hinzu, dass angesichts der goldenen Kuppeln russischer Kirchen wohl kaum Geldmangel den Verzicht auf die Königin der Instrumente erklären könne.

Dank an Spender und Patinnen
Kürten dankte allen, die zur Beschaffung des Instruments beigetragen haben. Neben der Versicherung unterstützten Orgelpatinnen und Orgelpaten sowie Sponsoren den Erwerb. Vor der Einsegnung ging der Pfarrer kurz auf die Orgel als Instrument ein: Die rund 2.500 Pfeifen können nicht nur den Klang sakraler Musik erzeugen, sondern auch andere Klangformen hervorbringen. Den Kommunionkindern zeigte Kürten anschließend eine kleine Pfeife, wie sie in ähnlicher Form auch in der neuen Orgel verbaut ist.

Weihe mitten im Kirchenraum
Die Weihe mit Weihrauch und Weihwasser nahm Pfarrer Kürten bewusst vor dem Kirchenraum vor. So konnten alle Anwesenden an diesem Moment teilhaben – von der Orgelempore aus wäre das nicht möglich gewesen.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von einem gemischten Chor sowie von Musikern der German Winds. Am Nachmittag folgte das erste Konzert mit Andreas Auel, dem Seelsorgebereichsmusiker. Zwei weitere Weihekonzerte sind im Oktober und November geplant, jeweils um 16 Uhr in der Pfarrkirche. (kkö)
       
   
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