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Nachricht vom 05.10.2026
Kultur
Ransbach-Baumbach am Anschlag: Töpfermarkt, Oldtimer und verkaufsoffener Sonntag
Keramik und Karosserien: In Ransbach-Baumbach fanden am Wochenende, 3. und 4. Oktober, der 42. Europäische Töpfermarkt und die Young- und Oldtimerausstellung gleichzeitig statt. Über 110 Töpfer und mehr als 270 Fahrzeuge lockten Tausende in die Stadt – bei trockenem Wetter und auf getrennten, aber kurzen Wegen.
Fotos: Wolfgang RabschRansbach-Baumbach. Der Westerwaldkreis entwickelt sich anscheinend in bestimmten Bereichen zunehmend zu einem Hotspot – etwa für Oldtimer und Töpferei. Dass das eine das andere nicht ausschließen muss, wurde am Wochenende, 3. und 4. Oktober, eindrucksvoll in Ransbach-Baumbach bewiesen. Dort fanden der 42. Europäische Töpfermarkt und die Young- und Oldtimerausstellung gleichzeitig statt.

Räumlich war beides zwar etwas getrennt, doch so kam man sich nicht ins Gehege. Die Automobilausstellung belegte das große Areal rund um die Stadthalle: den Parkplatz an und vor der Halle, das Parkdeck der Tiefgarage sowie große Teile der gesperrten Rheinstraße. Der Töpfermarkt dehnte sich vom Marktplatz über die Hauptstraße bis zum Kirmesplatz aus.

Tausende kamen in die Töpferstadt
Das ganze Geschehen wurde von passendem Wetter begleitet, trocken und nicht zu warm. So war es kein Wunder, dass die Töpferstadt an beiden Tagen von Menschenmassen regelrecht geflutet wurde. Die Kombination aus Töpfermarkt und Automobilen schien voll aufzugehen: Wer sich an den chromglänzenden Schmuckstücken satt gesehen hatte, fand auch noch den Weg zu den Keramikständen – und umgekehrt. Beides war ausgesprochen sehenswert, denn die Töpfereien stellten ihre besten Erzeugnisse aus, genau wie die Automobilfans, die ihre Lieblinge teilweise eigens aus der Garage geholt hatten.

Einige Prunkstücke der Automobilausstellung
Bei den meisten Autos fanden zwischen Besitzern und Besuchern sogenannte Benzingespräche statt, bei denen Technik und Fahrvergnügen im Vordergrund standen. Man gab sich gegenseitig Tipps und erhielt Hinweise, wo bestimmte Ersatzteile beschafft werden können. Offiziell angemeldet hatten sich über 270 Fahrzeuge verschiedenster Art.

Zu sehen waren zum Beispiel ein Mercedes Ponton von 1958, ein Mercedes-Benz 170 aus dem Jahr 1950, ein Citroën 2CV, ein Auto Union DKW Meisterklasse F 89 von 1952, ein BMW 600 von 1959, ein Opel Corsa A als Bieber-Cabrio von 1988 und ein Kougar Sports Roadster 3.8 mit Jaguar-Technik von 1979.

Ausgeschrieben waren zwei Wettbewerbe, für das älteste anwesende Auto und das älteste anwesende Motorrad. Gewinner bei den Autos war ein Ford Model A von 1931, bei den Motorrädern eine Puch SGS von 1957. Die stolzen Besitzer wurden mit schönen Pokalen ausgezeichnet.

Seit Jahren sind „Pippi and the 50's“ fester Bestandteil der Veranstaltung, die mit Hits aus vergangenen Zeiten, passend zu den Oldtimern, die Sehnsucht nach Nostalgie erfüllten.

Details zum Töpfermarkt
Über 110 Töpfer aus dem In- und Ausland besuchten die Töpferstadt. Gebrauchs-, Zier- und Gartenkeramik, traditionelle und moderne Stücke, sowie interessante, fantasievolle Skulpturen waren zu finden. Der Töpfermarkt bot alles, was das Herz eines Keramikliebhabers höherschlagen ließ. Die örtlichen Werkstätten hatten ihre Türen geöffnet und ließen sich von den Besuchern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Vor allem Kinder, aber auch Erwachsene, konnten sich auf dem Marktplatz selbst beim Töpfern und Modellieren versuchen. Wer hier nichts Passendes fand, dem war bei dem riesigen Angebot nicht mehr zu helfen.

Die Cafés waren restlos überfüllt, und die Versorgungsstände mit Eintopf und Suppen, Kartoffelpuffern, Bratwürsten und anderen „Fressalien" kamen mit dem Nachlegen kaum hinterher.

Auch beim Töpfermarkt gab es einen Wettbewerb, der mit attraktiven Geldpreisen lockte. Eine hochkarätig besetzte Jury entschied, wer sich zusätzlich über ein unerwartetes Taschengeld freuen durfte. Insgesamt nahmen 27 Aussteller teil. Den ersten Platz und 1.000 Euro gewann Petra Kaffiné von Kaffiné Keramik, Zweite wurde Isabelle Keller aus Frankreich (500 Euro). Auf den dritten Platz und 250 Euro kam die Keramikwerkstatt der Förder- und Wohnstätten gGmbH aus Kettig, in der Menschen mit Behinderung arbeiten. Für den schönsten Stand, den die Besucher gewählt hatten, erhielt Kim Steinbach 250 Euro.

Das Orga-Team konnte zufrieden sein
Am Rande der Veranstaltung hatte die Redaktion Gelegenheit zu einem Gespräch mit Claudia Altwasser, die für die Organisation des Ganzen verantwortlich ist. Die Organisation habe zwar in ihren Händen gelegen, sagte sie, aber ohne die vielen Helfer und Unterstützer hätte es vorne und hinten nicht gepasst.

Ihr Dank galt in erster Linie der Verwaltung der Stadt Ransbach-Baumbach und ihrem Team sowie den Mitarbeitern der Verbandsgemeinde, des Ordnungsamtes, des Bauhofs und der Stadthalle. Sehr erfolgreich erwies sich nach ihren Worten ein neues Konzept mit Ruhezonen für Familien mit Kindern. Dazu kamen ein Kinderschminken und das rege genutzte Spielmobil des Sportbundes. Kinder hatten sogar die Möglichkeit, eigene Tassen zu formen, die sie anschließend zu Hause im Ofen brennen konnten.

Zuletzt dankte Altwasser allen Vereinen, die mit ihrer Unterstützung wesentlich zum Gelingen beigetragen haben. Es habe keine Störungen gegeben, alles sei friedlich verlaufen. Und obwohl die Veranstaltung erst um 11 Uhr begann, sei die Stadt schon gegen 10 Uhr voller Menschen gewesen.
       
       
       
       
       
 
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