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| Nachricht vom 09.10.2026 |
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| Region |
| Isenburg: Harte Arbeit an einer der ältesten Burgen am Mittelrhein |
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| Die um 1100 erbaute Isenburg im gleichnamigen Ort im Kreis Neuwied ist ein kulturhistorisches Juwel, dessen Erhalt den ehrenamtlichen Helfern des Fördervereins einiges abverlangt. Zwischen extremen logistischen Hürden auf dem steilen Felskopf und strengen gesetzlichen Auflagen packt der „Freundeskreis der Isenburg e. V.“ jede Woche tatkräftig an. Aktuell widmet sich das Team einem neuen Großprojekt: der Wiederherstellung des historischen Burgwegs. |
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Isenburg. Wer den steilen Burgberg in der Ortsmitte von Isenburg erklimmt, steht vor einem majestätischen Zeugnis des Mittelalters – und vor den Ergebnissen jahrelanger, harter Knochenarbeit. Die um 1100 erbaute Isenburg ist eine der ältesten Burgen am Mittelrhein und die zweitälteste Burgruine im Landkreis Neuwied. Dass dieses kulturhistorische Kleinod überhaupt noch erlebbar ist, verdankt die Region dem unermüdlichen Einsatz des 2005 gegründeten Fördervereins Freundeskreis der Isenburg e. V.. Doch die Retter der romanischen Höhenburg kämpfen an einer denkbar schwierigen Front.
Vom uneinnehmbaren Stammsitz zur Ruine
Einst wählten die Erbauer Gerlach und Reinbold die rund 190 Meter hohe, von den Tälern des Ommels-, Wiebels- und Iserbachs geschützte Felskuppe für ihre Wohn- und Schutzburg, die 1103 fertiggestellt wurde. Weil sich das Geschlecht früh verzweigte, entwickelte sich die Anlage zu einer sogenannten Ganerbenburg: Einer Burggemeinschaft, in der im 13. Jahrhundert vier verwandte Familienstämme in vier separaten Wohnhäusern lebten und Tore, Brücken sowie den mächtigen Bergfried gemeinsam nutzten. Nach einem Burgfrieden im Jahr 1334 wurde um 1400 schließlich auch das Dorf Isenburg befestigt – Zeugen dieser Zeit sind die „Porz“ am Fuß des Burgbergs und ein weiteres Tor.
Obwohl die Burg den Dreißigjährigen Krieg und eine spanische Besetzung (1633) unbeschadet überstand, besiegelte der Tod von Graf Ernst im Jahr 1664 ihr Schicksal. Die Anlage verfiel, wurde ab 1772 von den Dorfbewohnern als Steinbruch genutzt und Schätze oder Geheimgänge sucht man hier heute vergeblich. Heute gehört das Areal dem Fürstenhaus zu Wied, das vom gegenüberliegenden Bergrücken grüßt.
Ein Denkmal voller „Unbequemlichkeiten“
Auf einer Hinweistafel macht der Verein keinen Hehl daraus, dass der Erhalt der Ruine eine logistische Sisyphusarbeit ist. Da der originale Zugang heute über ein Privatgrundstück führt, bleibt als einzige Zuwegung ein schmaler, steiler Pfad. Der Einsatz von Lkw, Baggern oder Kränen ist unmöglich. Jeder Sack Mörtel und jeder Holzbalken muss mit einem kleinen Raupenkipper den Berg hinaufgewuchtet werden. Aktuell werden wieder zehn Tonnen Sand benötigt, was ganz viele Fahrten mit dem Kipper bedeutet. Da oben zudem weder Wasser- noch Kanalanschluss existieren, muss Bauwasser aufwendig über Feuerwehrschläuche nach oben gepumpt werden. Die gesamte Last ruht auf den Schultern weniger aktiver Ehrenamtlicher. Unterstützt werden sie je nach Förderung von Fachfirmen. Was bleibt, sind Vorarbeiten, Unterstützung der Facharbeiter und die aufwendige Pflege des weitläufigen und teils steilen Geländes.
Dennoch wurde seit 2005 Großes geleistet: Die völlig zugewucherte Ruine wurde freigelegt. Der geschichtsträchtige, 17 Meter hohe Bergfried – mit seinen bis zu 2,10 Meter dicken Mauern und einem ehemaligen Verlies – wurde vor dem Einsturz gerettet. Auch der riesige romanische Palas (das Isenburgische Haus) wurde wegen seiner seltenen Innenputze aufwendig saniert. Sogar eine historische Besonderheit zieht Blicke auf sich: Die mit Pferden begehbare Rampe zur Burg entstand einst unter dem Einfluss architektonischer Ideen, welche Kreuzritter vom dritten Kreuzzug Kaiser Barbarossas mitbrachten.
Großprojekt: Der historische Burgweg entsteht neu
Derzeit widmet sich das Team mit Fachunterstützung einem neuen Großprojekt: der Wiederherstellung des historischen Burgwegs, der einst direkt vom Parkplatz vor der Pfarrkirche St. Katharina zur Burg hinaufführte. Ziel ist es, den einstigen Zugang für Besucher wieder authentisch erlebbar zu gestalten. Bei Besichtigungen können weitere geschichtliche Details wie alte Kaminzüge, Reste von Innenputzen und den kleinen quadratischen Abortturm entdeckt werden.
Mittwochs wird angepackt – Helfer gesucht!
Die Uhren auf der Burg ticken verlässlich: Immer mittwochs von 10 bis 13 Uhr greifen die Mitglieder des Fördervereins zu Schaufel, Hacke und Werkzeug. Nach Jahren intensiver Sanierungsarbeit bittet der Verein die Besucher, sich bei einem Ausflug selbst ein Urteil zu bilden, ob sich die Mühen gelohnt haben. Bislang gibt ihnen eine breite Zustimmung recht. „Dafür lohnt sich die ehrenamtliche Arbeit“, heißt es von den Männern. Der Premium-Wanderweg Iserbachschleife bietet weitere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.
Wer das Projekt unterstützen möchte – ob durch tatkräftige Hilfe am Mittwochmorgen oder durch eine Mitgliedschaft –, ist beim Freundeskreis der Isenburg e. V. jederzeit herzlich willkommen. Eine Homepage gibt ausführliche Informationen. woti
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