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Nachricht vom 13.10.2026
Region
Köln-Marathon: SRS-Chef Mannweiler gewinnt Wertung M 45 in persönlicher Bestzeit
Ausdauer und Leidenschaft sind gefragt, manchmal muss auch auf die Zähne gebissen werden, um vor dem Schmerz nicht zu kapitulieren. Marathonsportler erleben während den 42,195 Kilometern eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Steht im Ziel eine persönliche Bestzeit, ist das Glücksgefühl trotz aller Strapazen umso größer.
Auf dem Weg zur persönlichen Bestzeit und zum Sieg in der Klasse M 45: Daniel Mannweiler. (Foto: privat)Altenkirchen. Diese 42,195 Kilometer stellen die wohl bekannteste Dimension einer Langlaufstrecke in der Leichtathletik dar. Herbst und Frühjahr sind ideale Zeiten für die weltweit angebotenen Marathonwettkämpfe quer durch große Städte. Sozusagen vor seiner Haustür, nämlich in Köln, trotzte Daniel Mannweiler, Vorstandsvorsitzender der christlichen Non-Profitsportorganisation „Sportler ruft Sportler“ (SRS) mit Sitz in Altenkirchen, allen Herausforderungen, die ein solcher Wettbewerb über gut 42.000 Meter grundsätzlich bereithält. Die Belohnung folgte auf dem Fuße: Der auch für SRS startende 47-Jährige, der mit seiner Familie in Oberpleis lebt, erreichte nach 2:39:58 Stunden als Altersklassenstarter das Ziel. Neben der persönlichen Bestzeit (die alte lag bei 2:48 Stunden) freute er sich über Rang eins in der Klasse M 45 und Platz 47 unter allen Männern, die in die Wertung kamen. „Es war eine Traumzeit und das in diesem Alter“, blickte Mannweiler einige Tage später auf das Erreichte zurück, „man läuft einfach nicht mehr so schnell.“ Er habe fünf- bis sechsmal aufgeben wollen, „es tat mir unterwegs alles weh“, rekapitulierte er den Weg durch die City, erst recht wollte er aussteigen, als er merkte, dass die Zwischenzeiten hinter der „Marschtabelle“ gelegen hätten. „Ich war mit rund 200 Metern im Hintertreffen, wie meine GPS-Uhr angezeigt hat. Das waren rund 40 Sekunden“, schließlich seien es fast sogar eine Minute gewesen. Die wievielte Luft auch immer habe ihm schließlich die Chance eröffnet, auf den finalen zehn Kilometern viele gute Sportler zu überholen, die nur noch gegangen oder gejoggt seien. Hin und wieder habe er gebetet, was ihm gleichfalls geholfen habe, die Konkurrenz so gut wie auf den letzten Drücker zu beenden. Denn der Spurt in Richtung Endstation auf dem roten Teppich habe ihm die persönliche Bestzeit garantiert. „Ich sah gerade noch nach der Ankunft, wie die große Uhr auf 2:40 Stunden umgesprungen ist“, erklärte Mannweiler, das sei wirklich „auf die Sekunde genau“ gewesen, „ich bin dankbar, dass ich nicht aufgegeben habe, zumal ich auf dem zweiten Teilstück eine Minute schneller war als auf dem ersten“.

Vorbereitung passte exakt
Zufrieden stellte Mannweiler fest, dass die Vorbereitung auf das große Event mit mehr als 41.000 Teilnehmenden exakt gepasst habe. Von Hause aus eigentlich Triathlet, „habe ich mich ganz auf diese eine Sportart, nämlich das Laufen, konzentriert“. So seien rund neun Stunden in der Woche zusammengekommen: „Mehr war nicht möglich, da ich als SRS-Leiter wenig Zeit nebenher habe.“ Darüber hinaus habe er sich genauestens an den Trainingsplan gehalten, „auch meine Familie hat viel Zeit investiert, mich auf den Rädern beim Laufen begleitet, es war ein schönes Familienprojekt“, resümierte er nach seinem erst vierten Marathonlauf überhaupt (ohne Schwimmen und Radfahren) in Köln (3) und Berlin (1). Weitere Erfahrung über diese Distanz hatte er bei klassischen Ironman-Wettbewerben gesammelt. Sechsmal bereits auf Hawaii bei der „Mutter dieser Quälerei“ mit von der Partie, steht seine Bestzeit nach 3,8 Kilometern Schwimmen im Pazifik, 180 Kilometer Radeln teils durch die Einöde von Big Island und eben den 42,195 Kilometern auf Schusters Rappen bei fast genau neun Stunden. „Das war zu jener Zeit, als der Sieger noch 8:20 Stunden benötigte“, ging Mannweilers Blick zurück auf andere Zeiten seiner Karriere, er hatte sich jeweils unter den Top-100-“Eisenmännern“ platziert. Heute werde viel schneller „gefinished“ dank besserer Ernährung, weiterentwickelten Materials und modifizierter Schuhe, wovon auch er natürlich nunmehr in Köln profitierte, dieser Umstand habe wohl eine Zeitersparnis von rund vier Minuten ausgemacht. Ein erneuter Start in Kailua-Kona sei „zeitlich nicht möglich“ gewesen, zum einen sei eine Qualifikation vorgeschaltet, zum anderen müsse das Trainingspensum auf mindestens 18 Stunden pro Woche ausgeweitet werden, „wahrscheinlich eher mehr“, ergänzte er und betonte, dass die Vorbereitung für drei Sportarten „schon großen Aufwand bedeutet“.

Strapazen wirken lange nach
So gut wie alle Marathonläufer am eigenen Körper erfahren, wirken die Strapazen nach erfolgreich abgeschlossenem Tagwerk sehr lange nach. Treppen gehen („vor allem runter“) sei nahezu unmöglich gewesen, „ich habe das in den ersten Tagen rückwärts gemacht“, beschrieb Mannweiler seine „verkehrte“ Welt. Inzwischen sei die Muskulatur wieder einigermaßen okay, bis sich Bänder und Sehnen erholt hätten, würden sechs bis acht Wochen vergehen. Auch die Regeneration im Kopf bedinge eine gewisse Zeit. „Ich habe halt alles auf der Strecke gelassen“, gab er den Aggregationszustand seines Körpers nach dem Kraftakt wieder. Eine Depression mit totaler Leere, wie viele Sportler bereits dargestellt hätten, habe ihn (bislang) noch nicht ereilt. „Mit einem Training habe ich noch nicht wieder begonnen, hin und wieder gehe ich im Altenkirchener Hallenbad schwimmen, was mir sehr gut tut“.

Danke-Challenge bis 31. Oktober
Mit Blickrichtung Beruf hofft Mannweiler, dass die „Danke-Challenge“, die seit dem 4. Oktober läuft und noch bis zum Monatsende andauert, ein Erfolg wird. 25.000 Kilometer sollen 25.000 Euro an Spenden generieren, um die Arbeit von SRS zu unterstützen. Auf der Homepage von SRS heißt es: „Wir sagen danke, in dem wir uns bewegen: Jeder Kilometer, den du gehst, läufst, fährst, wanderst, kletterst oder schwimmst, wird zum Danke und unterstützt die Arbeit von SRS mit einer Spende, damit auch in Zukunft Menschen aller Generationen Gott in ihrem Sport begegnen und im Glauben ermutigt werden. Jede Sportart ist willkommen. Nimm teil und registriere dich. Du erhältst einen Login und kannst deine eigenen Spenden generieren. Schick deinen Link an Familie, Freunde, Kollegen deiner Kirche oder Trainingsgruppe. Mit ihrer Spende feuern sie dich Kilometer für Kilometer an. Laufen radeln, wandern, klettern, schwimmen, Fußball spielen. Jede Bewegung zählt, Kilometer eintragen, fertig. Auf der Challenge-Seite siehst du in Echtzeit, wie weit wir schon gekommen sind …!“ Informationen unter www.srsonline.de (vh)
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