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Nachricht vom 25.10.2026
Kultur
Buchtipp: "Drei Morde und ein Halleluja" - Ein Weihnachtskrimi von Schulte & Schulte
Der Titel erinnert an einen Western mit Bud Spencer und Terence Hill, aber die Kulisse für den Krimi bildet ein bayrisch-alpines Nobelhotel. Dort treffen der Amateur-Chor „Quintenjäger“ aus dem Ruhrgebiet, ein Kriminalkommissar aus Bonn und eine attraktive Unternehmerin samt krimischreibender Tochter aufeinander. Die gesamte illustre Gästeschar wird von einer Lawine im Hotel eingeschlossen.
Buchtitel. Foto: Wolfgang TischlerDierdorf. Im Prolog werden zwei Menschen in einem großen, begehbaren Kühlraum festgesetzt. Dieses Intro ist notwendig, denn es dauert 90 Seiten bis zur ersten Leiche. Man denkt, sich mit einer Hotel-Saga im Genre vergriffen zu haben. Die langatmige Einführung der Protagonisten ist für Krimifans quälend: Die erfolglose Jung-Schriftstellerin und Taekwondo-kundige Nachtklub-Security Constanze Rhenus fährt mit ihrer Mutter Bettina Gräfin von Schönbuhn, die, zweimal verwitwet, einen Betrieb führt und über viel Vermögen verfügt, in Urlaub. Die ausführliche Beschreibung der Luxus-Suiten und kulinarischen Höhepunkte im Schlosshotel Vieselbrunn machen neidisch.

Immerhin bringt das bei dem in Andernach lebenden Autorenpaar Christine und Andreas J. Schulte eine humorvolle Note ein. So wird die 28-jährige Conni von einem arroganten Verleger abgelehnt mit den Worten: „Also zu alt, keine Sex-Memoiren und kein Tier als Ermittler.“ Er findet seine Idee, ein Gürteltier ermitteln zu lassen, genial.

In der Nacht blockieren zwei schwere Lawinen die Zufahrtsstraße zum Hotel. Nach einem üppigen Mittagessen fällt das Chormitglied Georg Scherer aufgrund von Herzversagen eine Steintreppe hinunter. Conni sieht den Sturz, kann aber nicht helfen und grübelt danach über das Rätsel nach, dass der Verstorbene einen Herzstillstand hatte, obwohl er besonders fit gewesen war. Daher bezieht Conni den im Urlaub befindlichen Kriminaloberkommissar Fabian Egelmann aus Bonn als Ermittler ein.

Gemeinsam suchen sie nach der Lösung der drei kriminalistischen M: Motiv, Möglichkeit und Mordwaffe. Im Gespräch mit Sangeskollegen erfahren sie, dass das Opfer bei der Sparkasse als penibler und „ziemlich harter Knochen“ arbeitete, was wegen abgelehnter Kredite zu Differenzen mit zwei Sangesbrüdern führte. Er hinterlässt eine Liste mit kryptischen Notizen. Offenbar hatte er eine Beziehung zur Ex-Frau eines Sängers. Die Kassenwartin hat einen Stick von Scherer bekommen, den sie nicht auslesen kann. Diese Frau stürzt nach einem Schlag mit einer eisernen Waffe tot die Treppe hinunter. Die Ermittlungen nehmen Fahrt auf.

Die angeblich glückliche Sängerfamilie erleidet einen dritten Verlust. Die Liste der Verdächtigen wird länger, Lösungsansätze werden gefunden, aber die Ermittler geraten selbst in Gefahr. Sie sind dem Mörder offenbar näher gekommen. „Einem Mörder, der skrupellos genug war, zwei Menschen einfach in einem begehbaren Kühlraum erfrieren zu lassen.“

Wer nicht abwarten will, kann sich schon jetzt mit Tee, Spekulatius und dem Wohlfühlkrimi auch ohne Schneegeriesel in Weihnachtsstimmung bringen.

Das Taschenbuch ist erschienen im Emons-Verlag, ISBN 978-3-7408-2014-5. htv
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