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Pressemitteilung vom 25.10.2026
Politik
Protest gegen Basaltabbau: "Nauberg soll Naturschutzgebiet bleiben"
Ein breites Bündnis aus Politik, Naturschutz und Zivilgesellschaft aus den Kreisen Altenkirchen und Westerwald versammelte sich am Nauberg, um die Erhaltung des einzigartigen Waldgebiets zu fordern. Der erneute Antrag der Basalt AG auf Abbau im Schutzgebiet stößt auf Widerstand.
Gruppenbild. (Foto: Alexandra Abresch-Cäsar)Nister. Trotz regnerischen Wetters im Westerwald haben sich rund 50 Personen auf Einladung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am Nauberg versammelt, um sich für den Erhalt des Naturschutzgebiets einzusetzen. Anwesend waren unter anderem die Europaabgeordnete Jutta Paulus, Katrin Eder, Fraktionsvorsitzende der Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag, sowie Vertreter der Bürgerinitiative "Erhaltet den Nauberg", der Naturschutzinitiative (NI), des BUND und des NABU. Auch Mitglieder der Kreistage Altenkirchen und Westerwald, Vertreter von Ebertseifen Lebensräume e.V., und die Bürgermeister von Norken, Luckenbach und Mörlen nahmen teil. Die Veranstaltung wurde zudem von Vertretern des Forstamtes begleitet.

Der Anlass für das Treffen war der erneute Vorstoß der Basalt AG, im geschützten Nauberg Basalt abzubauen. Im Dezember 2025 hatte das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz die Normenkontrollklage der Basalt AG gegen die Ausweisung des Naubergs als Naturschutzgebiet abgewiesen. Dennoch stellte das Unternehmen am 22. Juni 2026 einen Antrag auf Befreiung von den Schutzvorschriften beim Landesamt für Geologie und Bergbau. Damit gerät ein Naturraum erneut unter Druck, dessen Schutz nach jahrelangem Engagement 2024 offiziell ausgewiesen wurde.

Jutta Paulus, Mitglied des Europäischen Parlaments, betonte die Bedeutung des Gebiets angesichts des fortschreitenden Artensterbens: "Ein Juwel wie den Nauberg gibt es nur selten." Intakte Ökosysteme seien unverzichtbar, da sie sauberes Wasser, fruchtbare Böden und gesunde Lebensbedingungen sichern. Der Nauberg biete bedrohten Arten Rückzugsräume und wirke in heißen Sommern kühlend. "Dieser wertvolle Naturraum darf nicht für privatwirtschaftlichen Gewinn geopfert werden", so Paulus.

Naturschutzverbände warnen vor unwiederbringlichen Schäden
Die Naturschutzinitiative e. V. (NI) warnt vor den Folgen eines möglichen Abbaus. Besonders die alten Rotbuchen, der hohe Totholzanteil und die Quellbereiche seien für viele Tier- und Pflanzenarten wichtig. Auch die Funktion des Naubergs als Lebensraum und Vernetzungskorridor für Arten wie die Wildkatze wäre gefährdet. Die NI fordert die Landesregierung auf, das gesamte 425 Hektar große Naturschutzgebiet dauerhaft zu schützen und den geplanten Abbau zu verhindern.

Auch der NABU Kroppacher Schweiz und Gebhardshainer Land/Wissen sieht in einer Aufhebung des Schutzes einen unverhältnismäßigen Eingriff. Nach Angaben des NABU würde das Vorhaben über 25 Jahre mindestens 24,1 Hektar umfassen und rund 23 Hektar Buchenwald betreffen. Hinzu kämen Belastungen durch Lärm, Sprengungen, Staub und Transportverkehr für die umliegenden Ortschaften. Kritisch bewertet der NABU die Folgen für den Wasserhaushalt, da zwei von drei Quellen unwiederbringlich wegfallen würden.

Aus der Kommunalpolitik kommt ebenfalls deutlicher Widerspruch. Fred Jüngerich, Beigeordneter des Kreises Altenkirchen, bezeichnete den Gedanken an einen Basaltabbau als "Unding". Der Naturschutz müsse Vorrang haben. Maria Weller von der grünen Kreistagsfraktion Altenkirchen verwies auf die Dimensionen des geplanten Eingriffs. Das Abbaugebiet liege in der Kernzone des Naturschutzgebiets mit einem etwa drei Kilometer langen Transportweg und einem Abbau in 50 bis 70 Metern Tiefe. Alte Buchen, Wasserhaushalt und Lebensräume wären gefährdet.

Bürgerinitiative und Grüne fordern parteiübergreifenden Einsatz
Die Bürgerinitiative "Erhaltet den Nauberg" setzt sich seit Jahren für den Schutz des Gebiets ein. Gemeinsam mit den Naturschutzverbänden und politischen Unterstützern wollen sie verhindern, dass der Naturraum zum Gegenstand wirtschaftlicher Interessen wird. Susanne Leber, Kreissprecherin der Grünen Altenkirchen, betonte, dass eine Genehmigung des Basaltabbaus die Lebensräume vieler seltener Tiere zerstören würde. Alexandra Abresch-Cäsar, Sprecherin des Kreisverbands Westerwald der Grünen, erklärte: "Der Nauberg ist ein Naturerbe des Westerwalds und zugleich ein Schatz für kommende Generationen."

Die Beteiligten appellieren an die Landesregierung und politische Verantwortliche, sich für den dauerhaften Schutz des Naubergs einzusetzen. (PM/Red)
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