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Nachricht vom 28.10.2026
Region
Neue Glasfaseranschlüsse im Kreis: Förderfähiger Ausbau wird umgehend beginnen
Genug des Vorgeplänkels: Der förderfähige Ausbau mit gigabitschnellen Anschlüssen per Glasfaser kann im Kreis Altenkirchen umgehend beginnen. In Walterschen, einer kleinen Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, erfolgte der offizielle Startschuss für die in zwei Bauabschnitte unterteilte Realisierung.
Gemeinsam schaufelt es sich besser: Vertreter aus Kommunalpolitik und an dem Projekt beteiligten Abgesandten freuten sich, dass der förderfähige Ausbau der digitalen Infrastruktur beginnen kann. (Foto: vh)    
Kreis Altenkirchen/Walterschen. Die meisten bebauten Adressen im Kreis Altenkirchen, nämlich knapp 41.000 von circa 48.800 gesamt, gelten mit Blickrichtung gigabitfähige Anbindung per Glasfaserleitung ans weltweite Netz als angeschlossen, da sie von Telekom-Unternehmen eigenwirtschaftlich auf den neuesten Standard der Technik angehoben wurden. Weitere rund 7000 blieben bislang in Sachen „Upgrade“ unangetastet. Dieser Zustand soll spätestens in gut drei Jahren ein Ende haben. In Walterschen, der kleinen Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld und im Dreieck Hemmelzen, Neitersen und Giershausen gelegen, wurde am späten Mittwochvormittag (28. Oktober) offiziell der Startschuss für den förderfähigen Ausbau gegeben. In zwei Bauabschnitte aufgeteilt, soll die Umrüstung auf Glasfaserverbindungen bis ins Gebäude und bis Ende der Jahre 2028 (erster Teil/vor allem Unterkreis) und 2029 (zweiter Teil/vor allem Oberkreis) zu den Akten gelegt worden sein. Auftragnehmer für beide Vorhaben ist das Unternehmen Glasfaser Plus GmbH, eine Tochter der Deutschen Telekom, das sich gegen drei bzw. zwei Mitbewerber in den Ausschreibungsverfahren durchgesetzt hatte. Gemein ist beiden Maßnahmen: Sie werden vom Bund (60 Prozent), vom Land (30 Prozent) und den Verbandsgemeinden (10 Prozent) finanziert. Außen vor bleibt der Kreis, dessen Wirtschaftsförderung jedoch die Federführung für die Umsetzung nach Vereinbarung mit den Verbandsgemeinden übernommen hatte. Nach Abschluss beider Sektoren verbleiben laut Information in der Sitzung des Kreisausschusses (17. August) lediglich 989 Adressen – rund 1,8 Prozent – jeweils ohne Ausbauperspektive. Dahinter stehe in jedem Einzelfall eine bewusste Entscheidung: Bei 936 Adressen hätten die Orts- und Verbandsgemeinden auf eine Förderung verzichtet bzw. wäre die Erschließung wirtschaftlich unverhältnismäßig teuer gewesen, weitere 53 seien schwer erschließbare Einzellagen. Auf 11.312.125 Euro belaufen sich die Kosten für das erste Bündel (37 Ortsgemeinden), auf 11.840.000 Euro für das zweite, das sich noch in der Vertragsabstimmung befindet. Über 1500 Kilometer an Straße müssen aufgerissen und im Anschluss wieder geschlossen werden. Unter dem Strich stehen schließlich über 98 Prozent der Adressen im AK-Land, die mit Downloads in einer Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit/Sekunde arbeiten können.

Ein langer Weg
„Bis zum Baustart war es ein langer Weg. Das Einholen politischer Beschlüsse auf Orts-, Verbandsgemeinde- und Kreisebene, die Durchführung der Markterkundungsverfahren, das Abstimmen jeder einzelnen Adresse zwischen unserer Wirtschaftsförderung und den Mitarbeitern der Verbandsgemeindeverwaltungen, das Stellen der Förderanträge, die Durchführung eines allseits beliebten europaweiten Vergabeverfahrens bis hin zum finalen Vertragsabschluss bildeten die groben Meilensteine“, beschrieb Landrat Dr. Peter Enders den langen und mühsamen Weg, bis das Projekt schließlich unter Dach und Fach war. Ohne Förderung wäre hier auf Jahre, „ich gehe sogar soweit zu sagen ,niemals’, etwas passiert“. Solch eine Förderquote finde man in der Förderlandschaft nur selten vor. Mit Blickrichtung Kostensplitting sprach Enders von einer „fairen Verteilung, einer Win-win-Situation“ und lobte, dass „alle einem Strang gezogen haben“.

Moderne Daseinsvorsorge
Die Glasfaserversorgung gehöre zur modernen Daseinsvorsorge, merkte Dr. Fedor Rose, Staatssekretär im Mainzer Ministerium der Finanzen, an, „der Kick-Off ist ein weiterer Meilenstein für den Breitbandausbau hier im Kreis. Es ist wichtig, die digitale Infrastruktur in Deutschland, in Rheinland-Pfalz, voranzubringen und dass vor Ort keine negativen Beziehungen zu diesen Bauprojekten entstehen.“ Unannehmlichkeiten gebe es mit Baustellen immer wieder, danach gehe es aber immer gut weiter, denn das Haus oder die Wohnung sei digital im 21. Jahrhundert angekommen. „Es ist gut und richtig, dass neben dem, was eigenwirtschaftlich erschlossen worden ist, für die herausfordernden Lagen den geförderten Ausbau in die Region zu tragen“, fügte Rose an, „wir sorgen mit diesen Maßnahmen dafür, dass wir den Standort Rheinland-Pfalz flächendeckend digital machen und wir unseren Beitrag leisten, dass Deutschland im gesamten digital wird.“

Für die nächsten Jahrzehnte
„Die lange Zeit der Vorbereitung, die so ein Förderprogramm häufig mit sich bringt, ist zu Ende, und nunmehr beginnt der Ausbau der Infrastruktur“, freute sich Christopher Lingau, kommissarische Leitung des Regionalbüros Wiesbaden der Berliner Aconium GmbH als Projektträger. Es sei sehr, sehr wichtig, „was wir hier machen“. In der Zukunft werde jeder Gigabit-Anschluss sehr, sehr wichtig werden. „Wir verlegen Glasfaser nicht für heute oder morgen, sondern für die nächsten Jahrzehnte. Die Infrastruktur wird dazu beitragen, dass die Region ihre Attraktivität behält und in Zukunft attraktiv bleibt für die Unternehmen und die Menschen, die hier im Landkreis wohnen“, ergänzte er. Es freue ihn, dass der Landkreis Altenkirchen sich entschlossen habe, die Menschen hier zu unterstützen - auch mit dem geförderten Ausbau.

Förderprojekte unerlässlich
Das Förderprojekt sei Teamsport, denn da kämen viele Verantwortliche zusammen, um es erst möglich zu machen, bemerkte Sebastian Frings, Leiter der Förderung der Glasfaser Plus. „Wir sind als Unternehmen angetreten, gerade etwas für den ländlichen Raum und für den flächendeckenden Ausbau zu tun. Da übersteigen die Kosten drastisch die Einnahmen. Dafür, dass der flächendeckende Ausbau geschafft wird, sind solche Förderprojekte unerlässlich. Für mich steht der Landkreis Altenkirchen als Musterbeispiel für diese Philosophie“, erkannte er an. Nunmehr starte das Projekt erst richtig, nachdem so viel Vorarbeit geleistet worden sei. Es sei eine schöne Ernte der eigenen Arbeit, die man sehen dürfe. Die Förderprojekte, die den Zusammenhalt bräuchten, seien für ihn sehr wichtig. Eben dieser Zusammenhalt präge auch dieses Projekt. Frings hoffte, dass der Glasfaserausbau den Zusammenhalt voranbringe und fördere, dass „wir keine Spaltung sehen und dass die digitale Teilhabe auf dem Land vorhanden ist und sie wie in der Stadt digitale Möglichkeiten bietet“. (vh)
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