| AK-Kurier |
| Ihre Internetzeitung für den Kreis Altenkirchen |
|
| Nachricht vom 04.11.2026 |
|
| Region |
| Altenkirchen und die Zukunft: Förderprogramm, Workshops und ein „Platz der Kinderrechte“ |
|
| Sorgen, wie Städte und insbesondere City-Bereiche in der Zukunft aussehen werden, sind deutschlandweit an der Tagesordnung. Auch in Altenkirchen geht der bange Blick nach vorne. Guter Rat ist teuer, umgehend müssen Perspektiven und als Folge auch Lösungen entwickelt werden, um die zahlreichen Herausforderungen zu meistern. |
|
Altenkirchen. Als Mittelzentrum teilt sich die Stadt Altenkirchen viele Probleme mit anderen Kommunen: Dabei richtet sich der Fokus besonders auf die City-Bereiche. Wie können sie überleben? Wie können Handel und Gewerbe langfristig jeweils ihr Auskommen festigen? Wie können Leerstände in großer Zahl vermieden werden? Wie kann die Aufenthaltsqualität – auch unter dem Aspekt verstärkt auftretender Hitzeperioden – verbessert werden, wobei weniger Versiegelung mehr ist? Ganz einfach: Welche Maßnahmen garantieren eine gleichbleibend hohe Lebensqualität? Eines vorweg: Ein allein selig machendes Mittel gibt es nicht, dafür sind die Voraussetzungen und Unterschiede in den einzelnen Städten zu groß. Ideen müssen entwickelt, passgenaue Lösungen erarbeitet werden. Die Teilnahme Altenkirchens am Förderprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung - Nachhaltige Stadt“, mit dem auf Basis des „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ (ISEK) Verbesserungen auf einer festgelegten Fläche von rund 30 Hektar vorgenommen werden können, ist nur ein Baustein auf dem Weg in die nächsten Jahrzehnte. So war es nur folgerichtig, dass der Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrates Altenkirchen in der Sitzung am späten Dienstagnachmittag (3. November) die Fortschreibung einstimmig beschloss. Aus diesem Topf wurden beispielsweise bislang jeweils der Ausbau des Dammwegs und der Straße „Zum Weyerdamm“ mitfinanziert, wird die Stelle der City-Managerin zu 50 Prozent bis Ende Februar 2028 unterstützt oder entstand die Machbarkeitsstudie für die Zukunft der Stadthalle. Aktuell sind es die Sanierungen des Schlossplatzes und der Wilhelmstraße (zwischen Gebäude Westerwald Bank und Fußgängerüberweg Frankfurter Straße) als sichtbare große Projekte. Die Teilnahme an diesem Prozess ist auf zehn Jahre begrenzt (Laufzeitende 2029). Das ISEK sieht Projekte in Höhe von rund 11,3 Millionen Euro vor. Bund und Land sowie die Stadt teilen sich die Kosten im Verhältnis von 70:30 Prozent. Ob alle Maßnahmen erforderlich sind? Diese Frage beantwortete Stadtbürgermeister Ralf Lindenpütz derzeit noch nicht, er verwies lediglich auf die Möglichkeit, Vorhaben zu tauschen. Nach 15 Jahren, so Anke Schmidt von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, müsse alles abgerechnet sein.
„Zukunftsbild für Altenkirchen 2045“
Per Zukunftsworkshops möchte die Stadt darüber hinaus „ein gemeinsames Zukunftsbild für Altenkirchen 2045 als Grundlage für konkretes Handeln“ festlegen. Im Unterschied zu den Vorstellungen von City-Managerin Anna Laux, die unmittelbar vor den Arbeitskreisen Gespräche mit Wirtschaftsvertretern, der Stadtgesellschaft und weiteren Akteuren (Vereine) als Start des Prozesses angesetzt hatte, sprach sich das Gremium zunächst für das Engagement eines Experten aus, der die Situation mit Vor- und Nachteilen darlegen soll, ehe Ideen für die einzelnen Themenfelder gesammelt werden. Laux hatte für fünf Bereiche die Ist-Situationen und die Herausforderungen herausgearbeitet (Innenstadt und Handel, Wirtschaft und Erreichbarkeit, Leben und Gemeinschaft, Versorgung und Infrastruktur sowie Stadtbild und Aufenthalt) und gleichzeitig aufgelistet, „was bleibt und was nimmt ab/verändert sich“. Die Workshops sollten sich ihrer Auffassung nach mit den Themen „Arbeit, Wirtschaft und Digitalisierung“, „Mobilität und Erreichbarkeit“, „Gesellschaft und Versorgung“ sowie „Klima, Freizeit und Stadtleben“ beschäftigen. Das „Gesamtbild Altenkirchen 2045“ entstehe im Anschluss aus der Analyse der Ergebnisse, die es einzuordnen und zu priorisieren gelte, wobei auch die Handlungsspielräume geklärt werden müssten. Daraus ließe sich die Stadtidentität entwickeln: „Was macht Altenkirchen aus – und für was wollen wir künftig stehen?“
Ein „Platz der Kinderrechte“
Ebenfalls Zukünftiges brachten Beate Saddeler-Hassel und Annette John vom Kinderschutzbund Kreisverband Altenkirchen ins Spiel. Sie regten den Bau eines Platzes der Kinderrechte an, der aus einem größeren Spielgerät und Tafeln, auf denen eben diese „Vorgaben“ niedergeschrieben sind, besteht. Die Finanzierung könne aus Mitteln des Kinderschutzbundes erfolgen, die Frage des Standortes sei noch zu klären. „Optimal ist, wenn ein Platz der Kinderrechte von Familien frequentiert wird. Hier könnten wir uns bei der Neugestaltung der Quengelbach-Aue den Bereich des ehemaligen Brunnens vorstellen und damit einen Platz ganz in der Nähe vorhandener Menschenrechtstafeln. Auch der Spielbereich am Standort des ehemaligen Mühlsteinbrunnens in der Wilhelmstraße wäre für uns sehr interessant“, gab eine Ausarbeitung des Kinderschutzbundes wieder. Der Aufenthaltsbereich am Konrad-Adenauer-Platz (Busbahnhof) als Alternative stieß auf wenig Gegenliebe („wir wollen nicht dahin“, so Saddeler-Hassel), der schöne Spielplatz „Im Hähnchen/Heuweg“ sei wohl zu klein. Lindenpütz brachte eine weitere Lokalität im „Parc de Tarbes“ ins Spiel, wo nach Überplanung unter anderem ein Mehrgenerationenplatz und eine Callanetics-Einheit (Möglichkeiten für die Stärkung von Muskeln) entstehen könnten. „Kinderrechte sind dem Kinderschutzbund ganz wichtig“, verdeutlichte Saddeler-Hassel, es seien grundlegende Rechte, die sichtbar gemacht werden müssten. Das Projekt „Platz der Kinderrechte“ sei ein bundesweites. 2017 wurde das erste in Höhr-Grenzhausen verwirklicht. Inzwischen belaufe sich die Zahl solcher Plätze auf 75 im gesamten Bundesgebiet. (vh) |
|
| Nachricht vom 04.11.2026 |
www.ak-kurier.de |
|
|
|
|
|
|