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Technische Hilfeleistung stand im Fokus
Zur gemeinsamen Jahresabschlussübung trafen sich die vier Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Gebhardshain in Kausen. Mit dabei die Einsatzkräfte des DRK Elkenroth. Im Mittelpunkt der Übung stand die technische Hilfeleistung, die heute einen großen Anteil der Einsätze der Wehren ausmacht.
Technische Hilfeleistungen, etwa bei Verkehrsunfällen sind heute ein Hauptteil der Arbeitseinsätze für die Freiwilligen Feuerwehren. Dies stand im Mittelpunkt der Jahresabschlussübung. Fotos: annaKausen. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Gebhardshain und des DRK Elkenroth traf am Samstagnachmittag in der Ortsmitte am Dorfplatz ein. Dort führte die Wehr ihre Jahresabschlussübung durch, die vom LZ Kausen ausgearbeitet worden war und unter Einsatzleitung des LZ-Führers Manfred Becker stand. Dabei kam das erst kürzlich übergebene, neue Einsatzleitfahrzeug zum Einsatz.

Folgende Situation bot sich den eintreffenden Wehrleuten vor Ort:
Zwei Verkehrsunfälle hatten sich zeitgleich zugetragen. Zum einen waren ein Pkw und Traktor beteiligt, wobei sich die Frontgabel des Traktors in die Seitenscheiben des Pkw gebohrt hatte. Auf dem Traktoranhänger waren mehrere Kinder mitgefahren und beim Zusammenstoß verletzt worden. An dem zweiten Unfall waren ein Pkw und ein kleiner Lkw beteiligt. Beim Zusammenstoß wurde der Pkw erheblich beschädigt und geriet in Brand, der Fahrer wurde eingeklemmt und schwerstverletzt. Der Lkw Fahrer erlitt einen Schock und lief ziellos umher. Auf der Ladefläche befand sich eine weitere Person die verletzt wurde und aus einem Gefahrstofftank trat eine gefährliche Flüssigkeit aus. Insgesamt wurden 17 Personen verletzt.

15 Personen waren Mimen der Jugendfeuerwehr und des DRK Elkenroth, zwei Opfer wurden mit Dummys dargestellt. An die 70 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr waren mit 15 Fahrzeugen vor Ort. Dabei kümmerten sich der LZ I Steinebach und der LZ II Kausen um den Unfall mit dem Pkw und dem Traktor, LZ III Elkenroth und LZ IV Rosenheim widmeten sich dem Pkw und dem Gefahrguttransport.

Um einen schwer Verletzten vom Anhänger des Traktors zu bergen, mussten die Wehrleute ein extra Podest aufbauen, zudem war es notwendig vom Anhänger verschiedene Metallteile abzutrennen. Um das Opfer vor dem Funkenflug zu schützen, wurde dieses mittels einer Decke abgeschirmt. Der getroffene Pkw, der auf abschüssiger Straße stand wurde mittels Stahlseil und Winde gegen Abrutschen gesichert. Die meisten, der an diesem Unfall beteiligten Personen, waren nur leicht verletzt und in der Lage gehend den Behandlungsplatz des DRK am Denkmal zu erreichen.

Bei dem zweiten Unfall sah dies etwas anders aus, der im Pkw eingeklemmte Fahrer konnte erst abtransportiert werden, nachdem am Fahrzeug Dach und Türe abgetrennt worden waren. Um die austretende Flüssigkeit auf dem Lkw mussten sich zwei Wehrleute in speziellen Schutzanzügen kümmern, was bei Temperaturen von 25 Grad kein Vergnügen war. Mit Atemschutzgerät und vollkommen verhüllt hatten die beiden Helfer die Aufgabe, das Leck am Tank mit einer Spezialpaste abzudichten. Im Anschluss daran ging es dann erst in ein Dekontaminierungsbad, bevor der Spezialanzug wieder ausgezogen werden konnte.

Die gesamte Übung verlief recht zügig und nach Angaben von Becker auch so, wie es geplant gewesen war. Erstmals hatte die Wehr die gesamte Übung über Digitalfunk laufen lassen und befand, dass dies im Mittel zwar okay, im gesamten aber doch noch verbesserungswürdig sei. Denn trotz der räumlichen Nähe gab es Unterschiede in der Qualität der Verständigung. Dies sei aber auch mit dem Handynetz im Ort nicht besser, erklärte einer der Wehrleute. Der Einsatzleitwagen bekam eine positive Bewertung der Einsatzleitung. Die zwei darin befindlichen Arbeitsplätze hätten es ermöglicht, beide Hilfseinsätze getrennt voneinander koordinieren zu können.
Der Einsatz des DRK Elkenroth stand unter der Leitung von Joachim Hüsch, der in seiner Gruppe zwei hauptamtliche Rettungsassistenten, vier Rettungssanitäter und sechs Sanitätshelfer hatte. Diese mussten sich um ganz unterschiedliche Verletzungen kümmern. Darunter einen amputierten Finger, einen Schädelbasisbruch, einen Schock, und eine Gehirnerschütterung mit Halswirbeltrauma in Kombination mit einer unteren Lendenwirbelsäulenverletzung.
Neun Personen erlitten nur leichte Verletzungen. Das DRK war mit 12 Helfern und zwei Fahrzeugen vor Ort. Im Ernstfall würden bei einem so hohen Aufkommen an verletzten Personen aber weit mehr DRK-Helfer zum Einsatz kommen, erklärte Hüsch. Unter den Beobachtern des Geschehens waren auch VG-Bürgermeister Konrad Schwan und VG-Wehrleiter Peter Benner. (anna)
       
     
Nachricht vom 10.09.2012 www.ak-kurier.de