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„Babybedenktage“ beim Caritasverband in Betzdorf
„Dass es so stressig wird, hätte ich nie gedacht.“, diese Aussage einer der Teilnehmerinnen der “Babybedenktage“, die der Caritasverband Betzdorf in Kooperation mit dem Jugendamt Altenkirchen durchführt, dokumentiert eindrucksvoll Ziel und Ergebnis des Selbsterfahrungs- und Trainingsprojektes für junge Menschen im Hinblick auf ihre Lebensperspektiven und eine eventuelle Elternschaft.
Foto: prBetzdorf. „Bin ich jetzt in der Lage und bereit, die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen?“, diese Frage stand im Zentrum der zweiten „Babybedenktage“, die vom 12. bis zum 16. November unter der Anleitung der Mitarbeiterinnen der Schwangerenberatungsstelle des CV Betzdorf in den Räumen des Mehrgenerationenhauses (Standort Alsberg) durchgeführt wurde.

Die fünf Teilnehmer - vier junge Frauen und ein junger Mann - beschäftigten sich im Verlauf des fünftägigen Kurses intensiv mit Schwangerschaft, deren Verlauf und dem Verhalten als Schwangere, Gefahren und Risiken für das Kind vor und nach der Geburt, notwendigen Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen und den finanziellen Herausforderungen einer Familiengründung. Das Zentrum des Projektes bildete die Selbsterfahrung der Teilnehmer/innen in ihrer Elternrolle.

Durch den Einsatz von computergesteuerten Babysimulatoren, die das Verhalten und die Bedürfnisse eines Neugeborenen wiedergeben und entsprechende, bedarfsgerechte Reaktionen ihrer „Eltern“ fordern, konnten die jungen Menschen sich selbst, ihre Reaktionen und die individuelle Belastbarkeit erfahren und reflektieren. Zu diesem Zweck nahmen die Teilnehmer/innen ihre „Babys“ von Dienstag bis Freitag mit nach Hause und erlebten so relativ real ein „Elternpraktikum“, in dem gefüttert, getröstet, gewickelt, getragen und beruhigt werden musste. Der eingebaute Computer gab am Ende des Praktikums eine Auswertung der „elterlichen Leistung“ ab.

Die Vormittage des Seminars dienten der Reflexion des eigenen Erlebens und intensiver Schulung zu relevanten Themen sowie der Entwicklung persönlicher Zukunftsperspektiven.

Die „Babybedenktage“ sollen niemandem die Lust auf Elternschaft nehmen, jedoch die Möglichkeit bieten, einen eventuellen Kinderwunsch besser bewerten und einordnen zu können. In der fünftägigen Zusammenarbeit gelang es der Gruppe auf eindrucksvolle Weise, die eigenen Kinderwünsche realistisch zu überprüfen und bewusster zu bewerten. Alle Teilnehmer/innen wollten am Ende des Seminars durchaus noch Eltern werden, allerdings sollen Ziele wie eine abgeschlossene Berufsausbildung, das Schaffen einer stabilen wirtschaftlichen Grundlage und einer tragfähigen Partnerschaft voran gestellt werden.

Insofern stellen die dreimal jährlich durchgeführten „Babybedenktage“ eine Form der „frühesten Hilfen“ für Familien dar, die die Chance bietet, den eigenen Lebensweg bewusster und damit auch selbstbestimmter zu gestalten. Interessierte erhalten Infos unter 02741/976012 oder unter schwangerenberatung@caritas-betzdorf.de
Nachricht vom 19.12.2012 www.ak-kurier.de