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Region
Landrat Michael Lieber: Den Blick nach vorne richten
Beim Neujahrsempfang des Landrates für die Ortsbürgermeister des Landkreises stand die desolate Haushaltsentwicklung, die zur Erhöhung der Kreisumlage führt und zur Neuverschuldung beiträgt, im Mittelpunkt. Den Gastvortrag zum Thema "Regionalmarketing" hielt Professor Hanna Schramm-Klein von der Uni Siegen.
Neujahrsempfang im Kreishaus: Landrat Michael Lieber, Gastreferentin Prof. Hanna Schramm-Klein, die Beigeordneten Dr. Heike Johannes und Konrad Schwan (von links). Fotos: Helga Wienand-SchmidtAltenkirchen. Der Empfang für die Ortsbürgermeister des Landkreises zu Beginn eines Jahres in der Kreisverwaltung hat Tradition. Landrat Michael Lieber begrüßte seine "kommunale Familie" und ging auf die am Tag zuvor stattgefundene Kreistagssitzung ein. Dabei stand das Haushaltsdefizit von 10 Millionen Euro in den Betrachtungen im Mittelpunkt.

Die Erhöhung der Kreisumlage sei unumgänglich gewesen, denn der Kreis sei doppelt bestraft, die Finanzaufsicht hätte mitzureden und die Neuregelung zum kommunalen Finanzausgleich komme erst 2014. Lieber beleuchtet die Schieflage des Haushaltes an Zahlenbeispielen. So liegen die Aufwendungen im Bereich der Sozial- und Jugendhilfe bei rund 71,8 Millionen Euro, mit rund 24,4 Millionen Euro schlagen die Kindergartenpersonalkosten zu Buche. Mit rund 18,9 Millionen Euro sind die Aufwendungen für Aufwendungen für den Straßenbau, die Gebäudeunterhaltung und Bewirtschaftung sowie die Schülerbeförderung veranschlagt.

Die Kreisumlage beträgt 43,7 Millionen Euro, die Schlüsselzuweisung des Landes rund 20.9 Millionen und die Zweckzuweisungen des Landes rund 22,7 Millionen Euro. Die Sozialerträge belaufen sich auf rund 33,1 Millionen Euro.

"Die Schere zwischen den Erträgen und Aufwendungen der sozialen Sicherung geht immer weiter auseinander und dies trotz der erhöhten Bundesbeteiligung an den Kosten der Grundsicherung im Alter und bei der Erwerbsminderung", sagte Lieber.

Lieber forderte dazu auf, den Blick nach vorne zu richten und nicht zu pessimistisch in die Zukunft zu schauen. Viele Beschlüsse des Kreistages seien einmütig gefasst worden, es gelte den Blick auf die gemeinsame Arbeit zu richten. Es ginge darum den Landkreis lebenswert zu erhalten und die Herausforderungen anzunehmen. Der Regionalentwicklungsprozess "Zukunftskreis Altenkirchen" sei gestartet, um sich den wichtigen Zukunftsfragen zu stellen.

Als Gastreferentin war Professor Hanna Schramm-Klein von der Uni Siegen mit dem Thema "Regionalmarketing in Zeiten des demografischen Wandels" geladen. Anknüpfend an die Vorstellung des Konzeptes "Zukunftskreis Altenkirchen" gab sie den Einblick in erfolgreiches Regionalmarketing. Dabei warnte sie vor leeren Phrasen und nichtssagenden allgemeingültigen Aussagen die jede Region für sich in Anspruch nehme. Die demografische Entwicklung des Kreises, die Pendleraktivitäten und die Insolvenzen hatte sie näher beleuchtet. Schramm-Klein empfahl die Zusammenarbeit und die Kooperation in der Region und eine klare Positionierung sowie die Definition der Zielgruppen, die man erreichen will.

Jedes Dorf, jede Stadt betreibe Standortmarketing, da entstehe ein Flickwerk, anstatt die Region als Besonderheit nach vorne zu bringen. Die Professorin warb für die regionale Zusammenarbeit über den Tellerrand hinaus um erfolgreich mitten in Europa zu sein.

Die musikalische Begleitung gelang Nina Selbach und Sebastian Pattberg von der Kreismusikschule. Die Formation "Soulcreek" war wegen Krankheit und Abiturarbeiten auf die beiden jungen Musiker zusammengeschrumpft, sie meisterten ihren Part vortrefflich. (hws)
     
Nachricht vom 17.01.2013 www.ak-kurier.de