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Bleifreie Munition war Thema beim Hegering
Der Hegering Altenkirchen setzte sich mit dem aktuellen Thema "bleifreie Jagdmunition" im Rahmen der Hauptversammlung auseinander. Auch die Jagdzeiten waren in der Diskussion, da es große Wildschäden gibt. Ehrungen langjähriger Mitglieder gehörten zur Tagesordnung.
Hegeringleiter Franz Kick (rechts) ehrte langjährige Mitglieder im DJV. Von links Michael Sammel (40 Jahre), Dr. Ernst Hillmer (60),  Manfred Schneider (40),  Jürgen Toppel (50), Dieter Lichtenthäler (50) und Helmut Becker (60). Foto: Klaus HollFluterschen. In staatlichen Revieren ist bleihaltige Büchsenmunition schon verboten und bald könnte der private Bereich nachziehen. Der Vortrag über bleifreie Patronen in der Hauptversammlung des Hegerings Altenkirchen im Landgasthof Koch in Fluterschen passte daher zur aktuellen Lage. Rund 50 Mitglieder zeigten prompt reges Interesse.

Hegeringleiter Franz Kick stellte mit Volker Einhäuser einen engagierten Jäger vor, der sich aus 20-jähriger Praxis als Wiederlader heraus 2008 entschloss, ein Jagdgeschoss „vom Jäger für Jäger“ zu entwickeln. Zunächst bedeutete das die Abkehr von herkömmlichen Splitter- und Deformationsgeschossen, auch in ihren bleifreien Versionen.
Sein Doppel-Scharfrandgeschoss aus einer speziellen Messinglegierung verhält sich stabil in Form, Masse und Richtung. Die Wirkung beruht auf Verdrängungsenergie, die sich schon beim Einschuss aufbaut. Ziel ist die weitgehende Vermeidung von Hämatomen, ein nur doppelt bis dreifach kalibergroßer Ausschuss, hohe Präzision und Tötungswirkung bei kurzen Fluchtstrecken mit reichlich Schweiß. Der Referent hatte zahlreiche Fragen aus dem interessierten Publikum zu beantworten.

„Ihre Hausaufgaben gemacht“, haben die Jäger nach Aussage von Rainer Walkenbach, der die untere Jagdbehörde vertrat. Von Amts wegen musste kein Abschussplan mit körperlichem Nachweis festgelegt werden. Walkenbach zeigte sich erfreut, dass die Zahl der Jäger im Kreis wieder steigt. Das nationale Waffenregister bedeute nur zusätzliche Kontrolle für legale Waffenbesitzer, aber nicht mehr Sicherheit.

Rainer Zeuner berichtete von einer erfreulichen Verstärkung der Bläsergruppe auf jetzt elf Aktive. Einsätze bei der Eröffnung des Schießstandes oder weihnachtlichen Anlässen hatten sehr positive Resonanz.
Das war bei der Landwirtschaftskammer hinsichtlich „teilweise katastrophaler Wildschäden“ natürlich anders. In der Diskussion um erweiterte Jagdzeiten zeigte sich Zeuner überzeugt, dass der Tierschutz hier Grenzen aufzeige. Rehwild und andere Wiederkäuer müssten von Anfang Februar bis Ende April Ruhe haben. Bei einem Jagdbeginn am 1. April sei Rücksicht auf Setz- und Brutzeiten illusorisch. Entprechende Einschränkungen gelten auch etwa bei Sauen, Marder oder Fuchs. Wer hier absichtlich keine Rücksicht nimmt muss mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe rechnen. Auch an der Sauen-Kirrung sollte man in diesen drei Monaten piano vorgehen, empfahl der Hegeringleiter.

Einen regen Schießbetrieb einschließlich Jagdparcours und Schießkino verzeichnete Jörg Strehlow. Franz Kick ermunterte zum Übungsnachweis mit der Büchse auf bewegliche Ziele. Hier werde niemand vorgeführt.
Den Gold-Bock des Jahres (305 Gramm) erlegte Dr. André Schievenbusch im Revier Ölsen, Silber ging ins Revier Schöneberg, wo Manfred Koloska erfolgreich war. Dr. Schievenbusch war in Ölsen mit Bronze noch einmal erfolgreich. Die stärksten Keilerwaffen heftete Jan Lock (Revier Helmenzen) an die Trophäenwand, gefolgt von Manfred Fischer (Ingelbach) und Thomas Müller (Almersbach/Fluterschen). Als Kassenprüfer wurde Matthias Schieweck gewählt. Ersatzmann ist Manfred Fischer.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft im Deutschen Jagdschutzverband (DJV) geehrt wurden Michael Sammel und Manfred Schneider. 50 Jahre dabei sind Dieter Lichtenthäler und Jürgen Toppel. Seit 60 Jahren Mitglied sind Dr. Ernst Hillmer und Helmut Becker. (ho)
Nachricht vom 30.04.2013 www.ak-kurier.de