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Demografischer Wandel erfordert Kreativität
Der demografische Wandel ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt und viel Diskussionsbedarf bietet. Dies zeigte sich beim traditionellen Neujahrsempfang der SPD-Ortsvereine Altenkirchen und Weyerbusch in der beeindruckenden Zahl an interessierten Gästen.
Gruppenbild zum 22. Neujahrsempfang der SPD Altenkirchen und Weyerbusch. Foto: prAltenkirchen/Weyerbusch. Zum 22. Mal luden die Ortsvereine mit ihren Vorsitzenden Anka Seelbach und Ralf Schwarzbach ein, aktuelle politische Themen unter einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Der Einladung waren neben vielen Bürgerinnen und Bürgern auch Landrat Michael Lieber, Thorsten Wehner MdL, Verbandsgemeinde- und Stadtbürgermeister Heijo Höfer, Oliver Rohrbach von der IHK sowie die Beigeordneten Elke Orthey und Heinz Düber und die Fraktionsvorsitzenden Daniela Hillmer-Spahr, Rainer Düngen und Franz Weiss gefolgt.

Mit seinem Willy-Brandt-Zitat „Die Arbeit ist der Umweg zu allen Genüssen“ gab Thorsten Wehner der Veranstaltung einen roten Faden mit auf den Weg, der auch für den gesamten Kommunalwahlkampf gelten sollte, vor allem aber Gastredner Stefan Reuß, Landrat des Werra-Meißen-Kreises, dazu brachte, scherzhaft eine zweistündige Präsentation anzukündigen. Es gelang Reuß mühelos, die Zuhörer mit seinem kurzweiligen und anregenden Vortrag und seinen positiven Ideen zur Gestaltung des demografischen Wandels im ländlichen Raum zu begeistern. Denn wichtig ist, dass der demografische Wandel kein Schreckgespenst ist, sondern schlicht eine Entwicklung, der man möglichst kreativ begegnen sollte. Der Werra-Meißen-Kreis hat daher viele Projekte ins Leben gerufen, um den Einwohnern auch in kleinen Orten ein gutes Umfeld zu bieten. So gibt es Dorfläden, die in Kooperation mit zwei großen Supermarktketten betrieben werden.

„Im Ort einkaufen zu können ist gerade für ältere Menschen wichtig und bietet hohes Identifikationspotenzial“, unterstrich Reuß. Umso unverständlicher fand Achim Ramseger, Ortsbürgermeister von Oberwambach, die Pläne, den dortigen Dorfladen zu schließen.
Projektarbeit ist zunehmend die Form, in der sich mehr Menschen bereit finden, zusammen für ein Ziel zu arbeiten. Jedes Jahr wird in Reuß‘ Kreis unter anderem ein kreisweiter Projekttag organisiert, an dem jedes Dorf ein kleines Projekt in Angriff nimmt. Für pflegende Angehörige gibt es vier Mal im Jahr einen Wellnesstag, an dem der Kreis die Pflege übernimmt und so Gelegenheit gibt, einmal zu entspannen. Zusätzlich zum ÖPNV gibt es das Netz „Mobilfalt“ (Mobilität + Vielfalt), das die Fahrpläne des Nahverkehrs mit privaten Angeboten ergänzt und somit Transportmöglichkeiten auch außerhalb der Schülerbeförderungszeiten bietet. Indem somit die Menschen im Mittelpunkt stehen, gewinnt der Werra-Meißner-Kreis an Attraktivität und Lebensqualität.

Lebensqualität zieht selbstverständlich auch Familien aus den Ballungsräumen in den ländlichen Raum. Geeignete Straßen, Zugang zum Internet, Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Bildung und medizinische Versorgung sind die Bereiche, in denen sich Investitionen auszahlen werden. „Erfolgreiche Kommunen“, erklärte Reuß, „kennen die lokalen Entwicklungen genau und können ressortübergreifend handeln, bieten Freiraum zum Gestalten und verstärken interkommunale Zusammenarbeit.“ Deutlich wurde, dass der demografische Wandel als positives Leitbild, als Chance, begriffen werden sollte.

Bernd Lindlein aus der AG „Demografie“ der SPD-Verbandsgemeinderatsfraktion Altenkirchen stellte kurz einige der Ideen vor, die die Arbeitsgruppe in einem ausführlichen Papier zusammengestellt hat. Auch er betonte, dass es für die Verbandsgemeinde Altenkirchen vielfältige Chancen und Möglichkeiten gibt, der Herausforderung „demografischer Wandel“ zu begegnen.

Vor allem, so Lindlein, sei es unabdingbar, die vielen Vorteile der Verbandsgemeinde besser zu vermarkten. Musikalische Untermalung mit schwungvollen Gospels bot der Chor „Aufbruch“ (Ev. Allianz) unter der Leitung von Volker Hasselbach und Hans-Georg Wünch und rundete damit die gelungene Veranstaltung ab.
Nachricht vom 11.02.2014 www.ak-kurier.de