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"Citykids" melden sich zu Wort
Die Betzdorfer "Citykids", eine Gruppe Jugendlicher, die sich in Betzdorf seit geraumer Zeit engagieren, fühlen sich nicht ernst genommen und sind verärgert. In einer Pressemitteilung nehmen die "Citykids ausführlich Stellung zu den Vorwürfen gegen Bürgermeister Bernd Brato. Es soll eine Petition an den Landtag verfasst werden und es wird ein Jugendstammtisch gegründet.
Ines Eutebach (rechts) empfing die Betzdorfer \"Citykids\" zum Gespräch. Foto: prBetzdorf. „Wir fühlen uns überhaupt nicht ernst genommen“. Mit diesen Worten fasst Leon Schmitt die Situation der „Citykids“ zusammen. Hintergrund sind Vorwürfe, dass Bürgermeister Bernd Brato auf Schreiben der „Citykids“ nicht reagiert habe, beziehungsweise die auch nicht an den Rat weitergeleitet habe.

Bei Ines Eutebach, die als unabhängige Kandidatin gegen Brato antritt, schütteten die Jugendlichen ihr Herz aus. Die Gruppe, die sich um Belange ihrer Heimatstadt kümmert und als Ergebnis der Stadtgespräche gegründet wurde und jetzt als unabhängiger Verein agiert, fühlt sich vom Bürgermeister im Stich gelassen.

Bereits im November 2011 habe man sich mit konkreten Vorschlägen an den Bürgermeister gewandt. Das etwas geschehen würde, davon war man zunächst überzeugt. Brato habe sich seinerzeit vor den Medien als Fürsprecher und Unterstützer der Jugend dargestellt. Doch die Enttäuschung war groß, als nichts geschah.
„Das war alles nur gespielt, um vor der Presse und in der Öffentlichkeit gut dazustehen“, kritisieren die Jugendlichen heute. Keinem der Punkte habe Brato sich wirklich gewidmet, beschweren sich die Jugendlichen.
Leon Schmitt richtete dann als Sprecher der Gruppe einen Brief an Bürgermeister Brato, mit der Bitte, diesen an die Fraktionen im Stadtrat weiterzuleiten. Doch es kam keine Antwort und auch die Weiterleitung an die Ratsmitglieder erfolgte nicht.
Seither haben die Jugendlichen nichts mehr vom amtierenden Bürgermeister gehört. Dabei habe Brato in Anwesenheit der Presse beteuert, dass das politische Engagement der Jugendlichen zu loben sei und ihnen zugesichert, dass man die vorgelegte Liste mit Ideen und durchaus praktikablen Vorschlägen im Rathaus Punkt für Punkt abarbeiten werde.

„Als nach etwa fünf Monaten noch keine Antwort da war, habe ich als Sprecher der Citykids bei Bürgermeister Brato nachgefragt. Dieser ließ die Weitergabe meines im Auftrag der Citykids verfassten Schreibens nicht zu. Er verhinderte es sogar auf unschöne Art und Weise die Weiterleitung. Damit erteilte er uns eine Abfuhr. Nichts mehr von all den Zusicherungen und Versprechungen", berichtet Leon Schmitt.

Dabei ging es den Jugendlichen um Probleme, die auch anderen Betzdorferinnen und Betzdorfern unter den Nägeln brennen. So ging es um die Situation im Bereich der Ladestraße und Bahnhof, wo sich nach wie vor Betrunkene, Obdachlose und Gewaltbereite aufhalten mit dabei. Was das Thema Schulwegsicherung anginge, sei auch keine Antwort aus dem Rathaus gekommen.
„Besonders ärgert es uns, dass unser Vorschlag, in Betzdorf eine Jugendvertretung oder ein Jugendparlament zu schaffen, auf taube Ohren stieß. Andere Verbandsgemeinden und Städte sind Betzdorf inzwischen mehr als eine Nasenlänge voraus", so der Sprecher.

Weil sich trotz der Zusicherung des Bürgermeisters gar nichts getan hat und der Bürgermeister das zweite Schriftstück nicht weitergab, wollen die Jugendlichen in dieser Sache nun eine Petition an den Landtagspräsidenten und alle Landtagsfraktionen richten.

Aber auch neue Ideen, wie die Gründung eines „Jugendstammtisches“ und die Barrierefreiheit von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen wurden diskutiert. Leon Schmitt, der auch jetzt als Sprecher der Gruppe fungiert, verwies auf unüberwindliche Hindernisse für Rollstuhlfahrer oder auch ältere gehbehinderte Menschen mit Rollatoren. Er regte an, den bundesweit agierenden Verein Barrierefreies Leben e.V. zu kontaktieren, um von diesem gegebenenfalls Hilfe, Beratung und Unterstützung zu erhalten.

Die Idee einen Jugendstammtisch ins Leben zu rufen fand bei Ines Eutebach Gefallen. Bereits nach den Osterferien soll im „oos Betzdorf“ das erste Treffen sein. Hier können die Jugendlichen sich ungestört austauschen, diskutieren und in lockerer Atmosphäre zusammensitzen. Der Jugendstammtisch soll immer freitags ab 15 Uhr stattfinden. Auch alle anderen Themen seien gut durchdacht und fundiert. Das sich die Jugendlichen auch für das Wohlergehen behinderter und älterer Menschen einsetzen, lobte die unter anderem als Sachverständige für barrierefreies Bauen tätige Bürgermeisterkandidatin.
„Ich versichere euch, dass eure Ideen bei mir nicht ungehört bleiben. Ich kümmere mich kurzfristig um jeden einzelnen Vorschlag“, sicherte Eutebach zu und bedankte sich bei den Jugendlichen für das offene und konstruktive Gespräch.
Wer Interesse hat am Jugendstammtisch teilzunehmen kann sich unter 02741 / 3741 melden. (Pressemitteilung)
Nachricht vom 17.04.2014 www.ak-kurier.de