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Kreis-Delegation besuchte Sandergrabstätte
August Sander war ein berühmter Mann, der seine Wurzeln im Westerwald, in der Stadt Herdorf, hatte. Seinen 50. Todestag nahm eine Delegation aus dem Kreis Altenkirchen zum Anlass, um das Grab Sanders auf dem Melatenfriedhof sowie die Ausstellung seiner Werke in der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Köln zu besuchen.
Anlässlich des 50. Todestages von August Sander besuchte eine Delegation aus dem AK-Kreis dessen Grab und leckte ein Gesteck als Symbol der Verbundenheit nieder. (Fotos: Bianca Klüser)Kreis Altenkirchen/Köln. „Heute gedenken wir einem Sohn des Kreises und Ehrenbürger Herdorfs, August Sander“, so die Worte von Landrat Michael Lieber, der gemeinsam mit einer Delegation von Bürgerinnen und Bürgern aus dem Kreis Altenkirchen, anlässlich des 50. Todestages des berühmten Westerwälder Fotografen den Weg auf den Melatenfriedhof nach Köln, zur Grabstätte August Sanders, gefunden hatte. Rund 45 Personen nahmen an der Tagesfahrt teil, zu welcher die Kreisverwaltung Altenkirchen in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Altenkirchen und der Volkshochschule Herdorf eingeladen hatte.
August Sander, geboren am 17. November 1876 in Herdorf, gestorben am 20. April 1964 in Köln, zählt heute zu den wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Der gebürtige Westerwälder ist vor allem bekannt geworden durch seine Porträtkunst, so die Fotoserie „Menschen des 20. Jahrhunderts“. Aber auch Landschafts-, Natur-, Industriearchitektur- und Stadtfotografie zählen zu seinen Werken.

In der Photographischen Sammlung / SK Stiftung Kultur konnte die Delegation am Donnerstagnachmittag die Werke August Sanders in Augenschein nehmen. Rund 300 originale Exponate zu verschiedenen Themenbereichen sind dort bis zum 3. August ausgestellt und gewähren einen Einblick in das einstige Schaffen August Sanders. Von den Werken zeigten sich auch die 45 Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreis Altenkirchen begeistert, die in zwei Kleingruppen durch verschiedene Teile der Ausstellung geführt wurden. Dabei erkannten die Gäste aus dem Westerwald auf den Porträtfotos Sanders einige Gesichter wieder und zeigten sich fasziniert vom kreativen Schaffen des Fotografen.

Bereits zu Lebzeiten August Sanders fanden einige Ausstellungen statt, in denen er seine Bilder präsentierte, auch außerhalb von Deutschland. So wurden die Bilder erstmals 1906 in Linz/Donau, wo Sander zu dieser Zeit lebte, ausgestellt. Auch im Museum of Modern Art in New York waren seine Bilder im Jahr 1956 zu finden.
Doch vor allem nach Sanders Tod erlangten seine Fotografien immer größere Berühmtheit und waren in zahlreichen Ausstellungen rund um den Globus zu sehen, unter anderem erneut in New York, aber auch in Moskau, Tokio und São Paulo.

Nach seinem Tod fand August Sander auf dem Melatenfriedhof in Köln seine letzte Ruhe. So ließ es sich die Delegation aus dem Landkreis Altenkirchen nicht nehmen, auch das Grab Sanders zu besuchen und dem großen Künstler zu gedenken.
„Wir haben uns hier versammelt, wir Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreis Altenkirchen, aus dem Geburtstagort von August Sander, Herdorf, um dem 50. Todestag von August Sander zu gedenken“, so Landrat Michael Lieber bei der Niederlegung des Gestecks am Grab August Sanders, „Friedhöfe sind Ort privaten wie auch gemeinschaftlichen Gedenkens. Sie entsprechen dem menschlichen Grundbedürfnis, die Erinnerung an Verstorbene wach zu halten und damit eine Verbindung zu ihnen zu halten.“ Sander sei auch über seinen Tod hinaus noch immer der berühmteste Fotograf des 20. Jahrhunderts aus dem Westerwald und stelle „für unseren Kreis Altenkirchen eine stille und hoch geachtete Persönlichkeit“ dar. Das Gesteck diene als Symbol der Verbundenheit des Kreises Altenkirchen und der Stadt Herdorf. In einem gemeinsamen stillen Gebet gedachte die Delegation aus dem Kreis Altenkirchen dem verstorbenen Fotografen.
Im Anschluss fand, erneut in zwei Kleingruppen, eine Führung über den Melatenfriedhof statt, im Rahmen derer die Gäste aus dem Westerwald noch weitere berühmte Grabstätten zu Gesicht bekamen, ehe sie die Heimreise antraten.
Festzuhalten bleibt: August Sander war sicherlich ein Mann, der die Menschen im Kreis Altenkirchen mit seiner Arbeit und seinen Werken bereicherte und der diesen Menschen sicherlich noch viele weitere Jahre in guter Erinnerung bleiben wird.

Wer Interesse hat, selbst einmal die Werke Sanders im Rahmen der Ausstellung in der SK Stiftung Kultur in Köln in Augenschein zu nehmen, kann dies bis zum 3. August täglich (außer mittwochs) von 14 bis 19 Uhr tun. (bk)
       
   
Nachricht vom 25.04.2014 www.ak-kurier.de