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Region
Finale: Polizei bittet um Toleranz
"Toleranz ist keine Einbahnstraße" heißt es in einem Appell an die Fußballfans seitens des Polizeipräsidiums Koblenz zum heutigen EM-Finale in Wien. Wir dokumentieren diesen Appell kurz vor dem Spiel im Wortlaut, zumal er Verhaltensregeln enthält, die der Freude über den (hoffentlichen) Sieg der Löw-Truppe keinen Abbruch tun..
Region. "Am Sonntag steht das Endspiel der Fußball-EM 2008 auf dem Terminplan – und Deutschland ist dabei. Eine euphorische Stimmung (fast) wie bei der WM vor zwei Jahren im eigenen Land schwappt auch durch unsere Region. Folgerichtig ist es derzeit praktisch unmöglich, dem Thema Fußball zu entkommen – ob man will oder nicht. Genauso klar ist auch, was am Sonntagabend wiederum passieren wird: Mehr oder weniger lange Autokorsos werden sich permanent hupend durch die Innenstädte winden und wildfremde Menschen werden sich jubelnd in den Armen liegen. Im Falle eines deutschen Titelgewinns sicher etwas ausgiebiger, aber auch eine Vize-Europameisterschaft dürfte nicht gänzlich ohne Jubelfeiern abgehen. Soweit so gut. Ein anderer Teil der Wahrheit sind aber auch die berechtigten Interessen der betroffenen Anwohner sowie aller Mitbürgerinnen und Mitbürger, die durch die Feiern Einschränkungen hinnehmen müssen. Gesucht wird also ein Kompromiss im Sinne eines verträgliches Miteinanders und des Respekts vor den Bedürfnissen aller Parteien.
Die Polizei erinnert vor diesem Hintergrund noch einmal in aller Deutlichkeit an einige an sich selbstverständliche Grundregeln beim Feiern:
Autokorsos:
...sind schön anzusehen aber nicht ungefährlich: Im Verlauf der EM-Endrunde haben sich im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz bisher (mindestens) vier Verkehrsunfälle im Rahmen der Korsos ereignet; dabei wurden zwei Menschen verletzt. Bei allem Verständnis muss und wird die Polizei deshalb bei Missachtung nachfolgender Vorgaben einschreiten:
-Während der Korsos nicht aus Fenstern hinauslehnen oder -hängen!
-Keine "Fahrgäste" im Kofferraum, auf dem Dach oder der Motorhaube!
-Keine Flaschen, Gläser, u.ä. aus den Fahrzeugen halten oder werfen!
-Fahnen, Banner, Schals, etc. dürfen den Fahrer nicht in seiner Sicht beeinträchtigen!
-Der Korso hat an Ampeln und Kreuzungen keine "eingebaute Vorfahrt"!
-Mit unbedachtem Verhalten von Fußgängern und Passanten rechnen!
-Auf Zeichen und Weisungen der Polizei achten!
-Klar ist natürlich auch: Alkohol und Drogen sind ein absolutes Tabu!
Wenn dann noch die zeitliche Dauer in vertretbarem Rahmen bleibt, ist schon viel erreicht.
Jubelfeiern:
...gehören natürlich dazu und sollen auch sein. Aber auch hier gilt:
- Auf befahrenen Straßen feiern und tanzen ist höchst gefährlich!
-Kreuzungen und Zufahrten für Rettungsfahrzeuge und Linienbusse müssen jederzeit frei bleiben!
-Die Regeln zur Nachtruhe sind nicht außer Kraft gesetzt und die Toleranz der betroffenen Anwohner hat berechtigte Grenzen!
-Wer draußen feiert, muss auch aufräumen – oder erst gar keinen Dreck machen: Glasscherben auf Straßen und Gehwegen, umherfliegender Unrat aller Art und Urinlachen in Hauseingängen sind auch mit hochfliegenden Emotionen nicht zu rechtfertigen.
Auf den Punkt gebracht: Wir alle sind Fans der deutschen Mannschaft und drücken ihr fest die Daumen, aber auch beim Feiern ist eine gute Portion Toleranz gefragt. Wenn das beherzigt wird, ist die Freude am Ende umso größer – und zwar für alle!
Nachricht vom 29.06.2008 www.ak-kurier.de