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Krebsvorsorge „plus“ hält nicht, was sie verspricht
Verbraucherzentrale veröffentlicht Marktcheck. Zahlreiche Gynäkologen bieten im Rahmen der Krebsfrüherkennung Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke als zahlungspflichtige „IGeL“-Leistung an. Beschwerdeforum „igel-aerger.de“ eigerichtet.
Foto: VerbraucherzentraleKnapp 350 Internetauftritte von Gynäkologen in Mainz, Köln und Berlin haben die Verbraucherzentralen Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Berlin in einem Marktcheck zu Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) untersucht. Mehr als jede zweite Praxis bietet dort solche Selbstzahler-Leistungen an. 43 Prozent der untersuchten Arztpraxen offerieren im Rahmen der Krebsfrüherkennung Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke auf ihrer Homepage. Der IGeL–Monitor des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen bewertet diese Leistungen negativ. Danach gibt es bislang keine wissenschaftlichen Studien, die den Nutzen der Untersuchung belegen. Die Patienten-Leitlinie für Eierstockkrebs vom Juli 2014 weist ebenfalls darauf hin: Studien konnten bislang keine Verringerung der Sterbefälle durch Untersuchungen zur Früherkennung von Eierstockkrebs feststellen.

Ärgerlich auch, dass auf vielen überprüften Internetseiten die Ärzte die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke als Krebsvorsorge Plus oder auch erweiterte Krebsvorsorge deklarieren und so bei den Patienten der Eindruck entsteht, dass sie nur durch die IGeL eine optimale Krebsvorsorge erhalten.

„Nur jede dritte gynäkologische Praxis weist auf der Internetseite auch darauf hin, dass Patientinnen IGeL aus eigener Tasche bezahlen müssen“, kritisiert Sabine Strüder, Referentin Gesundheit und Pflege bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Die gesetzliche Krankenkassen bezahlen diese Leistungen nicht oder nur in medizinisch begründeten Fällen.“

Patienten können ihren geballten IGeL-Ärger auf einer Internet-Beschwerdeseite der Verbraucherzentralen schildern. Das Beschwerdeforum „igel-aerger.de“ will Missstände rund um die Extras in Arztpraxen und Kliniken aufdecken. Die Verbraucherzentralen sammeln Erfahrungen von Patienten – von der Werbung in der Arztpraxis über das therapeutische Angebot bis hin zur Abwicklung der Behandlung. Anhand der erfassten Daten wollen die Verbraucherschützer prüfen, wie die geltende Rechtslage von den Ärzten eingehalten wird und an welchen Stellen Nachbesserungsbedarf besteht.
Nachricht vom 21.10.2014 www.ak-kurier.de