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Region
Info-Besuch im St. Antonius Krankenhaus
Zu einem Informationsbesuch kam eine Delegation von Bündnis 90/Die Grünen zum St. Antonius Krankenhaus Wissen. Das psychiatrische Fachkrankenhaus ist Mitglied im gemeinde-psychiatrischen Verbund Altenkirchen (GPV) der im Jahr 2013 offiziell gegründet wurde.
Informationsbesuch im St. Antonius-Krankenhaus Wissen. Foto: prWissen. Zum Besuch im St-Antonius-Krankenhaus in Wissen gehen Dr. agr. Dr. med. Rahim Schmidt, gesundheits- und forschungspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in Rheinland-Pfalz, Anne Neuhof, MdL, sowie Dr. Nils Hollenborg, Chefarzt und Ärztlicher Direktor und Mike Dörnbach, Haus-und Pflegedirektor des Antonius-Krankenhauses in Wissen in einer Pressemitteilung auf die Bedeutung der psychiatrischen Versorgung ein.

"Die Aussage des Hauses, der psychisch kranke Mensch wird in seiner Würde, in seinem so geworden sein uneingeschränkt respektiert, schafft uns ein deutliches Bewusstsein für dieses sehr sensible Thema, das in unserer Gesellschaft immer noch tabuisiert und stigmatisiert wird. Daher gilt es durch Aufklärung mit Gesprächen, aber auch durch Gesundheitsbildung in Schulen, Betrieben, Politik und im Alltag ein Verständnis und eine Offenheit für das Thema zu erreichen.

Der Bedarf an vielfältigen psycho-therapeutischen Angeboten wird auch voraussichtlich in den nächsten Jahren zunehmen. Daher gilt es sektorenübergreifend und interdisziplinär sich durch Kooperationen mit anderen Kliniken und Fachbereichen in der Versorgung zu vernetzen und so den Betroffenen professionell zu helfen.

In diesem Zusammenhang nehmen auch die Fälle für Trauma-Behandlungen von Flüchtlingen zu. Es ist unser aller Aufgabe und Verantwortung, alles zu tun, um diesen Menschen gerade durch akute Interventionen im ganzen Land zu unterstützen und anschließend durch eine nachhaltige berufliche Perspektive deren Integration erfolgreich zu stabilisieren. Dies gehört nicht nur in erster Linie zu den Aufgabenbereichen des Gesundheits- und Integrationsministeriums, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, erklärt Dr. Schmidt.
Anna Neuhof, MdL: Wir sind sehr froh, dass gerade bei uns im ländlichen Raum eine wohnortnahe Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen möglich ist. Zusammen mit ambulanten Angeboten freier Träger, der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Altenkirchen und den niedergelassenen Fachärzten ist die Region gut versorgt. Wir werden auch weiterhin einen regelmäßigen Austausch pflegen.

Als psychiatrisches Fachkrankenhaus mit einem großen Einzugsbereich in ländlich geprägter Umgebung sehen wir uns in der Verantwortung, unser Angebot in der Zukunft noch weiter zu differenzieren. Eine gelungene Kommunikation im Netzwerk, abgestufte therapeutische Programme von ambulanter, über tagesklinische bis hin zu vollstationärer Behandlung, sowie die zunehmende Einbeziehung von Erfahrungswissen unserer Patienten sind dabei Schritte auf dem Weg zu seelischer Gesundheit für die Menschen in der Region, erläutern Dr. Nils Hollenborg, Chefarzt und Ärztlicher Direktor und Mike Dörnbach, Haus-und Pflegedirektor des Antonius-Krankenhauses".

Hintergrund:
Seit Beginn 1999 versteht sich die psychiatrische Klinik als Teil des gemeindepsychiatrischen Netzwerkes. Dieses Netzwerk hatte sich zum Teil schon vorher entwickelt und versteht sich als gemeindenahes Zusammenwirken von medizinischen, psychotherapeutischen und sozialtherapeutischen Unterstützungsangeboten für psychisch kranke Menschen. Am 12. November 2013 trat die Klinik zusammen mit 15 weiteren Kooperationspartnern dem neu gegründeten "Gemeinde-psychiatrischen Verbund Altenkirchen" (GPV) bei. In einem zuvor gemeinsam erarbeiteten Kooperationsvertrag wurden die Ziele und Aufgaben des Verbundes festgelegt.

Der GPV versteht sich als "lernendes Netzwerk", in dem sich alle Partner verpflichten, im sozialen Raum des Landkreises Altenkirchen personenbezogene Hilfen für psychisch kranke Menschen anzubieten und diese mit den Hilfesuchenden abzustimmen. Wichtig ist, dass alle Hilfen zeitnah und wohnortnah erbracht werden sollen. Sie dienen der Wiedererlangung der Gesundheit und der gesellschaftlichen Integration. Die Planungsverantwortung für alle psychiatrischen Hilfen liegt beim Landkreis Altenkirchen.
Der Klinik kommt im GPV die Aufgabe zu, sozialpsychiatrisch orientierte medizinische Hilfen anzubieten. Diese werden stationär, teilstationär und ambulant erbracht. Die Klinik arbeitet dabei eng mit allen Partnern der Gemeindepsychiatrie, im Rahmen eines umfassenden Rehabilitationskonzeptes, zusammen.
Nachricht vom 01.05.2015 www.ak-kurier.de