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Schluss mit dem verkappten Schulgeld!
Gewaltige Kosten für Schulbücher zum Schuljahresbeginn belasten die Familien: Ein Leihsystem bei Schulbüchern kann Eltern entlasten, so die CDU in der Verbandsgemeinde Flammersfeld.
Flammersfeld. Die CDU in der Verbandsgemeinde Flammersfeld fordert, dass Schulbücher künftig vom Land gekauft werden. „Es ist nicht länger zumutbar, dass die Eltern von Schulkindern jedes Schuljahr aufs Neue für Hunderte von Euro Bücher und Material kaufen müssen“, erklärt der Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes. Er fordert die zuständige Ministerin auf, endlich für Lernmittelfreiheit zu sorgen, wie sie in vielen Bundesländern besteht.

Gemeindeverbandsvorsitzender Peter Messner und CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Peter Enders haben (Eichen) in den vergangenen Wochen wiederholt Gespräche zum Thema Schulbuchkauf geführt. Dabei haben viele Eltern erklärt, dass sie zu Beginn eines neuen Schuljahres mittlere dreistellige Euro-Beträge für neue Bücher ausgeben müssten. Offensichtlich werden zudem immer häufiger neue Auflagen der Bücher gedruckt, so dass das beliebte Weiternutzen gebrauchter Bücher oft nicht mehr möglich ist. Dazu kommen weitere erhebliche Kosten für Schulmaterial und so genanntes „Kopiergeld“ für die Schulen sowie Klassenfahrten..

„Das ist inzwischen ein verkapptes Schulgeld für öffentliche Schulen. Mit freiem Schulbesuch hat das fast nichts mehr zu tun. Schule hat von Anfang an kostenlos zu sein“, stellt Messner fest. Familien mit geringem Einkommen würden regelrecht in finanzielle Nöte gebracht, wie die neuen Zuschüsse für Hartz IV-Empfänger zeigten. „Bücher, Kopien und Schulmaterial für die Gestaltung des Unterrichts hat das Land zu bezahlen, schließlich besteht ja auch Schulpflicht“, fordert der Gemeindeverband.

Enders informierte den CDU-Gemeindeverband über die Forderung der Landtagsfraktion in Mainz, landesweit ein Leihsystem für Schulbücher einzuführen: „Die SPD-geführte Landesregierung hat die früheren staatlichen Leistungen in diesem Bereich gestrichen. Kaum ein anderes Bundesland lässt Familien so im Stich.“ Die SPD müsse deshalb jetzt endlich eine Konzeption
entwickeln, wie den Eltern wirksam geholfen werden kann. Ein gangbarer Weg
wäre ein Leihmodell, bei dem die Schulbücher gegen eine geringe Gebühr zur
Verfügung gestellt werden. Das entlastet die Eltern massiv und ist ein
wichtiger Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Zugleich fördert die
Leihgebühr den sorgsamen Umgang mit den ausgeliehenen Büchern.

Der CDU-Gemeindeverband fordert Ministerin Ahnen auf, die Lernmittelfreiheit für das kommende Schuljahr endlich einzuführen und die Schulen so auszustatten, dass die Lehrer ihren Unterricht ohne Geldsammlungen bei den Eltern gestalten können.
Nachricht vom 24.10.2008 www.ak-kurier.de