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Kultur
Heinrich Heine: Bitterböse und hoch aktuell
"Deutschland. Ein Wintermärchen" - Heinrich Heine blickte im Jahr 1843 auf sein geliebtes Vaterland und war entsetzt. Was würde Heinrich Heine heute schreiben, bestimmt kein "Sommermärchen" angesichts einer Gesellschaft sich immer schneller in "Arm und Reich" spaltet. Thomas Wunder rezitiert den unbequemen Dichter im "forum 26" am Samstag 27. Juni.
Thomas Wunder rezitiert Heinrich Heine. Foto: prAltenkirchen. Mit literarischer Giftspritze und eleganter Satire zieht Heinrich Heine in seinem bekannten Versepos die politischen Verhältnisse um 1840 durch den Kakao. Kleinstaaterei, Zensur, soziale Unterdrückung, deutsch-nationale Mittelalterschwärmerei und provinzielles Denken sind Zielscheibe seines Spotts. Comedy vom Feinsten, selbst nach 170 Jahren.

Die Zuhörer müssen erschrecken vom auferstehenden Kaiser Barbarossa, besuchen den halbfertigen Kölner Dom, lauschen dem Gejammer des Vater Rheins und schauen schließlich in den stinkenden Nachttopf der Hamburger Göttin Hammonia, um dort Deutschlands Zukunft zu erblicken.

Aus dem Pariser Exil, wo Heine 1843 "Deutschland. Ein Wintermärchen" schreibt, begleitet der Rezitator Thomas Wunder den Dichter auf seiner Reise über Aachen, Köln, Westfalen bis nach Hamburg. Doch bei allem Spott: Heine sehnte sich nach seinem Vaterland, aber nach einem jungen, großmütigen, weltoffenen Deutschland und einer solidarischen Gesellschaft. Auch heute ist diese Hoffnung aktueller denn je.

Nach seinem erfolgreichen Goethe-Abenden und der Darstellung des mittelalterlichen Poeten Francois Villon mit seinen deftigen Liedern und Balladen, präsentiert Thomas Wunder nun Heinrich Heine mit frischer Aktualität und kraftvollem Humor. Dieser literarische Leckerbissen verspricht eine launig-bissige Zeitreise durch Deutschland, vor allem aber einen unterhaltsamen Abend, und zwar am Samstag, 27. Juni, um 20 Uhr im „forum 26, Driescheider Weg 26 in Altenkirchen. Eintritt 10 Euro.
Nachricht vom 17.06.2015 www.ak-kurier.de