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46. Jahrmarkt in Wissen für Projekt in Ruanda
Über das diesjährige Jahrmarktprojekt der katholischen Jugend Wissen wurde abgestimmt, es soll ein vierteiliges Projekt im Süden von Ruanda unterstützt werden. Vermittler ist der Hachenburger Verein Hilfe für Ruanda. Ruanda ist das Partnerland von Rheinland-Pfalz.
Wissen. Beim kürzlich stattgefundenen Treffen der Mitarbeiter und Verantwortlichen des Jahrmarkts der katholischen Jugend von Wissen wurde darüber abgestimmt, welches Projekt in diesem Jahr, beim 46. Jahrmarkt, am 3. und 4. Oktober 2015, mit dem Erlös bedacht wird. Die Mehrheit der Anwesenden entschied, dem Projekt „Perspektiven für eine bessere Zukunft in Ruanda“ den Zuschlag zu geben. Vermittler dieses Projektes ist der Verein Hilfe für Ruanda e.V. aus Hachenburg.

Das Projekt besteht aus vier Teilen: Integration, Ernährung, bessere Lernbedingungen und einer Bücherei für mehrere Dörfer. Punktuell wird das Projekt den Menschen im Süden von Ruanda, im Bezirk Gisagara zugute kommen.

Der integrative Teil beinhaltet den Aufbau einer Strickwerkstatt für Menschen mit Behinderung im Dorf Ndora. Auf denen dort angeschafften Strickmaschinen sollen dann vornehmlich Pullover für die ruandische Schuluniform hergestellt werden. Damit soll erreicht werden, dass etwa hundert behinderte Menschen selbstständig ihren Lebensunterhalt verdienen können.

Um 1200 Schülern der Ecole Secondaire de Save eine nachhaltige und ausgewogene Mahlzeit einmal am Tag zu ermöglichen und somit der Mangelernährung entgegen zu wirken, greift hier die Hilfe zur Selbsthilfe. Etwa fünf Hektar schuleigenes Land sollen urbar gemacht werden, um darauf Obst und Gemüse anbauen zu können. Weiter ist der Erwerb von Kühen und Schweinen im Programm, damit dann weitestgehend selbst die Ernährung für die Schüler sichergestellt werden kann, die teilweise einen Schulweg von bis zu drei Stunden haben.
Durch den Bau und die Ausstattung von Klassenräumen sowie die Installation einer Regenwasserzisterne (etwa 10 Kubikmeter) sollen die äußeren und räumlichen Bedingungen an der Schule in Janja verbessert werden. Zudem ist es erforderlich die hygienische Situation, die sehr zu wünschen übrig lässt, zu verbessern.

An der Schule St. Philippe Neri ist es notwendig geworden ein Gebäude zu errichten, in dem eine Bücherei untergebracht und eingerichtet werden kann, um dem heutigen Bedarf an Wissenshunger gerecht zu werden. Den Schulen beziehungsweise den Schülern aber auch den Menschen der umliegenden Dörfer des Distrikts Gisagara wird damit die Möglichkeit geboten, Bücher auszuleihen oder dort in einem Leseraum zu lesen. Ebenso wird die Nutzung von Computern geschaffen, um auch auf diese Art sich Wissen anzueignen.

Die Kalkulation für die Gesamtfördersumme dieses vierteiligen Projektes belaufen sich auf etwas mehr als 99 000 Euro. Um dies realisieren zu können, möchte der Jahrmarkt der katholischen Jugend von Wissen seinen Teil dazu beitragen.

Ruanda, im Hochland von Zentralafrika, etwas südlich des Äquators gelegen, ist das Partnerland von Rheinland-Pfalz. Flächenmäßig ist es in etwa so groß wie Rheinland-Pfalz und das Saarland zusammen. Von den 12 Millionen Einwohnern Ruandas arbeiten circa 80 Prozent in der Landwirtschaft. Noch immer ist das Land durch den Genozid im Jahre 1994 gezeichnet, bei dem etwa 800.000 Menschen umkamen.
Nachricht vom 10.07.2015 www.ak-kurier.de