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Land fördert Testregion Betzdorf
In Mainz nahm Bürgermeister Bernd Brato den Förderbescheid von 180.000 Euro für das Projekt "Digitale Dörfer" entgegen. Neben Betzdorf gibt es noch zwei weitere Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz, die an dem wissenschaftlichen Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts teilnehmen.
Bürgermeister Bernd Brato (links) nahm in Mainz den Förderbescheid von Minister Roger Lewentz entgegen. Foto: prBetzdorf. „Mit dem Projekt soll in der Praxis erprobt werden, wie eine intelligente Vernetzung über alle Bereiche hinweg dabei helfen kann, das Leben im ländlichen Raum für Jung und Alt weiterhin attraktiv zu gestalten und damit den demografischen Wandel zu begleiten“, sagte Innenminister Roger Lewentz am Montag in Mainz bei der Übergabe der Förderbescheide an die Bürgermeister der beteiligten Verbandsgemeinden. Neben Betzdorf nehmen die Verbandsgemeinden Eisenberg und Göllheim (Donnersbergkreis in der Pfalz) am Projekt teil.

Mit einer Förderung von jeweils 180.000 Euro unterstützt das Land die Verbandsgemeinden bei ihrer Teilnahme an dem wissenschaftlichen Forschungsprojekt „Digitale Dörfer“.
Die „Digitalen Dörfer“ sind ein Teilprojekt des weit gefassten Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Smart Rural Areas“ (Intelligenter ländlicher Raum) des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern. Dabei wird untersucht, wie innovative digitale Technologien dazu beitragen können, das Leben der Menschen im ländlichen Raum zu unterstützen und zu entlasten.

„Ganz konkret soll in den Testregionen ein Logistiksystem aufgebaut werden, das zunächst den Transport von Waren und Gütern durch ehrenamtliche Helfer organisiert. Mithilfe der aktuellen Digitaltechnologie übersetzen wir so die früher übliche Nachbarschaftshilfe ins 21. Jahrhundert“, sagte der Minister. Zwei Testphasen im Jahr 2016 sollen den Nachweis erbringen, dass die intelligente Vernetzung aller zur Verfügung stehenden Digitalmodule ein funktionierendes Liefersystem auf lokaler Ebene möglich macht.

„Erst durch die intelligente Vernetzung von Diensten, Daten und sogar Dingen kann es uns gelingen, auch ländliche Regionen fit für die Zukunft zu machen. Die eigentliche Herausforderung stellt mitnichten nur der Breitbandausbau dar: Nur wenn auf sichere, zuverlässige und anwenderfreundliche, aber auch nachhaltige und wirtschaftlich rentable Lösungen zurückgegriffen werden kann, kann sich das Potenzial der Digitalisierung entfalten und Land und Leute werden davon profitieren können. Perspektivisch müssen bestehende Systeme intelligent ineinandergreifen und aufeinander abgestimmt funktionieren“, so Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer, Institutsleiter des Fraunhofer IESE in Kaiserslautern. Sobald das Modell erprobt ist, kann es je nach Bedarf auch auf andere Bereiche, wie zum Beispiel den Personentransport ausgeweitet werden.

Neben der Förderung für die Testregionen unterstützt das Land auch das Gesamtprojekt des Fraunhofer IESE mit rund einer Million Euro. Eine Anschlussförderung ab 2017 ist ebenfalls vorgesehen. „Von diesem Projekt profitieren alle: Wissenschaft, Land, und vor allem die Kommunen, die sich als moderne und offene Gemeinden positionieren können und ihren Bürgerinnen und Bürgern einen ganz konkreten Nutzen bieten“, betonte Minister Lewentz.

Begleitend startet ab Januar 2016 die lokale Kampagne "Betzdorf digital", die die Bürgerinnen und Bürger auf die Chancen der Digitalisierung aufmerksam machen und für diese Thematik sensibilisieren möchte. Dazu sind verschiedene Veranstaltungen und Projekte geplant, die im nächsten Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Erste Einblicke finden Sie aber bereits auf der Facebook- und Twitterseite unter "Betzdorf digital" oder Sie informieren sich auf der gemeinsamen Projektwebseite www.digitale-doerfer.de.

Nachricht vom 20.12.2015 www.ak-kurier.de