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Belegschafts-Spende gilt diesmal dem Lebens-Ende
Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) unterstützen mit einer Spende die ambulante Palliativversorgung. Die "Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung" (SAPV) mit Sitz in Westerburg begleitet sterbende Menschen mit einem besonderen Dienst und unterhält ein Spezialfahrzeug mit Ausrüstung sowie ein Team von besonders ausgebildeten Fachkräften. Die SAPV ist für den gesamten Westerwald zuständig.
Tanja Zimpelmann (links) und Niko Langenbach vom Personalrat übergaben die Spende an Sabine Tögel (2. von links) und Susanne Schönberger von der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung Westerwald. Foto: Silvia PattHamm. Die Belegschaft der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) hat ihre jährliche Spende übergeben. Die – wie immer von Bürgermeister Rainer Buttstedt aus privater Tasche aufgerundete – Summe ging diesmal an die „Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung Westerwald“ (SAPV). 1100 Euro standen auf dem Überweisungsträger.

Die SAPV mit Sitz in Westerburg bietet medizinische und persönliche Krisenintervention für Menschen, die zu Hause sterben wollen, und ihre Angehörigen. Eigens ausgebildete Ärzte und Palliativschwestern stehen rund um die Uhr zur Verfügung, wenn Situationen eintreten, mit denen der Kranke, seine Angehörigen oder auch der „normale“ Arzt nicht mehr zurechtkommen. Außerdem schaut speziell geschultes Personal einmal in der Woche vor Ort nach dem Rechten.

Für Fälle, in denen beispielsweise die Schmerzen trotz Medikamenten unerträglich werden oder Panik verursachende Atemnot auftritt, hält der Dienst eine umfangreiche Apotheke sowie medizinische Gerätschaften vor.

„Unsere Fahrzeuge sind halbe Intensivstationen, besser ausgestattet als ein normaler Notarztwagen“, so die Koordinatorin der SAPV, Susanne Schönberger, bei der Spendenübergabe im Rathaus. Die gesamte Ausrüstung ist mobil, denn der Einsatz hat ja ein besonderes Ziel: zu verhindern, dass der Todkranke doch ins Krankenhaus muss.

Manche Geräte oder Medikamente gehören nicht zum Leistungsumfang der Krankenkassen. Für solche Anschaffungen werden Spendengelder verwendet. Die Summe aus Hamm soll zur Anschaffung von besonders kleinen und leichten Schmerzpumpen verwendet werden.

Die Leiterin der SAPV Westerwald, Sabine Tögel, hofft, dass die Spende daneben auch dazu führt, dass der Dienst im Kreis Altenkirchen bekannter wird. Obwohl er für den ganzen Westerwald zuständig und besonders im Unterkreis Altenkirchen auch personell gut aufgestellt ist, besteht hier noch Informationsbedarf.

Öffentlichkeit herzustellen, war auch einer der Gründe, aus dem die Beschäftigten der VG Hamm diesen Spendenempfänger ausgewählt haben. Eine Mitarbeiterin, die selbst schon bei einem Sterbefall in der engen Familie von der SAPV unterstützt wurde: „Den Leuten, die mich darauf verwiesen haben, werde ich ewig dankbar sein, und ich möchte, dass auch andere Menschen von der Möglichkeit erfahren.“

Neben den rund 1000 Euro, die von den Mitarbeitern jährlich für den guten Zweck gespendet werden, gibt es noch ein weiteres soziales Engagement der Beschäftigten der VG Hamm: Drei Patenkinder aus SOS-Kinderdörfern in Entwicklungsländern werden fortlaufend unterstützt.


Zur Info: SAPV
Der Stützpunkt Westerwald der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung gehört zum Evangelischen Verein für Innere Mission in Nassau (EVIM). Dieser wiederum ist eine gemeinnützige Organisation und Träger von 50 sozialen Einrichtungen und Diensten in Hessen und Rheinland-Pfalz. Über 1900 Mitarbeitende und 530 Ehrenamtliche sind dort beschäftigt. EVIM ist Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.
Nachricht vom 24.06.2016 www.ak-kurier.de