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Politik
SPD Wissen will mehr Bürgerdialog
Die Standortfrage eines neuen Rathauses beschäftigt erneut die SPD in Wissen. In einer Pressemitteilung weist der Ortsvereinsvorsitzende Thorsten Wehner auf den Leerstand der früheren Realschule hin. Auch seien die Kostenschätzungen Sanierung/Neubau nicht vergleichbar, da fehlerhaft.
Wissen. Die SPD in Wissen hat sich noch mal intensiv mit dem Standort eines neuen Rathauses in Wissen befasst. Notwendig wurde das aus Sicht der SPD, weil sich aufgrund des Leerstandes des ehemaligen Gebäudes der Marion-Dönhoff-Realschule Plus eine völlig neue Situation ergeben hat. Der Wissener SPD-Vorsitzende Thorsten Wehner hält es für nur schwer vermittelbar, wenn ein solches zentrales und historisch wertvolles Gebäude komplett ungenutzt bliebe. Weiterer Leerstand sei unbedingt zu vermeiden. Wehner kann sich daher dort gut ein neues Rathaus für Wissen vorstellen.

Der gleichen Meinung ist auch Verbandsgemeinde-Fraktionssprecher Josef Schwan. Er führt dabei insbesondere auch die finanzielle Lage der Verbandsgemeinde (VG) Wissen ins Felde. Bei der Verschuldung besetze die VG schon jetzt einen der Spitzenplätze im Kreis und die Ortsgemeinden würden unter der hohen Umlage ächzen. Für Schwan habe daher der sparsame und wirtschaftliche Einsatz der Mittel die höchste Priorität. Die Sozialdemokraten halten auch die beiden Kostenschätzungen zu Sanierung im Altbestand und dem Neubau für nicht wirklich vergleichbar. So habe man quasi beim Umbau des ehemaligen Realschule-Gebäudes den höchsten Standard angelegt, beim Neubau aber Maßnahmen nicht mit eingerechnet (z.B. Erschließungskosten) oder mit veralteten Energierichtwerten geplant. Das sei aber für Schwan nicht ehrlich und daher auch nicht akzeptabel. Außerdem bestünde die Chance eine Kreiseinrichtung in dem großen Gebäude unterzubringen.

Auch der Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion Jürgen Linke sieht in der Sanierung im Altbestand eine wichtige Option für die Stadtentwicklung. Die Interessen des Einzelhandels seien Linke besonders wichtig. Deshalb bereite ihm der Wegfall von über 100 zentraler Parkplätze bei einem Neubau schon Bauchschmerzen. Das Gebiet um die Westerwaldbank habe für die Stadt eine starke Bedeutung für die Zukunft. Vielleicht habe man die Tür zur Konzeption der „Neuen Mitte“ ja doch zu voreilig zugeschlagen.

Diese Position unterstrich auch Wehner. Am derzeitigen Rathausstandort hält er „Norma" für den idealen Kandidaten. "Das Areal um die Westerwaldbank bietet zusätzlich enormes Potenzial für die Innenstadt. Hier benötigen wir dann einen Publikumsmagneten und gesteigerte Aufenthaltsqualität", erklärt Wehner. Die SPD will auf jeden Fall verstärkt in einen Bürgerdialog treten, damit man das Beste für die Stadt Wissen und die Verbandsgemeinde beschließen könne.
Nachricht vom 05.09.2016 www.ak-kurier.de