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Unfallstatistik der PI Betzdorf fällt aus dem Rahmen
Die Unfallzahlen des Bundes, des Landes und der Polizeidirektion Neuwied sind bereits veröffentlicht. Auch wenn es offiziell heißt, die Zahl der Verkehrstoten sei auf einem Tiefststand, trifft das für den Dienstbezirk der Polizei Betzdorf und der Wache Wissen nicht zu. Im Jahr 2016 kamen fünf Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, im Jahr 2015 niemand. Die PI Betzdorf wirft in ihrem Bericht zu den Unfallzahlen auch einen Blick auf die Ursachen, soweit nachvollziehbar ermittelt.
Symbolfoto: AK-KurierBetzdorf/Wissen. Am 22. Februar wurde vom Ministerium des Inneren und für Sport die Verkehrsunfallbilanz 2016 veröffentlicht. Bezüglich der Situation in den Bereichen der PI Betzdorf sowie der PW Wissen wird auf den Bericht der Polizeidirektion Neuwied verwiesen. Darüber hinaus ergeben sich für die oben genannten Dienstgebiete jedoch folgende Ergänzungen:

Gesamtzahl der Verkehrsunfälle:
Die Unfallzahlen sind im Jahr 2016 auf 2618 gestiegen (PI: 2051; PW: 567). Dies entspricht einem Plus von insgesamt 87 Unfällen (knapp 3,5 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Auf Landesebene ist ein Anstieg von 2,6 Prozent festzustellen. Die Unfälle ereigneten sich etwa zu zwei Drittel innerhalb und zu einem Drittel außerhalb geschlossener Ortschaften.

Anzahl der Getöteten:
2016 ereigneten sich fünf (PI: 4; PW: 1) tödliche Verkehrsunfälle, im Jahr 2015 0. Eine genaue Erklärung, warum es in 2016 einen solch drastischen Anstieg von Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang im hiesigen Bereich gab, liegt nicht vor. Diesbezüglich ist jedoch darauf hinzuweisen, dass es oftmals nur vom Zufall abhängt, ob eine Person einen Unfall schwerverletzt überlebt oder ihren Verletzungen erliegt.
Die jeweils festgestellten Unfallursachen lassen aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit keinen einheitlichen Schwerpunkt erkennen. In zwei Fällen dürfte nicht angepasste Geschwindigkeit der Grund für die Unfälle gewesen sein. Dabei wurden sowohl ein Motorrad- sowie ein PKW-Fahrer, welcher zugleich den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatte, getötet. Darüber hinaus wurde ein Fahrradfahrer beim Überqueren der Fahrbahn auf einem Fußgängerüberweg von einem PKW erfasst und tödlich verletzt. In einem weiteren Fall dürfte eine Vorerkrankung des verstorbenen Fahrers zumindest mitursächlich für den Unfall gewesen sein.

Besonders besorgniserregend ist die vermutliche Ursache eines Unfalls, bei dem eine 18-jährige PKW-Fahrerin ums Leben kam. Aufgrund der Gesamtumstände ist es wahrscheinlich, dass die junge Frau während der Fahrt ihr Smartphone benutzte und es dadurch zu dem folgenschweren Unfall kam. Der zweifelsfreie Nachweis der Unfallursache "Ablenkung" gestaltet sich oftmals schwierig, weshalb in diesem Bereich eine hohe Dunkelziffer zu vermuten ist. Das Risiko, welches durch die Nutzung von Smartphones oder Mobiltelefonen während der Fahrt entsteht, wird von vielen Menschen unterschätzt.

Die Polizei appelliert daher an alle Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführer, ihre mobilen Endgeräte während der Fahrt konsequent wegzulegen und gleichzeitig stumm zu stellen oder sogar ganz auszuschalten. Zudem werden zukünftig vermehrt entsprechende Kontrollen im Bereich der Polizeiinspektion Betzdorf sowie der Polizeiwache Wissen durchgeführt werden. Wer entgegen § 23 der Straßenverkehrs‐Ordnung ein Fahrzeug führt und dabei verbotswidrig ein Mobiltelefon benutzt, riskiert neben der erhöhten Unfallgefahr ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einen Punkt.

Anzahl der Schwerverletzten:
Entgegen der landesweiten Entwicklung kann bei Unfällen mit Schwerverletzten ein
deutlicher Rückgang festgestellt werden. Insgesamt reduzierte sich die Anzahl von 73
auf 58 Unfälle mit Schwerverletzten, was einem prozentualen Rückgang von knapp 21 Prozent entspricht. Während die Anzahl der Schwerverletzten bei der PW Wissen unverändert bei 13 Personen lag, reduzierte sich die Zahl bei der PI Betzdorf von 68 auf 51 Personen.

Anzahl der Leichtverletzen:
Die Anzahl der Unfälle mit Leichtverletzten ist insgesamt auf 224 gestiegen (2015: 207).
Bei der regionalen Betrachtung lassen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen
den beiden Dienststellen erkennen. Im Bereich der PI Betzdorf ist ein Anstieg von über 13 Prozent (2015: 159 VU und 2016: 180 VU) zu verzeichnen. Dabei wurden insgesamt 247 Personen und somit acht mehr als im Vorjahr leicht verletzt. Bei der PW Wissen hingegen ist ein Rückgang von etwa acht Prozent der Unfälle mit Leichtverletzten festzustellen (2015: 48 und 2016: 44). Die Anzahl der Leichtverletzten lag jedoch bei unverändert 64 Personen.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort:
2016 wurde in 510 Fällen wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort ermittelt (2015:
450). Dies entspricht etwa 20 Prozent aller Verkehrsunfälle. Die Aufklärungsquote beträgt circa 38 Prozent. An dieser Stelle wird nochmals darauf hingewiesen, dass es sich beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort um eine Straftat gemäß § 142 StGB handelt und dort eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren vorgesehen ist.

Unfälle unter Beteiligung junger Fahrer (15-24 Jahre):
2016 ereigneten sich im Bereich der PI Betzdorf 547 VU unter Beteiligung junger
Fahrer. Im Bereich der PW Wissen waren es weitere 169. Insgesamt somit 716 solcher Unfälle, wobei es in 114 Fällen zu Personenschäden kam. Von den Verkehrsunfällen mit
Personenschäden wurden 84 von den jungen Fahrern verursacht. Insgesamt wurden 159 Personen verletzt, zehn davon schwer, und eine Person getötet. Ein Anstieg im Vergleich zu dem Jahr 2015. Im Jahr 2015 ereigneten sich insgesamt 686 Unfälle unter Beteiligung junger Fahrer. Dabei wurde keine Person getötet, 39 schwer und 135 leicht verletzt.

Verkehrsunfälle unter Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer:
Im Bereich der PI Betzdorf und der PW Wissen reduzierte sich die Anzahl dieser Unfälle
von 103 auf 77. Dabei wurden 2016 insgesamt 61 Personen verletzt, 19 davon schwer, und
eine Person getötet. 2015 wurde zwar niemand getötet, jedoch wurden 75 Personen
verletzt, davon 20 schwer. (PM der PI Betzdorf)
Nachricht vom 03.03.2017 www.ak-kurier.de