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Nachricht vom 23.04.2017
Region
Sonderausstellung "Rund um den Stegskopf" im Bergbaumuseum eröffnet
Der Arbeitskreis Heimatgeschichte im Daadener Land präsentiert bis 20. August eine Sonderausstellung "Rund um den Stegskopf" im Bergbaumuseum des Landkreises in Herdorf-Sassenroth. Die wechselvolle Geschichte des Gebietes mit seinen Naturschätzen, dem einstigen Truppenübungsplatz mit Sperrgebiet, Skigebiet und natürlich auch die jüngste Geschichte als Flüchtlingsaufnahmeeinrichtung.
Ulrich Meyer, Michael Bender, Landrat Michael Lieber und Museumsleiter Achim Heinz neben einem Exponat der Sonderausstellung "Rund um den Stegskopf". Foto: anna Herdorf-Sassenroth. Kaum ist die letzte Sonderausstellung „Schätze der Tiefe“ aus dem Kreisbergbaumuseum abgebaut, da lud der Landrat Michael Lieber zur nächsten Vernissage einer weiteren Sonderausstellung ein. „Rund um den Stegskopf“, so lautet der Titel der aktuellen Sonderausstellung, die der Arbeitskreis Heimatgeschichte Daadener Land präsentiert.

So galt der Dank des Landrates zum einen den aktiven des Arbeitskreises und natürlich dem Museumsleiter Achim Heinz, der durch seine Sonderausstellungen die Lokalität des Kreisbergbaumuseums bekannt mache. Der Stegskopf sei ein Teil der Heimat und viele Menschen interessiere es auch, wie es mit dem Areal dort jetzt weiter gehen werde. Dazu könne er selbst allerdings auch nicht viel sagen, so der Landrat. Ein großer Teil zähle nun zum nationalen Naturerbe und unterstehe der BIMA. Er selbst hoffe, dass dieses Naturerbe auch einmal erlebbar gemacht werde, doch das dauere noch seine Zeit. Lieber erinnerte auch daran, dass der Stegskopf Weltgeschichte geschrieben habe. So seien dort vor 28 Jahren Flüchtlinge aus der Prager Botschaft einquartiert worden und nun vor zwei Jahren seien Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern dort untergekommen.

Museumsleiter Heinz erklärte den Besuchern der Ausstellungseröffnung, dass im Rahmen des Konzeptes „Museum im Museum“ eine weitere tolle Ausstellung gelungen sei. Es habe viel Spaß gemacht, diese gemeinsam mit den Mitgliedern des Arbeitskreises aufzubauen. Die hiesige Region nannte Heinz eine „Region mit vielen besonderen Bergen“ und einer davon sei sicherlich der Stegskopf.

Ulrich Meyer, vom Arbeitskreis Heimatgeschichte Daadener Land ergänzte, dass dies die erste Dauerausstellung für den Arbeitskreis sei. Man habe den Stegskopf dazu in elf verschiedenen Gebieten abgebildet. Sein Dank galt sowohl Heinz als auch allen Mitwirkenden und denen die Leihgaben zur Ausstellung zur Verfügung stellten. Meier zeigte sich erfreut, dass auch Menschen außerhalb des Arbeitskreises an der Ausstellung mitgewirkt haben.

Federführend in die Hand genommen und viele Vorarbeiten zur Ausstellung geleistet hat Michael Bender aus Daaden. Neben den Bildern, Dokumenten und Exponaten zeigt die Ausstellung auch ein Video von Andreas und Michael Bender. Die Ausstellung widmet sich zum einen der Natur, dem Pflanzenreichtum und den dort lebenden Tieren, sowie den Wandermöglichkeiten. Des Weiteren wurde auch auf dem Stegskopf der Abbau von Bodenschätzen wie Braunkohle, Quarzit und Basalt betrieben, das Bong´sche Malwerk bot Arbeit und Brot.

Auch einen Aussichtsturm, zuerst in Holzbauweise dann aus Stahl gab es auf dem Stegskopf und stand dort bis zu seiner Sprengung 1981. Legendär ist auch das Skigebiet Stegskopf und die Siegfried Hütte. Ein Modell dieser Hütte hatte Walter Lenz aus Daaden der Ausstellung beigesteuert. Hellfried Krah aus Emmerzhausen hat gar die ganze Skisprungschanze Emmerzhausen maßstabgetreu nachgebaut und auch die ersten Skier von Siegfried Koch aus dem Jahr 1895 stellte das Heimatmuseum Daaden der Ausstellung zur Verfügung.

Ein weiteres Thema ist natürlich die militärische Nutzung des Areals, die über viele Jahrzehnte das Gebiet zum Sperrgebiet machte und deren Geschichte in der Ausstellung natürlich ebenso seinen Platz findet. Zudem kann der Besucher die Entstehungsgeschichte des Westerwald-Liedes nachlesen. Auch ein Modell der Steinches Mühle von Reinhard Hirsch aus Friedewald ist in der Ausstellung zu sehen.

Dies alles kann nun bis zum 20. August täglich von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, außer montags, im Kreisbergbaumuseum angeschaut werden. (anna)
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