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Daaden feierte die Ernennung zur Stadt
Es lässt sich gar nicht genau sagen, wer am Sonntag nun am meisten strahlte, die Sonne vom Himmel oder die Daadener, die sich über die Ernennung ihres Ortes zur Stadt freuten, allen voran natürlich der neue Stadtbürgermeister Walter Strunk. Die Daadener, sichtlich stolz auf den Titel Stadt, feierten mit vielen Gästen ein tolles Fest, an dem sich zahlreiche Vereine beteiligten.
Mit großer Freude nahm Stadtbürgermeister Walter Strunk die Urkunde zur Ernennung der Stadt Daaden von Minister Roger Lewentz entgegen. Fotos: annaDaaden. Eines steht auf jeden Fall fest, mit dem historischen Ereignis, der Verleihung der Stadtrechte ist so manchem Daadener ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. Wie Reiner Gerhardus am Rande der Veranstaltung in einem persönlichen Gespräch mit dem AK-Kurier erinnerte, hatte er schon vor 15 Jahren angeregt, die Stadtrechte für Daaden zu beantragen. Damals war die Zeit jedoch wohl noch nicht reif, aber im vergangenen Jahr wurde der Antrag gestellt.

Wie Bürgermeister Walter Strunk in seiner Rede erklärte entschied der damalige Ortsgemeinderat von Daaden am 20. Juli 2016 die Stadtrechte für Daaden zu beantragen. Einen Tag später übergab Strunk an Landrat Michael Lieber einen 72 Seiten starken Antrag mit der Bitte um Weiterleitung an die Landesregierung nach Mainz. Die Landesregierung, die ADD und die Kreisverwaltung standen dem positiv gegenüber. Am 7. März 2017 teilte der Innenstaatssekretär Günter Kern die positive Entscheidung des Ministerrates Strunk persönlich mit. Somit ist Daaden nun die 130. Stadt in Rheinland-Pfalz. Strunk sprach allen Entscheidungsträgern, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und allen Ministerinnen und Ministern seinen persönlichen Dank aus.

Zur Feier des Tages begrüßte er den Innenminister Roger Lewentz und Staatsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, ebenso den Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel, den Landtagsabgeordneten Michael Wäschenbach, die stellvertretende Präsidentin der ADD Trier, Begona Hermann, Landrat Michael Lieber, den VG-Bürgermeister Wolfgang Schneider, den ehemaligen Ortsbürgermeister Günter Knautz und viele weitere Vertreter aus der Kommunalpolitik und der heimischen Wirtschaft. Ehrenbürger und Staatsminister a. D. Hans-Arthur Bauckhage konnte allerdings wegen eines lange zuvor gebuchten Urlaubs nicht an der Feierlichkeit teilnehmen.

Strunk erinnerte noch einmal in Stichworten an die Beweggründe und das so genannte „städtische Gepräge“, die Daaden zum Titel einer Stadt befähigt haben. So sei Daaden ein äußerst attraktiver Wohnort mit starken Industrie und Gewerbebetrieben. Daaden ist Verwaltungssitz, hat drei Kindergärten und drei Schulen, vielfältige öffentliche Einrichtungen wie Bürgerhaus, Bürgersaal (Biersdorf), Freibad, Fußballplatz und so weiter. Viele Menschen betätigen sich ehrenamtlich, es gibt ein reges Vereinsleben, lebendige Kirchengemeinden und noch so einiges mehr. Auch kann Daaden eine hohe Beschäftigungszahl vorweisen, eine geringe Pro-Kopf-Verschuldung und eine hohe Steuerkraft, mit 1030 Euro mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt im Land. Abschließend sagte Strunk: „Gemeinsam mit dem Gemeinderat und seinen Ausschüssen bin ich mir sicher: Zur weiteren Stärkung der Gemeindeentwicklung stellt der Erhalt der Stadtrechte für Daaden einen weiteren wichtigen Baustein dar.“

Im Anschluss folgte der Auftritt der jüngsten Städter, mehr als 60 Kinder aus drei Kindergärten sangen gemeinsam „Daaden ist ´ne schöne Stadt.“ Minister Lewentz lobte zu Beginn seiner Rede die phantastisch organisierte Feier und äußerte sich anerkennend zum Stolz der Daadener über den Titel der Stadt. Dieser Stolz sei schon bei der Einfahrt in den Ort sichtbar geworden, denn schon alle Ortsschilder und Willkommensschilder sind mit dem Titel „Stadt Daaden“ versehen. Lewentz erklärte, dass der gut ausgearbeitete Antrag, sowie der Vortrag von Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Parlament nur zu einer Zustimmung hätten führen können.

Daaden habe in den vergangenen Jahrzehnten eine tolle Entwicklung genommen. Gleichwohl berichtete der Minister aber auch, dass mit der Verleihung des Stadttitels keine weiteren Rechte verbunden wären. Zur großen Freude aller Verantwortungsträger überbrachte der Minister dann aber neben der Urkunde und einer Fahne mit dem Aufdruck 70 Jahre Rheinland-Pfalz noch einen Bewilligungsbescheid über 750.000 Euro für die neue Stadt. Auch die Weitefelder erhielten einen solchen Bescheid in Höhe von 250.000 Euro, den hatte Lewentz der Einfachheit halber gleich mitgebracht und überreichte diesen an den Ortsbürgermeister Karl Heinz Keßler.

Natürlich wollte auch der Daadener Turnverein zur Feierstunde einen Beitrag liefern und so trug die Singegruppe gemeinsam mit einem Chor von Turnkindern das „Doorer Platt Lied“ vor. Eine mittelalterlich gewandete Gruppe aus Mauden, angeführt vom Herold Schiwwerisch von Mauden (Manfred Rosenkranz) betrat danach die Gruppe. Nach einer lustigen Rede des Herolds erhielt Walter von der Strönkerisch (Walter Strunk) vom Ritter von Mauden eine Richtmeisterkette, auf der zum einen das Stadtwappen von Daaden und auf der Rückseite das Wappen der Ritter von Mauden abgebildet war.

Glückwünsche zur neu ernannten Stadt Daaden sprachen der Landrat und der VG-Bürgermeister aus. Beide kündigten an, demnächst je einen Baum als Geschenk für die neue Stadt zu überbringen. Bürgermeister Wolfgang Schneider hatte zudem das Goldene Buch der VG-Verwaltung mitgebracht in das sich im Anschluss Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Roger Lewentz eintrugen. Abschließend bedankte sich Stadtbürgermeister Strunk bei allen Mitwirkenden der Feierstunde, der Daadetaler Knappenkapelle, den Rednern und den Rittern von Mauden. Danach ließen die Landespolitiker am Stand des Aktionskreises Daaden je einen bunten Luftballon in den blauen Himmel aufsteigen. Denn die Festlichkeit fand im Rahmen der 14. Kulinarischen Meile und somit dem ersten Stadtfest Daadens statt.

Von dort führte der Weg die Delegation zur nahen Barockkirche. In deren Schatten pflanzte Minister Roger Lewentz mit Hilfe von Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler einen Amberbaum, einen so genannten Lutherbaum zum Luther-Jubiläumsjahr. Hintergrund war der, dass die evangelische Kirchengemeinde Daaden sich am Luthergarten von Wittenberg beteiligt hat und dort einen Baum pflanzte. Im Gegenzug sollte nun auch ein Baum in Daaden gepflanzt werden, wozu man das Fest der Ernennung zur Stadt gewählt hatte. Im Beisein von Initiator Thorsten Bienemann, dem Baukirchmeister Willi Jung, Pastor Steffen Sorgatz, dem Posaunenchor und vieler weiterer Zaungäste fand diese Baumpflanzung in feierlichem Rahmen einer kleinen Andacht statt. Ein Dank galt den Sponsoren, die diese Aktion ermöglicht haben. (anna)
   
Nachricht vom 12.06.2017 www.ak-kurier.de