AK-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Altenkirchen
Vereine
Thema Brandschutz in Brunken begeisterte
Die FWG Selbach lud am Donnerstag, 19. Oktober zu ihrer 2. Herbstinfo zum Thema Brandschutz ins Musikhaus Brunken ein. Referent war Dieter Dornhoff von der Feuerwehr Wissen.
Dieter Dornhoff von der Feuerwehr Wissen referierte zum Thema Brandschutz. Foto: Freie Wählergruppe Ortsgemeinde Selbach e.V. (FWG) Selbach-Brunken. Die Freie Wählergruppe Selbach (FWG) wurde im Rahmen ihrer Bildungsreihe auch mit der 2. Herbstinfo zum Thema Brandschutz im Haushalt ihrem Anspruch gerecht, den Bürgern handfeste Alltagsempfehlungen darzureichen. Matthias Grohs, stellvertretender Vorsitzende der FWG begrüßte den Referenten Dieter Dornhoff von der Feuerwehr Wissen sowie die Zuhörer und brachte seine Freude zum Ausdruck, die Veranstaltung erstmalig in den Räumlichkeiten des Musikvereins Brunken ausrichten zu dürfen. Mit Dieter Dornhoff, seit über vier Jahrzehnten in der Feuerwehr aktiv, konnte nicht nur ein höchst kompetenter und erfahrener Experte gewonnen werden, sondern auch ein Selbacher Einwohner, wodurch das FWG-Motto „Bildung von Bürgern für Bürger“ umgesetzt wurde.

Dornhoff ging zunächst auf die gesetzlichen Grundlagen der Brandbekämpfung und des Rettungswesens ein. Die Zuständigkeit liegt bei der Verbandsgemeinde. Hierbei betonte er, dass sich die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Wissen mit ihren drei Löschzügen aus 125 Personen rekrutiert, die ausschließlich ehrenamtlich tätig sind. „Da kommt so manche Stunde zusammen“, stellte er fest. Statistische Zahlen offenbaren die anhaltende Problematik gerade im häuslichen Bereich. So betrifft jeder vierte der rund 200.000 bundesweiten Feuerwehreinsätze Privathaushalte und über 20% der Brände sind auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. Aufklärungs- und Informationsveranstaltungen wie diese sollen dazu beitragen, die Zahl der jährlich 400 Brandtoten in Deutschland zu senken.

Dieter Dornhoff ging auf die verschiedenen Brandklassen und Löschmittel detailliert ein. Im Wohnbereich empfahl er einen Schaumlöscher für die Brandklasse F (Fettbrandlöscher), dagegen im Keller- und Hobbybereich einen ABC-Pulverlöscher. Neuartige praktische Lösch-Spraydosen können hilfreich sein, Bränden im sehr frühen Anfangsstadium den Garaus zu machen. Die größte Gefahrenquelle sieht der Feuerwehrmann in der Küche. Das richtige Platzieren von Rauchmeldern (Dornhoff: „Man sollte auch Kohlenmonoxid-Melder in Erwägung ziehen!“) erklärte der Fachmann ebenso wie den Umgang mit Elektrogeräten, welche die häufigste Brandursache darstellen. Hier mahnte er beispielsweise, Lüftungsschlitze von Monitoren nicht zuzustellen, um die Luftzirkulation zu gewährleisten, Stromkabel nicht zu quetschen und bei Mehrfachsteckdosen auf die Qualität zu achten. Sensibilisiert wurden die Teilnehmer auch für die Risiken im Zusammenhang mit Kerzen, die in der nahenden (Vor-)Weihnachtszeit wieder verstärkt Einzug in die heimischen vier Wände halten werden. Bereichert wurde der umfangreiche und kurzweilige Vortrag durch kleine Filmsequenzen, aber auch Fragen und Praxistipps aus dem Publikum.

In nachdenkliche Gesichter schaute Dornhoff als es um das Thema Rettungskette ging – „wann war mein letzter Erste-Hilfe-Kurs, schaffe ich eine vollständige Notrufabsetzung?“, solche Fragen gingen sicherlich dem einen oder anderen Zuhörer durch den Kopf. Der Referent erläuterte ausführlich diese lebenswichtigen Aspekte und appellierte, bereits beim Parken des eigenen Fahrzeugs entlang von Straßen an die Rettungskette zu denken: Rettungsfahrzeuge benötigen mindestens drei Meter Durchfahrbreite! Beim Notruf erinnerte er daran, eine sehr genaue Ortsbeschreibung durchzugeben, zumal es im Kreis Altenkirchen einige Ortschaften gibt, die die gleiche Bezeichnung haben (Beispiel Neuhöfchen). Diese ungünstige Situation macht es der Rettungsleitstelle bisweilen nicht einfach.

Zum Höhepunkt des Informationsabends begab sich die Gesellschaft nach draußen, wo Dieter Dornhoff technische Vorkehrungen getroffen hatte, um einen Fettbrand zu demonstrieren und fachgerecht zu löschen. „Brennendes Fett oder Öl niemals mit Wasser bekämpfen“, rief Dornhoff der staunenden Gruppe zu und verdeutlichte seine Warnung mit einer fulminanten, über fünf Meter hohen Stichflamme, die durch die Beigabe von gerade einmal einem kleinen Glas Wasser in brennendes Fritteusenfett in den schwarzen Herbsthimmel stieg. Auf ein lautes Raunen folgte sogleich ein noch lauteres Klatschen für Dieter Dornhoff als Dank für seine gelungene Präsentation. Matthias Grohs zeigte sich im Namen aller Anwesenden erkenntlich und überreichte ein kleines Präsent.

--
PM Freie Wählergruppe Ortsgemeinde Selbach e.V. (FWG)
Nachricht vom 20.10.2017 www.ak-kurier.de