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In altem Haus entsteht Kommunikationsstätte
Zu einer Kommunikationsstätte möchte die Ortsgemeinde Bitzen ihr Anwesen in der Siegstraße in Dünebusch umgestalten. Das gemeindeeigene Gebäude kann auf eine über 100 Jahre alte Tradition zurückblicken. Nun soll hier ein gemütlicher Treffpunkt der Generationen entstehen.
Bitzen. Das heutige gemeindeeigene Gebäude kann auf eine über 100-jährige Tradi­tion zurückblicken. Viele Menschen sind hier ein- und ausgegangen, schrieben eine ab­wechs­lungsreiche Geschichte. In den nächsten Monaten sollen gemeindliche Räume sowie ein "gemütlicher Treffpunkt" für Jung und Alt eingerichtet werden.
Erstmals, so erzählen Dokumente, wurde das Anwesen im Jahre 1904 in einer "Reinkarte der Zusammenlegungssache von Dünebusch" erwähnt. Verzeichnet ist ein Gebäudetrakt mit einem Wohnhaus und einem angebauten Ökonomiegebäude. Die Eigentümerin Wilhelmine Rötzel-– in der Bevölkerung ‚Franz Min’ genannt - ließ das Ökonomiegebäude, vermutlich eine Scheune, abreißen und durch einen zweigeschossigen Anbau mit zwei Dachgauben er­setzen.
Dieser Anbau wurde im Erdgeschoss als "Saal" genutzt. Im Dachgeschoss befanden sich Zimmer. Im links vom Anbau befindlichen Wohnhaus war ein kleines Kolonial- und Gemischtwarenlädchen eingerichtet. Den "Saal" nutzte die Bevölkerung für Feierlichkeiten sowie der 1907 gegründete Turnverein "Germania" Bitzen als ersten Turnraum, bis die Turner in den neu errichteten und vor allem größeren "Rompfs Saal" in Bitzen überwechsel­ten.
"Franz Mins Sälchen" wurde auch vom MGV Dünebusch bis zur vorläufigen Einstel­lung der Singetätigkeit zu Beginn des zweiten Weltkrieges als Probenlokal genutzt. In den letzten Kriegstagen 1945 erlitt die Besitzung beim Beschuss der Ortsgemeinde Bitzen starke Beschädigungen; fast die komplette linke Haushälfte musste daraufhin abgerissen werden. Vom ursprüng­lichen Wohnhaus existieren heute nur noch der Eingangsbereich und der eigentliche "Saal".
Die Eigentümerin verstarb unverheiratet am 27. August 1935. Sie hinterließ keine Erben und auch keine Bestimmung über die weitere Verwendung des Anwesens. Die Ortsgemeinde Bitzen übernahm die Beseitigung der Kriegsschäden und die Umgestaltung zum Wohnhaus - in den Nachkriegsjahren war Wohnraum überaus knapp -, führte notwendige Reparaturen durch, zahlte Steuern und Abgaben. Am 31. August 1972 erwirkte die Gemeinde ein Aus­schluss­urteil beim Amtsgericht Altenkirchen und wurde ab diesem Zeitpunkt als Eigentü­merin im Grundbuch eingetragen. Bis März 2008, also 36 Jahre, war das Gebäude zu Wohnzwecken ver­mietet.
Im Rahmen der Aufstellung des Dorferneuerungs-Konzeptes trat das Gebäude aktuell in den Fokus des Interesses, vor allem des neu gegründeten Arbeitskreises, der Ideen für die Dorfer­neuerung und Bitzens Zukunft sammelt, sowie Änderungs- und Verbesserungswünsche zusammenträgt und Themenschwerpunkte erarbeitet. Die Arbeitskreismitglieder stellten fest, dass die Bürgerschaft der Berggemeinde einen gemütlichen Treffpunkt zur Kommunikation vermisst.
Der Ortsgemeinde Bitzen selbst fehlen Räumlichkeiten für die Unterbringung von gemeindli­chen Akten und Archivmaterial sowie ein Tagungsraum für Besprechungen und Sitzungen. Was lag also näher, sich mit Planungen für die zukünftige Verwendung des gemein­deeigenen Hauses in der Siegstraße 24 zu befassen. Nach einem Grundsatzbeschluss des Rates vom 25. September 2008 sehen die gemeinsam mit dem Hammer Bauamt erstellten Planungen vor, die ehemaligen Wohnräume im Erdgeschoss zu einem kleinen Gemeindesaal für Sitzungen, Besprechungen, Ausstellungen und zum Kommu­nizieren unter dem Motto "klein aber fein" umzugestalten. Erneuert werden sollen die sanitä­ren Einrichtungen; eine Teeküche wird neu in das Raumprogramm aufgenommen. Im Keller, die Erschließung erfolgt über eine neu herzustel­lende Außentüre, sind Lagerräume sowie die Zentralheizung vorgesehen. Das Dachgeschoss wird zur Einrichtung eines Gemeindebüros und zweier Archivräume umgenutzt. Erfreut ist man in der Berggemeinde, dass bereits För­der­mit­tel in Höhe von 50.000 Euro mit einer Zuteilung in den beiden nächsten Jahren bewil­ligt wurden. Mit den Umbauarbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden. (Rolf-Dieter Rötzel)
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Im gemeindeeigenen Haus in Dünebusch wurde über viele Jahre die Kommunikation groß geschrieben. Die Ortsgemeinde Bitzen möchte die langjährige Tradition fortführen und hier einen gemütlichen Treffpunkt sowie gemeindliche Räumlichkeiten einrichten. Fotos: Rolf-Dieter Rötzel
       
 
Nachricht vom 01.08.2009 www.ak-kurier.de