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Die Krippenbauer von Selbach wünschen sich Nachfolger
Weihnachten ohne Krippe in der Kirche - das ist für die Selbacher Krippenbauer undenkbar. Das Seniorentrio Theo Klöckner, Rudi Schmidt und Karl-Heinz Klöckner bauen Jahr für Jahr mit Liebe und Leidenschaft die Krippe neben den Altar der St. Annakirche
Theo Klöckner, Rudi Schmidt und Karl-Heinz Klöckner (von links) sind seit Jahren als Krippenbauer im Einsatz. Fotos: privatSelbach. Eine Woche vor Heiligabend schließt Theo Klöckner die ehemalige Sakristei in der Selbacher Sankt Anna Kirche auf, um einen Schatz hervorzuholen: Die große Krippe, die er vor vielen Jahren gebaut und im Laufe der Zeit immer wieder erweitert und verändert hat, wartet dort neben allerlei Utensilien, die im Kirchenjahr benötigt werden, auf ihren bestimmungsgemäßen Gebrauch.

Im wahrsten Wortsinne ist es daher auch im Selbacher Gotteshaus „Brauch“, dass an Weihnachten eine Krippe an die Geburt Jesu erinnert. Gemeinsam mit Karl-Heinz Klöckner und Rudi Schmidt macht Theo Klöckner sich mit Leidenschaft und sicherlich auch ein wenig kindlicher Vorfreude daran, die Tischplatten als Unterkonstruktion, Miniaturbauten und Figuren neben dem Altar zu errichten. Einen ganzen Tag benötigt das eingespielte Trio, das sich seit etlichen Jahren dieser Aufgabe annimmt. Zwischendurch bringen die Küsterin und die Ehefrauen zur Freude aller kleine Stärkungen vorbei.

Im Vorfeld hatten die Männer bereits frisches Moos im Wald gesammelt und kleinere Mängel ausgebessert. Während des Aufbaus ist jeder konzentriert und mit Herzblut bei der Arbeit, viel geredet wird nicht. Das ändert sich dann, wenn sie gegen Abend fertig sind. Beim Läuten der Abendglocke sitzen die Krippenbauer in der Kirchenbank und betrachten zufrieden ihr Werk, zu dem auch die beiden großen Weihnachtsbäume gehören, die sie selbst geschlagen, aufgestellt und mit Lichterketten versehen haben. Das eine oder andere Schwätzchen wird gehalten und manchmal ertönen sogar ein paar Weihnachtslieder in der schummrig erleuchteten Annakirche.

Besonders die Kinder mit ihren leuchtenden Augen zieht es an den Weihnachtstagen zu der liebevoll gestalteten Landschaft im Chorraum, um zu staunen und zu entdecken: Hirten mit ihren Schafen, kleine Stege, die zu Siedlungen führen, ein Brunnen und, wie es sich für Selbach gehört, darf auch ein kleiner Bachlauf mit plätscherndem Wasser nicht fehlen. Einige der bunt bemalten Gipsfiguren sind schon viele Jahrzehnte alt. Die große Fachwerkherberge mit angrenzendem Stall steht im Mittelpunkt der Szenerie und das Wichtigste wird Theo Klöckner selbstverständlich erst am Heiligen Abend platzieren: Das Jesuskind in der Krippe.

Die Herren würden sich freuen, wenn in den nächsten Jahren auch jüngere Hände mit anpacken würden, um die Kniffe beim Aufbau zeigen und den Brauch fortführen zu können, denn was wäre das Fest der Liebe ohne eine Krippe?
Fotos (privat): Theo Klöckner, Rudi Schmidt, Karl-Heinz Klöckner (von links)
 
Nachricht vom 20.12.2017 www.ak-kurier.de