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Kritische Filmanalyse an der IGS Hamm
Nicht nur die Nazis missbrauchten die Jugend, das geschieht leider auch heute. Wie man kritisch mit Manipulationen in Filmen und wie man Information und Propaganda unterscheiden kann, lernten Jugendliche an der Integrierten Gesamtschule Hamm.
Der Filmwissenschaftler Michael Kleinschmidt bereitete gemeinsam mit den Schülern den Film kritisch vor und kritisch nach. Foto: SchuleHamm. Im Rahmen des Gesellschaftslehreunterrichts organisierten die Fachlehrer Uwe Eckardt, Burkhard Jung und Lukas Krei für alle Schüler der Klassenstufe 10 eine vierstündige Aufklärungsveranstaltung zum Thema „Nationalsozialistische Filmpropaganda“. Der Filmwissenschaftler Michael Kleinschmidt vom Institut für Kino- und Filmkultur in Wiesbaden leitete das Seminar im Auftrag der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und des Bildungsministeriums Rheinland-Pfalz.

Um im Sinne des Bildungsauftrags einen verantwortungsvollen Umgang mit NS-Propaganda sicherzustellen, stand die aufklärerische Frage „Wie können Filme Menschen beeinflussen?“ im Mittelpunkt der Veranstaltung. In einer ausführlichen Vorbesprechung des Films „Hitlerjunge Quex – Vom Opfergeist der deutschen Jugend“ wurden unter anderem das manipulative musikalische Konzept des Films erläutert, aber auch nationalsozialistische Filmpropagandaparolen entlarvt.

Um im Anschluss an den Film seine Wirkung mit wachsamem Blick reflektieren und Strategien der Beeinflussung enttarnen zu können, wurden die Schüler zu dem Experiment eingeladen, sich entweder in die Rolle eines Kinobesuchers des Jahres 1933 oder eines Filmkritikers von heute zu versetzen. Die kritische Nachbetrachtung machte die oft auch unbewusst wirkenden Manipulationen noch einmal in voller Bandbreite sichtbar, sensibilisierte für die Problematik von Propaganda und stimmte in ihrer Bedeutsamkeit nachdenklich. (PM)
Nachricht vom 15.01.2018 www.ak-kurier.de