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Silber-Jacka ist zurück: Brachbach steht Kopf
Brachbach ist die Heimat des olympischen Silberpfeils Jacqueline Lölling. 46 Jahre nach dem Boxer Peter Hussing bringt auch sie olympisches Edelmetall mit an die Sieg. Am Samstag wurde sie mit einem Festzug und zahlreichen Ehrungen empfangen. Die Ortsgemeinde ernannte sie zur Ehrenbürgerin.
Zahlreiche Fans, die Jacka immer wieder begleiten, kamen auch zum Festzug durch Brachbach. (Fotos: GW)Brachbach. Ganz Brachbach befand sich am Samstagnachmittag im Volksfestfieber wegen des geplanten Empfangs für „Jacka“, die Vize-Olympiasiegerin Jacqueline Lölling im Skeleton-Rennen in Pyeongchang. Schon die Stimmung beim Public Viewing am 17. Februar in der Bärenschenke in Brachbach, bei dem die junge Sportlerin die Nerven ihrer Fans ordentlich strapaziert hatte, ließ erahnen, dass am Samstag einiges zu erwarten war. Erst einmal hieß es aber Geduld bewahren. Geplant war, dass Jacka mit dem Hubschrauber von Reiner Meutsch (Fly And Help) in Winterberg, wo zuvor eine Ehrung stattgefunden hatte, abgeholt und nach Katzwinkel geflogen werden sollte. Leider machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung, ein Start vom Siegerlandflughafen war wegen Blitzeis und Nebel nicht möglich. Pfeilschnell wurde umdisponiert und die Sportlerin mit dem Auto abgeholt, was natürlich eine zeitliche Verzögerung zur Folge hatte. Das konnte die Fans nicht erschüttern, sie harrten aus. Kurz vor 17 Uhr setzte sich dann ein sehenswerter Festzug unter Beteiligung der örtlichen Vereine in Bewegung. Das Ziel: Jackas Elternhaus. Die Olympia-Zweite („Oohs Silberpfeil“) war sichtlich erschüttert angesichts der vielen Menschen, die ihr zujubelten, sie immer wieder umarmten, Fähnchen schwenkten und sich riesig über den sportlichen Erfolg der Sympathieträgerin freuten. Die Freunde schmückten sie mit einer Schärpe und Silberkrönchen, nahmen sie im toll geschmückten Festwagen in die Mitte und los ging es an teils mit Fahnen geschmückten Häusern entlang, bis zum extra organisierten Zelt auf dem Festplatz (Feuerwehrplatz).

Jacka wird Ehrenbürgerin
Ortsbürgermeister Josef Preußer ernannte Jacqueline Lölling unter dem Jubel der Anwesenden zur Ehrenbürgerin von Brachbach, die 3. Ehrenbürgerschaft die Brachbach bisher vergeben hat, worauf die Emotionen doch wieder zu viel wurden und Jacka ein paar Tränen verdrückte. Josef Preußer zählte in seiner Rede noch einmal alle sportlichen Erfolge auf und war sichtlich stolz, eine so berühmte Einwohnerin in Brachbach zu haben. Er rühmte ihre Herzlichkeit, Offenheit und die Verbundenheit mit der Heimat: „Auch wenn sie mittlerweile durch die Welt reist, ihre Heimat ist Brachbach. Das wissen die Einwohner zu würdigen, indem sie sich bei anstehenden wichtigen Skeleton-Großveranstaltungen regelmäßig zum gemeinsamen ‚Rudelgucken‘ verabreden, um mit großer Leidenschaft und ausgeprägtem Patriotismus einem Erfolg ‚ihrer Jacka‘ entgegenzufiebern. Durch sie ist Brachbach in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt, sie hat zu einer bewundernswerten positiven Außendarstellung beigetragen“. Preußer dankte Jackas Familie, der Trainerin Kathie Wichterle sowie den Betreuern und Sponsoren, hier besonders dem Sponsor des Abends, Andreas Weber, der dies alles ermöglicht habe, und natürlich dem Orga-Team für die viele Arbeit.

Polit-Prominenz gratuliert
Bürgermeister Maik Köhler hieß die Sportlerin herzlich in der Heimat willkommen: „Nach 46 Jahren - damals holte der Boxer Peter Hussing Bronze bei Olympia - hast du es geschafft, wieder eine olympische Medaille nach Brachbach zu holen. Mit dem Gewinn der Silbermedaille hast du deine persönliche beeindruckende Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Silber für dich bedeutet auch Silber für Brachbach. Und wr kann schon behaupten in seinem Heimatort in einem Zelt von mehr als 2000 Personen empfangen zu werden?“ Den Worten schlossen sich Landrat Michael Lieber, Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Staatssekretär Günter Kern vom Innenministerium, zuständig für Sport, sowie MdB Erwin Rüddel an, und gratulierten ebenfalls herzlich. (GW)
       
       
       
Nachricht vom 04.03.2018 www.ak-kurier.de