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Land muss Weidetierhalter bei Schutz vor Wolf unterstützen
Die Weidetierhalter im Westerwald sind in größter Sorge: Nachdem zum wiederholten Male ein Wolf im Kreis Neuwied Weidetiere gerissen hat und auch mehrere Wolfsbeobachtungen vorliegen, muss das Land Rheinland-Pfalz die Viehhalter beim Schutz ihrer Nutztiere endlich wirksam unterstützen. Das fordern die Kreisbauernverbände Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis sowie der Landesverband der Schafhalter und -züchter in Rheinland-Pfalz vom Umweltministerium in einer Pressemitteilung.
Die Kreisbauernverbände Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis sowie der Landesverband der Schafhalter und -züchter stellen klare Forderungen in Bezug auf Wölfe. Foto: Wolfgang TischlerNeuwied. Es reicht keineswegs aus, den Wolf in Rheinland-Pfalz mit einem Millionenbudget willkommen zu heißen. Es ist vielmehr dringend geboten, die Weidetierhalter als Hauptbetroffene mit den Konsequenzen nicht alleine zu lassen. Der Schutz der Herdentiere vor dem Raubtier Wolf ist extrem aufwändig und kostenintensiv. Die Kreisbauernverbände im Westerwald fordern daher das Land auf, unabhängig von der Einrichtung eines Präventionsgebietes unverzüglich jeden Weidetierhalter im Westerwald unbürokratisch und umfassend bei den erforderlichen Kosten - sowohl das Material als auch der Arbeitsaufwand - für eine wolfssichere Umzäunung zu unterstützen.

Ohne diese Unterstützung wird das Auftreten des Wolfes zur Folge haben, dass die prägende, jedoch gleichzeitig wirtschaftlich äußerst schwierige Weidetierhaltung sich noch weiter aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz zurückzieht. Die Tierhalter wollen und können diese zusätzliche Belastung nicht mehr tragen. Die geforderte Unterstützung kommt der gesamten Bevölkerung zu Gute: Versetzt der Wolf eine Tierherde in Panik und ergreift diese die Flucht, ist dies insbesondere auf den zahlreichen Verkehrswegen eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Menschen.

Diese Gefahr wird im Umweltministerium bislang offenbar unterschätzt. Schutz der Nutztiere vor dem Wolf bedeutet zugleich Schutz der Menschen in Rheinland-Pfalz. Die Kreisbauernverbände fordern das Umweltministerium daher eindringlich auf, die Nutztierhalter im Westerwald nunmehr endlich wirksam bei Schutzmaßnahmen für die Weidetiere und bei der Bewältigung der versicherungsrechtlichen Folgen eines Herdenausbruchs zu unterstützen. Wir fordern die Gründung eines zentralen Kompetenzzentrums, wo alle Fragen, die die Weidetierhalter betreffen, gebündelt und gesetzlichen Regelungen zugeführt werden. Wir fordern eine Wolfsverordnung, um die Einzelfallentscheidungen zu auffälligen Wölfen rechtlich und organisatorisch besser abzusichern und transparent zu machen. Wir fordern, die rechtlichen Grundlagen mit den Nachbarländern abzustimmen, um für die Beteiligten vor allem in den Grenzgebieten eine größtmögliche Rechtssicherheit (zum Beispiel in Fragen der Jagd, der Entschädigung, der Prävention) zu erhalten.

Die Kreisbauernverbände im Westerwald begrüßen Anerkenntnis von Umweltministerin Höfken, dass Wölfe „auffällig“ (was nichts anderes als „gefährlich“ heißt) gegenüber Menschen werden können und erforderlichenfalls der Entnahme bedürfen. Wir hoffen daher auch auf ihr Einsehen, dass das Raubtier Wolf die ohnehin fragile Nutztierhaltung im nördlichen Rheinland-Pfalz vor einer Herausforderung stellt, mit der das Land die Tierhalter nicht alleine lassen darf.“
Nachricht vom 27.03.2018 www.ak-kurier.de