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Westfalen begeistert von Raiffeisenmuseum
Begeistert vom Raiffeisenmuseum in Hamm zeigte sich bei ihrem Besuch eine Delegation westfälischer Genossenschaftler. Dabei wurden die Aufsichtsräte und Vorstände der Spar-und Darlehenskasse Bockum-Hövel direkt mit der Geschichte ihres Kreditinstituts konfrontiert.
Hamm. Mit ihrem Besuch im Raiffeisenmuseum wurden Aufsichtsräte und Vorstände der Spar- und Darlehenskasse Bockum-Hövel nicht nur mit den Wurzeln des ländlichen Genos­senschaftswesens, sondern auch mit denen der Bank konfrontiert. Die Gründungsgeschichte der in Hamm in Westfalen ansässigen Bank geht direkt auf das Wirken des in Hamm an der Sieg geborenen Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück. Dieser referierte am 25. Oktober 1882 beim westfälisch christlichen Bauernverein in Münster über seine umwälzende Idee mit dem Ziel der Gründung von Genossenschaften. Auf Grund der damaligen auch im Münsterland schlechten wirtschaftlichen Rahmenbeding­ungen und dem akuten Mangel an bedürfnisgerechter Geldversorgung initiierten auf der Grundlage der Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen 50 Bockum-Höveler am 18. November 1883 die Gründung des "Höveler-Bockumer Spar- und Darlehenskassenvereines, eingetragene Genossenschaft" als Vorläufer der heutigen Spar-und Darlehenskasse Bockum-Hövel.
Im Raiffeisen­museum wurde den westfälischen Genossenschaftlern nach der Begrüßung durch Hamms Ortsbürgermeister Bernd Niederhausen die Geschichte des Hauses durch die Heimatforscher Kurt Salterberg und Wolfgang Ebisch näher gebracht und ein umfassender und informativer Einblick in das Leben und Wirken von Friedrich Wilhelm Raiffeisen gegeben. Die vorhan­denen Dokumentationen aus dem 19. Jahrhundert reflektierten dabei in eindrucksvoller Weise das Denken und Handeln des Mannes, dessen Werk heute in der ganzen Welt bekannt ist. Deutlich wurde dabei, dass die Ideen Raiffeisens auch in die heutigen Zeiten hinein wirken und dass die Gesellschaft von heute der prinzipiellen weiteren Fort­schreibung und Umsetzung dieser Idee weiterhin bedarf. In 100 Ländern der Erde sind über 400 Millionen Menschen in Raiffeisen-Genossen­schaften organisiert. Dies wiederum beweist die Allgemeingültigkeit der Idee Raiffeisens und schließt den Auftrag ein, den aufge­stellten Prinzipien zu folgen, die unverän­dert "Selbsthilfe - Selbstverantwortung -Selbstverwaltung" heißen. Mit einem Eintrag ins Gästebuch bekundeten die Bänker aus dem Münsterland, die Finanzkrise habe vielen Menschen deutlich gemacht, dass eine Wirtschaftsordnung ohne ethische und moralische Grundwerte zu katastrophalen Entwicklungen führen kann. Die Rückbesinnung auf die genossenschaftlichen Wurzeln zeige, wie wichtig die Verankerung von Menschen und moralischen Werten auch in der Wirtschaft sei. "Wir sind fest davon überzeugt, dass die genossenschaftliche Idee im Bankensektor in Zukunft noch weit aus mehr als bisher gelebt und verinnerlicht werden könnte und müsste."
Nach einer Aufsichtsratsitzung wurde am Original-Schreibtisch von Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Bestellungsurkunde für das neue Vorstandsmitglied Egon Sickmann unterzeichnet. Dessen Vorgänger Jürgen Cier-Zniewski ist neues Mitglied im Kuratorium der Stiftung der Genossenschaftsmitglieder Münster, die das jetzige Raiffeisenmuseum seit Jahren materiell und finanziell unterstützt. (rö)
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Foto: Eine Delegation der Spar- und Darlehenskasse Bockum-Hövel erhielt im Raiffeisen­mu­se­um einen umfassenden Einblick in das Leben und Wirken von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und das Genossenschaftswesen.
Nachricht vom 22.09.2009 www.ak-kurier.de