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Private Initiative: „Freusburg Feuer“ erbrachte 4.400 Euro für den guten Zweck
Da brennt ein Feuer in Daniel Schneider und seiner Lebensgefährtin Vanessa Schmidt aus Kirchen-Freusburg, das „Freusburg Feuer“. Mit einem Fest unter diesem Titel sammeln sie seit Jahren regelmäßig Geld für den guten Zweck. In diesem Jahr kamen 4.400 Euro zusammen, die sie jetzt für das Projekt Gerontoclowns am Kirchener Krankenhaus und den Verein Sirius e. V. spendeten.
Jeweils 2.200 Euro als erlös aus dem diesjährigen „Freusburg Feuer“ gab es für den Verein Sirius e. V. und das Projekt Gerontoclowns am Kirchener Krankenhaus: (von links) Quint Seijkens mit Tochter, Ingrid Groß und Tochter Linda von Sirius, die Initiatoren Daniel Schneider und Vanessa Schmidt sowie 
Michaela Sandweg, lokale Allianz für Menschen mit Demenz der Stadt Kirchen, und Dr. Barbara Lindenbeck, Chefärztin der Geriatrie im DRK Krankenhaus Kirchen. (Foto: GW)Kirchen-Freusburg. Alles begann im Winter vor fünf Jahren mit einer kleinen Veranstaltung und ist inzwischen schon zur Tradition geworden. Ein privat organisierter „Glühwein-Abend“ auf dem Grundstück der Familie Schmidt im Nelkenweg in Kirchen-Freusburg wurde unter dem Namen „Freusburg Feuer“ von Daniel Schneider und Lebensgefährtin Vanessa Schmidt aus der Taufe gehoben. Der Name gründet auf den Feuerkörben, die das Gelände zierten. Der Grundgedanke dabei war, Gutes zu tun und soziale Institutionen zu unterstützen. Die Beiden verzichteten darauf, sich an Weihnachten gegenseitig zu beschenken und holten auch die Familie mit ins Boot. Einzig die Kinder waren von der Aktion ausgenommen.

Die ganze Familie ist eingespannt
Mittlerweile ist „Freusburg Feuer“ in den Frühling gerückt, schließlich spielt das Wetter bei der Open Air-Veranstaltung eine große Rolle. Einen festen Termin gibt es nicht, rund eine Woche vorher wird der Wettergott befragt und dann gehofft, dass der auch mitspielt. „Die beiden letzten Male hatten wir Pech“, so Daniel Schneider. Es hatte geregnet, was der guten Sache aber keinen Abbruch tat. Mit Pavillon und Garage wurde sich beholfen. Speisen und Getränke werden in jedem Jahr vom Geld der eingesparten Weihnachtsgeschenke besorgt. Die Erwachsenen bezahlen am Veranstaltungstag 10 Euro für die Getränke und einen kleinen Betrag für Würstchen und Waffeln. Von Jahr zu Jahr ist die Spendensumme größer geworden, dieses Mal kam der stolze Betrag von 4.400 Euro zusammen. Erstmals wurde eine Tombola organisiert, die reichlich mit Sachspenden und Gutscheinen von Freunden und Firmen gefüllt war. Den Verkaufserlös der 750 Lose hat ein großherziger Spender noch um 500 Euro aufgewertet. In diesem Jahr waren 30 Kinder und fast 100 Erwachsene zu Gast bei „Freusburg Feuer“. „So langsam kommen wir an die Grenzen der Kapazität“, so Schneider und Schmidt lachend mit Blick auf die große Wiese. Die ganze Familie ist an diesem Tag integriert, grillt, bäckt Waffeln und verkauft Lose.

Spende für Gerontoclowns und Sirius e. V.
Der Erlös wurde jetzt übergeben. Barbara Lindenbeck, die Chefärztin der Geriatrie-Station in der DRK-Klinik in Kirchen, und Michaela Sandweg, Mitarbeiterin der „Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz“ der Stadt Kirchen nahmen 2.200 Euro für das Projekt der Geronto-Clowns entgegen. Im Herbst letzten Jahres wurde die erste Geronto-Clown-Gruppe ausgebildet und bringt Farbe und Fröhlichkeit in den Alltag der Patienten, vor allem auch der an Demenz Erkrankten. Was im hektischen Krankenhausalltag an der Zeit für Zuwendung fehlt, das fangen die Clowns auf, schenken durch ihr Ehrenamt den Patienten Zeit. In Kürze soll die Ausbildung einer zweiten Gruppe beginnen, die außer dem Krankenhaus auch Patienten in Altersheimen besuchen wird. Da kommt die großzügige Spende gerade recht. Ebenfalls 2.200 Euro gehen an die Selbsthilfegruppe „Sirius“, deren zweiter Vorsitzender Quint Seijkens sich ebenfalls hocherfreut über die Zuwendung zeigte. Sirius, gegründet 2003 mit über 100 Mitgliedern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, unterstützt Familien mit Kindern, die am Smith-Magenis Syndrom (SMS) erkrankt sind. SMS ist eine Schädigung am 17. Chromosom, auf dem ein kleiner Abschnitt mit Informationen fehlt, die für die gesunde Reifung im Mutterleib wichtig sind. An eine Heilung ist nachheutigem Wissenstand nicht zu denken. Viele mit der Erkrankung einhergehende Störungen und Auffälligkeiten lassen sich in der Regel durch entsprechende Erziehung, therapeutische Intervention und medikamentöse Behandlung ganz gut in den Griff bekommen. Die Belastung für die Familien ist immens, viele der Kinder leiden an Ein- und Durchschlafstörungen, sind hyperaktiv, neigen zur Selbstverletzung wie Abziehen der Finger- und Zehennägel. Ein selbständiges Leben ist ihnen nicht möglich. Eine in Lahnstein stattfindende zweitägige Tagung und Jahreshauptversammlung der deutschen Familien, die in Sirius organisiert sind, erleichtert die Spende. Das Geld wird für die Betreuung der an SMS Erkrankten verwendet werden. (GW)
Nachricht vom 26.05.2018 www.ak-kurier.de