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Rotterdamer Medizin-Studenten zum Praktischen Jahr in Siegen
Fünf Studierende des Erasmus Medical Center (EMC) der Universität Rotterdam absolvieren derzeit einen Teil ihres Praktischen Jahres in Siegener Kliniken. Damit nimmt das Projekt „Medizin neu denken“, in dessen Rahmen die Universitäten Bonn und Siegen im Bereich Humanmedizin kooperieren, Fahrt auf. Dabei bereitet die Lebenswissenschaftliche Fakultät der Universität Siegen auch sogenannte „Nanodegrees“, medizinische Fortbildungen für Studierende der Universität Bonn und der Universität Rotterdam vor.
Die PJ-ler Ali Naim und Tamara Su Cheng Tan mit Dr. Gebhard Buchal, Chefarzt in der Kinderklinik (von links). (Foto: DRK-Kinderklinik Siegen)Siegen. Im Rahmen des Projekts „Medizin neu denken“ absolvieren fünf Medizin-Studierende des Erasmus Medical Center (EMC) der Universität Rotterdam einen Teil ihres Praktischen Jahres (PJ) in den Siegener Kliniken. Der nächste Schritt im Modellprojekt „Medizin neu denken“ ist damit gemacht. Während einer Phase von insgesamt zehn Wochen werden die Studierenden die Bereiche Geburtshilfe, Gynäkologie und Pädiatrie durchlaufen. „Im Studium haben die Studierenden ihr Rüstzeug gelernt, jetzt machen sie den Schritt in die Kliniken – und das bei uns in Siegen. Das ist eine tolle Nachricht und etwas Besonderes“, sagte Professor Dr. Veit Braun, Prodekan für Lehre der Lebenswissenschaftlichen Fakultät (LWF) der Universität Siegen.

Glücksgefühle bei Medizinern
Die ärztlichen Direktoren und Chefärzte des Diakonie-Klinikums Jung-Stilling, der DRK-Kinderklinik Siegen, des Kreisklinikums Siegen und des St. Marien-Krankenhauses Siegen begrüßten die angehenden Medizinerinnen und Mediziner im Rahmen eines gemeinsamen Termins. „Dieser Termin löst Glücksgefühle aus. Vor drei Jahren ist die Idee geboren worden, jetzt sind die ersten Studierenden hier. Eine tolle Entwicklung, die uns als Region weiterbringt. Das ist eine Bereicherung für uns alle“, sagte Professor Dr. Joachim Labenz, Medizinischer Direktor des Diakonie Klinikums. „Dass eine international hoch anerkannte medizinische Fakultät wie die der Universität Rotterdam ihre Studierenden uns in Siegen anvertraut, macht uns stolz“, sagte Professor Dr. Frank Willeke (St. Marien-Krankenhaus). Zwei Studierende sind zunächst in der Geburtshilfe bzw. Gynäkologie des Diakonie-Klinikums und eine Studierende im entsprechenden Fachbereich des St.-Marien-Krankenhauses präsent, zwei weitere Studierende sind in der DRK-Kinderklinik Siegen in der Abteilung Pädiatrie im Einsatz.

Vielleicht bleibt ja der eine oder andere
Für die Studierenden ergibt sich die Möglichkeit, neue Ansätze in Medizin und Pflege kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln. „Ich bin sehr froh, hier in Siegen Einsicht in das breite Feld der Pädiatrie zu bekommen“, sagte Tamara Su Cheng Tan. Und Lizzy Verena Maxine Munnik, die im St.-Marien Krankenhaus ihr PJ angetreten hat, erklärte: „In Siegen kann ich neben den medizinischen Fertigkeiten durch den Auslandsaufenthalt auch meine persönliche Entwicklung weiter voranbringen." Ali Naimi, der ebenfalls in der Pädiatrie auf dem Wellersberg begonnen hat, ist „dankbar, so schnell ins Team aufgenommen worden zu sein. In dem jungen Team fühlt man sich wohl und kann so auch gut lernen.“ Auch die Chefärzte sind sich sicher, dass alle Beteiligten vielfältigen Nutzen aus diesem Projekt ziehen. „Wir haben natürlich auch die Hoffnung, dass sich einige der Studierenden auch nach ihrem Abschluss wieder an die tolle Zeit in Siegen erinnern und dann zu uns ins Team als ausgebildete Ärzte stoßen“, hofft Dr. Gebhard Buchal, Chefarzt in der Kinderklinik.

Ab dem siebten Semester geht es nach Siegen
Für den Einsatz der ersten PJ-ler erfolgte eine enge Abstimmung im Hinblick auf die praktische Ausbildung mit der Universität Rotterdam. „Natürlich gibt es gewisse Unterschiede, die das Curriculum in den Niederlanden und Deutschland betreffen. Wir konnten alle Anforderungen mit unseren Kolleginnen und Kollegen in den Siegener Kliniken stemmen, das hat wunderbar geklappt“, sagte Professor Braun. Im Rahmen des Modellprojekts startet zum Wintersemester 2018/2019 der Studiengang „Humanmedizin BonnSiegen“ an der Universität Bonn. 25 Studierende beginnen dort ihr Studium und absolvieren die ersten sechs Semester in Bonn. Ab dem siebten Semester setzen sie ihr Studium in Siegen fort. Parallel bereitet die Lebenswissenschaftliche Fakultät der Universität Siegen sogenannte „Nanodegrees“, medizinische Fortbildungen für Studierende der Universität Bonn und der Universität Rotterdam vor. Das erste Nanodegree zum Thema „Rechtsmedizin/Medizinrecht“ startet im Dezember 2018. (PM)
Nachricht vom 17.08.2018 www.ak-kurier.de