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Kultur
Ist Kultur nur noch Auslaufmodell und Zuschussbetrieb?
Seit fünf Jahrzehnten ist die Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen ein Träger von Top-Kultur-Veranstaltungen in der Region. In der Jubiläumssaison hinterfragt sie in einer Podiumsdiskussion die Rolle der Kultur: Spaßkultur läuft. Und sonst? Theater, klassische Konzerte und Co.? Wovon leben die Künstler? Wie stark ist das kulturelle Gefälle von Metropolen zum Land? Warum ist die von der Bürgergesellschaft getragene Kultur immer noch freiwillige Aufgabe und ständig in Gefahr, dem Rotstift zum Opfer zu fallen? Antworten gibt es am 25. Januar.
Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates, kommt zur Podiumsdiskussion nach Betzdorf. (Foto: DMR)Betzdorf. Die Musikgemeinde Betzdorf-Kirchen feiert mit der Konzertsaison 2018/2019 ihren 50. Geburtstag nicht nur mit anspruchsvollen Konzerten, sie hält auch einmal inne und stellt sich Zukunftsfragen. „Kultur – Ein Auslaufmodell, Schnee von gestern? Fast ein Streitgespräch. Ist Kultur noch in aller Munde?“ heißt es daher im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Freitag, den 25. Januar, um 19.30 Uhr in der Betzdorfer Stadthalle.

Man spricht von Ess-Kultur, Trink-Kultur und Streit-Kultur. Eine Rundfunkanstalt verordnet sich nach „MeToo“-Vorfällen einen Kultur-Wechsel und auch im Joghurt sind Kulturen, besonders gut: die rechtsdrehenden. Inflation im Kulturbegriff heißt nicht, dass es der Kultur, speziell der Hoch-Kultur, gut geht: Rechte Tendenzen in der Gesellschaft liebäugeln mit Zensur, junge Leute gehen nur noch ins Theater, wenn die klassischen Stücke Abiturthemen werden könnten. Und Sinfonieorchester spielen die Hits aus Woodstock, um überhaupt noch gehört zu werden.

Auffällig sind die silberglänzenden Auditorien bei klassischer Musik, eine Elbphilharmonie boomt wegen ihrem Eventcharakter. Spaßkultur läuft, doch wo ist der Anspruch an Form und Inhalt? Und: Wovon leben die Künstler? Wie stark ist das kulturelle Gefälle von Metropolen zum Land und warum ist die von der Bürgergesellschaft getragene Kultur immer noch freiwillige Aufgabe und ständig in Gefahr, dem Rotstift zum Opfer zu fallen?

In einem Streitgespräch mit Live-Musik versuchen unterschiedliche Akteure, dem „Jetzt“ und „Bald“ der Kultur auf die Spur zu kommen. Sie werfen dabei einen besonderen Blick auf Aufgaben und Chancen der ländlichen Kulturarbeit: Mit dabei sind Betzdorfs Bürgermeister Bernd Brato, Cellistin Judith Ermert, Professorin am Konservatorium Gent und weltweit gefragte Solistin, Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Präsident des Deutschen Kulturrates, Dirigent und Cellist, Michael Nassauer, Intendant der Philharmonie Südwestfalen, bundesweit gefragter Hornist und Mitglied im Fachausschuss Bildung des Deutschen Musikrates, sowie Andreas Reingen, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westerwald-Sieg. Die Moderation übernimmt Wolfgang Suttner, langjähriger Kulturreferent des Kreises Siegen-Wittgenstein, Festivalleiter von „KulturPur“ und Sprecher des Deutschen Kunstrates.

Im Anschluss an die Diskussion wird zu einem Gedankenaustausch bei Getränken und einem Imbiss eingeladen. Der Eintritt ist frei. Um planen zu können, wird um Anmeldung bis zum 21. Januar gebeten (Kontakt: Janine Horczyk, Citymanagerin der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain, Tel.: 02741-291131, E-Mail: janine.horczyk@vg-bg.de). (PM)
Nachricht vom 08.01.2019 www.ak-kurier.de