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Politik
Der Wolf und der Westerwald: Die FDP hatte eingeladen
Die FDP hatte in die Klostergastronomie Marienthal eingeladen, um über den Wolf zu sprechen. Konkret hieß es: „Wieviel Wolf verträgt der Westerwald?“ Teilnehmer waren die FDP-Bundestagsabgeordnete Carina Konrad, Willi Faber (Wolfsbotschafter des Nabu), Ralf Pauelsen (Landwirt am Niederrhein) sowie Anne Fuldner (Luchs- und Wolfsmonitoring). Moderiert wurde die Diskussion von Andrea Thiel.
Diskussionsteilnehmer in Marienthal: (von links) Willi Faber, Anne Fuldner und Ralf Pauelsen. (Foto: kkö)Marienthal/Region. Am Dienstag, 16. April, kamen zahlreiche Besucher zur Diskussionsrunde in die Klostergastronomie Marienthal. Die Frage nach dem Umgang mit der Existenz von Wölfen war die Fragestellung. Uwe Steiniger stellte in seiner kurzen Eröffnung die Diskutanten vor. Dies waren der Wolfsbotschafter für den Westerwald, Willi Faber, Anne Fuldner vom Nabu sowie der Bauer und Video-Blogger Ralf Pauelsen und die FDP-Bundestagsabgeordnete Carina Konrad.

Ein sensibles Thema
Da allen Teilnehmern und Besuchern klar war, dass es sich um ein sehr sensibles, aber auch polarisierendes Thema handelte, baten Steiniger und Moderatorin Andrea Thiel um Fairness in der Diskussion. Zunächst erläuterte die Abgeordnete Carina Konrad, die auch Landwirtin ist, die Gesetzesvorlage ihrer Partei im Bund. Es sei notwendig, dass der Wolf im Jagdrecht verankert werde. Dies, so Konrad weiter, sei kein Freibrief für die Bejagung, sondern würde Rechtssicherheit schaffen. Willi Faber führte aus, dass die derzeit diskutierte Höhe der Schutzzäune für Weidetiere zu gering sei. Jeder Hund springe höher als die 90 Zentimeter, so Faber. Daraufhin meldeten sich Besucher zu Wort und fragten, wie denn Weidetiere zu schützen seien. Ralf Pauelsen, der selber Tierhalter ist, ging darauf ein, dass es kaum möglich sei, Weidetiere wirklich zu schützen. Teilweise widersprechen höhere Zäune dem geltenden Baurecht, was also dann wiederum zu Problemen mit den Behörden führe. Konrad führte dazu aus, dass der Schutz der Weidetiere im Fokus stehen muss. „Wenn wir sehen, dass in Niedersachsen viele Schäfer ans Aufgeben denken, wird die Zeit knapp. Die Schafe dienen dort dem Naturschutz im Bereich der Deiche. Aber auch hier im Westerwald gibt es Flächen, die kaum anders zu handhaben sind als mit den vierbeinigen Mähern.“

Rechtssicherheit nötig
Nach kurzer Zeit wurden die Einwürfe und Beiträge aus den Reihen der Zuhörer lauter und teilweise sehr energisch. So vermissten viele Zuhörer Antworten zu den Fragen, die sich in Zukunft stellen werden. Auch die Frage der Aufnahme in das Jagdrecht wurde lebhaft diskutiert. Hierzu ein Zuhörer: Im Moment ist es so, dass wir Jäger, aber auch kein Polizeibeamter, einen Wolf, der im Straßenverkehr verletzt wurde, nicht erlösen dürfen. Dies wäre aber nach Tierschutzrecht unsere Pflicht.“ Die zuständigen Stellen müssen also Rechtssicherheit schaffen, so der Tenor nach einer teils hitzigen, kontroversen Diskussion. Carina Konrad stellte fest, dass „der Ball“ nun im Umweltministerium liege. Hierauf antworteten einige Besucher mit der Information, dass dieses Ministerium mit zahlreichen Vertretern des Nabu besetzt sei und man daher nicht glaube, dass von dort Lösungsvorschläge zu erwarten seien.

Lösungen müssen her
Es scheint noch vieler Diskussionen zu bedürfen, bis sich die Wolfs-„Lager“ einigen können. Die Einstellungen zu dieser Thematik sind, so sahen es einige „neutrale“ Zuhörer, so verhärtet, dass eine Lösung nicht in Sicht ist. Aber auch das sollte klar sein: Es müssen Lösungsvorschläge gefunden werden, , die dem Wolf, der Natur, aber auch dem Menschen und seiner Umgebung gerecht werden. (kkö)
   
Nachricht vom 24.04.2019 www.ak-kurier.de