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Kultur
Konzert zum „Sichfallenlassen“: Kulturwerks-Foyer erlebte „Farbenmeer“
Der Wissener Singer-Songwriter Jürgen Linke, besser bekannt unter seinem Kürzel „JüLi“, hatte sich zu einer musikalischen Vernissage versierte Unterstützer „geangelt“: Joe Baker, der jahrelang bei der Kultband „Birth Control“ das Keyboard bedient hatte, sowie Friedhelm (Freddy) Schneider, der mit dem Sopran-Saxofon das Trio ergänzte. Und dann natürlich Michael Gaydoul, dessen Arbeiten den Songs der CD „Farbenmeer“ weit mehr als nur einen Rahmen gaben.
Jürgen Linke („JüLi“) hatte die Idee zum künstlerischen Abend mit Musik und Malerei. (Foto: wear)Wissen. Man kann die Veranstaltung im Kulturwerk in Wissen als Session oder Projekt bezeichnen, die unter dem Titel „Farbenmeer“ im Foyer aufgeführt wurde. Der Wissener Singer-Songwriter Jürgen Linke, besser bekannt unter seinem Kürzel „JüLi“, hatte sich zu einer musikalischen Vernissage prominente Unterstützer „geangelt“. Es waren dies Joe Baker, der jahrelang bei der Kultband „Birth Control“ das Keyboard bedient hatte, sowie Friedhelm (Freddy) Schneider, der mit dem Sopran-Saxofon das Trio ergänzte. „Farbenmeer“ ist die Bezeichnung der neuesten CD von „JüLi“, in Anlehnung an seine langjährige Freundschaft mit dem Maler Michael Gaydoul. Aus dieser Freundschaft heraus entstand der geniale Gedanke, Musik und Malerei miteinander zu verknüpfen. Beim Betreten des Kulturwerk-Foyers fielen sofort die großformatigen Bilder auf, die von Michael Gaydoul geschaffen wurden. Joe Baker zögerte nicht lange, als er auf das künstlerische Vorhaben angesprochen wurde. Nach einigen Proben war man soweit, um mit dem Projekt an die Öffentlichkeit zu gehen.

Atmosphäre zum Genießen: Spartanisch, gemütlich
Spartanisch war die kleine Bühne im Foyer eingerichtet, lediglich das Keyboard von Joe Baker nahm etwas Platz ein, „Freddy“ Schneider benötigte lediglich einen Barhocker, „JüLi“ stand während des gesamten Auftritts, er benötige nur seine Gitarre und ein Mikrofon. Obwohl die Veranstaltung an einem Donnerstagabend stattfand, hatten sich doch etliche Kunst- und Musikliebhaber eingefunden. Durch die Bilder von Michael Gaydoul, die den gesamten Raum bestimmten, sowie kleinen Tischgruppen, entstand eine unnachahmliche Atmosphäre, die von den Musikern, aber auch vom Publikum, total genossen wurden.

Wie wir miteinander umgehen: „Respekt on noch mie“
In den Songs, die sämtlich von „JüLi“ geschrieben wurden, spiegelte sich die Liebe zu seiner Lieblingsstadt Köln wieder. Darum sind auch die meisten Songs in Anlehnung an den Kölner Dialekt geschrieben. Da in diesen Tagen die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Stadtjubiläum von Wissen anstehen, widmete „JüLi“ den ersten Song des Abends Wissen mit dem Titel „50 Johr“ der Stadtwerdung, als Staatskarossen nach Wissen kamen, geschützt von „Weißen Mäusen“, so wurden damals Polizisten genannt. Mit „Hengen rrächts“ (hinten rechts) meinte er die rechte Po-Tasche an den Hosen, wo normalerweise die Geldbörse steckt. Der Inhalt des Songs befasste sich deshalb mit dem Konsumterror und dem Kapitalismus. Sozialkritische Texte zogen sich wie ein roter Faden durch die Lieder von „JüLi“. Sehr beeindruckend kam der Song „Dschungel von Calais“ rüber, in dem das Leben und die Flucht des jungen Ahmed , seine Träume aber dramatisch im „Dschungel von Calais“ kurz vor der Überfahrt nach England endeten. „Respekt on noch mie“ beschrieb den Umgang der Menschen untereinander, dass man sich das Leben gegenseitig schwer macht.

Sehnsuchtsort „Trekkerfabrik“
Seine eigenen Träume aus seiner Kindheit beschrieb „JüLi“ in dem Song „Trekkerfabrik“, als er von seiner Heimat Niederhövels mit dem Zug nach „Kölle“ fuhr, dort nur nach Deutz wollte, um die „Trekkerfabrik“ zu sehen. „Der Streckenläufer“ hatte die Routine im Alltag zum Thema, da viele, wie ein Streckenläufer bei der Bahn, der jeden Tag die gleiche Strecke abgehen musste, immer wieder in ihrer Gewohnheit gefangen sind.

Da kann man sich fallen lassen
Dieses ist nur eine kleine Auswahl der Songs, die von allen Musikern mit Leidenschaft und Kreativität aufgeführt wurden, wobei der Spaß nicht zu kurz kam. Vor allen Dingen nahm Joe Baker seine Kumpels immer wieder mit flapsigen Sprüchen auf die Schippe. Ein etwas anderer Musikgenuss wurde den Zuhören geboten, der zum Nachdenken anregte, aber auch die fröhlichen Seiten des Lebens aufzeigte. Dankbarer Beifall belohnte das Trio für etwas Außergewöhnliches, ein Konzert zum „Sichfallenlassen.“ (wear)
       
   
Nachricht vom 11.05.2019 www.ak-kurier.de