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Freier Tag oder Feiertag? - Fronleichnam ist das Fest zu Ehren des Leibes Christi
Ein langes Wochenende steht bevor. Der Fronleichnamstag am 20. Juni macht es möglich. Aber es ist eben nicht nur ein arbeitsfreier Tag, dieser traditionsreiche katholische Feiertag, dessen Name sich vom mittelhochdeutschen „vrône lîcham“ ableitet. Was verbirgt sich dahinter? Welche Rolle spielt der Gründonnerstag? Und was geschieht an den einzelnen Altären während der Prozession? Wir geben einen kurzen Überblick.
Fronleichnams-Tradition: eine Prozession. (Foto: Darius Lebok, Pixabay) Region. Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche das Hochfest Fronleichnam. Der Name des Feiertages leitet sich vom mittelhochdeutschen „vrône lîcham“ für „des Herren Leib“ ab. In einer Monstranz wird der Leib Christi auch am Donnerstag dieser Woche, dem 20. Juni, durch die Straßen getragen.

Gründonnerstag und Fronleichnam
Fronleichnam steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag. An Fronleichnam, liturgisch das „Fest des heiligsten Leibes und Blutes Jesu Christi“, feiert die katholische Kirche die Einsetzung des Allerheiligsten Altarsakraments. Am Gründonnerstag setzt Jesus Christus die Eucharistie ein, wenn er seinen Leib und sein Blut als Brot und Wein zur Speise gibt. Die Stille der Karwoche verbietet jedoch feierliche Gottesdienste und Prozessionen, so wird dies an Fronleichnam nachgefeiert.

Seit dem 13. Jahrhundert ein Fest für die gesamte Kirche
Fronleichnam geht auf eine Vision der heiligen Juliana von Lüttich im Jahr 1209 zurück. In ihrer Vision habe sie den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war. Der Mond stehe für das Kirchenjahr, der dunkle Fleck für das Fehlen eines Festes des Altarssakraments. Papst Urban führte es 1264 als Fest für die gesamte Kirche ein. Bereits 1246 wurde Fronleichnam im Bistum Lüttich gefeiert. Die erste Prozession in Deutschland zog im Jahr 1279 durch Köln.

Prozessionen als Zeichen der Frömmigkeit
An Fronleichnam wird die gewandelte Hostie – der Leib Christi – in einer Monstranz durch die Straßen getragen. Der „Himmel“ genannte Stoffbaldachin schützt ihn. Auf dem Weg macht die Prozession an mehreren Segensaltären Station. Meist sind diese Außenaltäre mit Blumenteppichen geschmückt. Bei jeder Station wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen. Es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt gespendet. Die Prozession schließt meist in der örtlichen Pfarrkirche mit dem „Tantum ergo“ und dem „Großer Gott, wir loben dich“.

Fronleichnam als gesetzlicher Feiertag
In Deutschland ist Fronleichnam gesetzlicher Feiertag in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Zudem ist er in einigen Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung in den Ländern Sachsen und Thüringen Feiertag.

Fronleichnam in der Region
Natürlich haben Fronleichnamsprozessionen auch in der Region Tradition. Eine Auswahl:
• In Kirchen beginnt die Festmesse um 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael unter Mitwirkung des Kirchenchores. Im Anschluss an die Messe startet die Fronleichnamsprozession durch die geschmückten Kirchener Straßen. Der feierliche Schlusssegen der Prozession wird in der Pfarrkirche erteilt. Danach laden der Förderverein und der Pfarrgemeinderat zum gemütlichen Frühschoppen und Mittagessen ins Pfarrheim ein.
• In Wissen gibt es aufgrund der innerörtlichen Baustellen in diesem Jahr einen veränderten Prozessionsweg: Nach der Heiligen Messe um 7.30 Uhr in der Krankenhauskapelle beginnt die Prozession mit dem ersten Segensaltar am Altenheim St. Hildegard. Von dort geht es zur Kindertagesstätte Adolph Kolping zum zweiten Segensaltar und dann weiter zur Pfarrkirche Kreuzerhöhung, wo das abschließende Hochamt gefeiert wird.
• In St. Joseph Hamm wird traditionsgemäß am Fronleichnamstag die heilige Messe beim evangelischen Altenheim feierlich begangen. Pfarrer Frank Aumüller wird mit den Gemeindemitgliedern den Festgottesdienst feiern, dies unter Mitwirkung der Stadtkapelle Betzdorf. Der Abschluss findet in der Kirche statt. Anschließend treffen sich die Gottesdienstteilnehmer unter den Linden und Eichen vor der Kirche zur Agape. (scan)
Nachricht vom 18.06.2019 www.ak-kurier.de