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Vereine
Übungsleiter im Spagat: „Der Sportverein bleibt keine analoge Insel“
Welches Profil haben die Übungsleiterin und der Übungsleiter von morgen? Welche Kompetenzen sollten sie mitbringen, welche Fähigkeiten entwickeln, um in einer immer komplexer werden Sportwelt den Sportverein unterstützen zu können und dessen Mitglieder für Sport in der Gemeinschaft zu begeistern? Fragen, die sich aufdrängen angesichts sprießender digitaler Plattformen mit Gesundheits-, Fitness- und Trainings-Apps in virtuellen Sportwelten.
Fotos: Sportbund RheinlandRegion. Fragen, die auch die rund 300 Teilnehmer des 12. SBR-Übungsleiter-Forums beschäftigten, ehe sie sich zu Fuß in die Hallen, auf die Sportplätze und in die Seminarräume des Schul- und Sportzentrums Mülheim-Kärlich zu den rund 70 Workshops begaben.

„Auf in die digitale Welt – was erwartet Übungsleiter, Vereine und den organisierten Sport?“ so der Titel des Eröffnungsvortrages von Professor Dr. Lutz Thieme (Hochschule Koblenz). Kein Zweifel: In den Geschäftsbetrieb eines modernen Sportvereins hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Die Mitgliederverwaltung, Bestandserhebung, Abrechnungen, Buchung von Kursangeboten ... alles geschieht online.

Auch der Übungsleiter sollte nach Ansicht von Thieme die Fortschritte der Digitalisierung mehr und mehr für seine Zwecke nutzen, denn: „Der Sportverein bleibt keine analoge Insel.“ Das Serviceniveau könne auch in den Übungsstunden durch die Digitalisierungen verbessert werden. „Ich brauche keinen Übungsleiter mehr, um die sportliche Leistung zu verbessern“, sagte der Sportwissenschaftler. Thieme führte seine Zuhörer in eine Sportwelt, die bereits heute komplett vermessen ist. Fitnesstracks, Fitnessapps, Sensoren in der Kleidung, app- und videogestützte Bewegungsanalysen sind Realität. Sie liefern Daten in Echtzeit und generieren Bewegungskorrekturen und Trainingsprogramme. Große Plattformen verdienen damit viel Geld und werden zunehmend zu Konkurrenten für die Sportverbände. „Den Sportverein wird es noch in 100 Jahren geben, aber die Verbände müssen sich ändern, um bestehen zu können“, lautete das Fazit des Referenten.

Ein Vorlage, die die Präsidentin des Sportbundes Rheinland, Monika Sauer und Vizepräsident Aus- und Fortbildung Wolfgang Scheib in Bezug auf die Zukunft des Vereinssports gerne aufnahmen. Sie hoben den Mehrwert des Übungsleiters gerade wegen der fortschreitenden Digitalisierung hervor. „Nehmen Sie Kinder an die Hand und begleiten Sie diese bei ihren ersten Bewegungserfahrungen, sprechen Sie Jung und Alt an, um mit Ihnen Sport zu erleben“, sagte Scheib und brach damit eine Lanze für den Sport im Sportverein – ein Mittel gegen die Vereinsamung in virtuellen Sportwelten in den eigenen vier Wänden.

Monika Sauer lud die 300 Übungsleiterinnen und Übungsleiter ein, ausgiebig das Fortbildungsangebot des Forums zu nutzen. Die Sportanlagen der Stadt Mülheim-Kärlich und der Verbandsgemeinde Weißenthurm böten dazu die besten Voraussetzungen.

So hatte jeder der Teilnehmer die Möglichkeit, aus 70 Workshops vier zu wählen, um auch sein eigenes Profil als Übungsleiterin und Übungsleiter auf dem Sportmarkt zu schärfen. Besonders große Nachfrage herrschte in diesem Jahr nach Kursen im Gesundheits- und Fitnesssport, wie zum Beispiel Pilates, Faszientraining, Rückenfitness, Jumping-Fitness, Bodystyling mit Hanteln und verschiedene Yoga-Kurse.
       
     
Nachricht vom 13.08.2019 www.ak-kurier.de