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Vier neue Höhlenretter in Nomborn geprüft
Auch dieses Jahr wurde Nomborn wieder zum Zentrum der hessisch-rheinland-pfälzischen Höhlenretter. Aus Marburg, Mannheim, Heidelberg und dem benachbarten Laurenburg stellten sie sich am Sonntag (8. September) hier ihrer Prüfung zum "Höhlenretter nach HRVD". Nach der über sieben Stunden dauernden Prüfung auf seinem Anwesen konnte Stephan Grün, Leiter der Höhlenrettung Hessen/Rheinland-Pfalz, den vier Teilnehmern Christine Weis, Jörg Zeilfelder, Marco Link und Martin Kuhmann zu ihrem erfolgreichen Abschluss gratulieren.
Stephan Grün, Thorsten Wolf, Martin Kuhmann, Christine Weis, Marco Link, Thomas Durst und Jörg Zeilfelder (v.l.n.r). Fotos: privatNomborn. Prüfer waren neben ihm Thorsten Wolf und Thomas Durst, beide von der Höhlenrettungsgruppe der Feuerwehr Breitscheid.

Die aus einem festgelegten Pool ausgelosten fünf Praxis-Aufgaben waren im technischen Bereich Kommunikation, Verankerungsbau und Sicherungssysteme. Als medizinische Aufgaben wurden Erstdiagnose und Wärmeerhaltung gezogen. Die obligatorischen Organisationsstrukturen rundeten als theoretischer Teil die Prüfung ab.

Die Teilnehmer mussten unter Beweis stellen, dass sie vom Höhleneingang aus eine kabelgebundene Telefonverbindung bis zur Unfallstelle einrichten können. Dies ist für die Höhlenretter von besonders hohem einsatztaktischem Wert, da unter Tage der zum Beispiel bei Feuerwehr und Rettungsdiensten übliche Analog- oder Digitalfunk nicht funktioniert.

Nächste Praxisaufgabe war die Verankerung von Seilbahnen, Flaschenzügen und Kletterseilen an natürlichen und künstlichen Strukturen wie Felswänden oder auch Bäumen.

Den Abschluss der technischen Aufgaben bildeten seiltechnische Sicherungen als Redundanz für Zug- und Abseilsysteme sowie für vorsteigende Kletterer.

Im medizinischen Teil der Prüfung musste darauf eine Erstdiagnose des aufgefundenen Patienten festgestellt und gemeldet werden. Da hier von einer höhlentypischen Umgebungstemperatur von sechs bis acht Grad und damit einer bereits starken Unterkühlung ausgegangen wurde, sollte dieser dann mittels einer speziellen Personenheizung und Wärmezelt versorgt werden um die Zeit bis zur endgültigen Rettung zu überbrücken.

Die Höhlenrettung Hessen/Rheinland-Pfalz ist überregional in ganz Hessen und dem rechtsrheinischen Teil von Rheinland-Pfalz tätig und kann von jeder Feuerwehr bei entsprechenden Rettungseinsätzen hinzugezogen werden. Im Rahmen des Höhlenrettungsverbunds Deutschland ist sie auch bundesweit alarmierbar.

Wer mehr über die Höhlenrettung erfahren oder sogar mitmachen möchte, findet auf hoehlenrettung-hessen-rheinland-pfalz.de weitere Infos oder direkt unter 01522 1610077.
   
Nachricht vom 12.09.2019 www.ak-kurier.de