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Politik
Für das Klima: Betzdorfer „Bertha“-Schüler informierten auf dem Wochenmarkt
Noch während die von „Fridays for Future“ und Co. getriebenen Protagonisten der Bundesregierung im Berliner Kanzleramt die letzten Schnüre am Klimapaket festzuzurren versuchten am Morgen des heutigen (20. September) weltweiten Klimaaktionstages, da nutzten auf dem Betzdorfer Wochenmarkt Jugendliche die Bühne, um aufzuzeigen, was jeder tagtäglich für den Klimaschutz tun kann.
Die Schülerinnen und Schüler der „Bertha“ zeigten auf, was im Alltag für das Klima getan werden kann. (Foto: ma)Betzdorf. Seit etlichen Monaten kämpfen Schülerinnen und Schüler in ganz Europa und mittlerweile weltweit für den Klimaschutz. Am Freitagmorgen (20. September) waren Klassen der Bertha-von-Suttner-Realschule plus unter dem Motto „BerthanerKlimaktive“ auf dem Wochenmarkt in Betzdorf mit einem Stand vertreten. Die Fachleiterin Alexandra Stock, Lehrkraft für Gesellschaftslehre, hatte sich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sowie den Mädchen und Jungen Gedanken gemacht: „Wie kann vor der eigenen Haustüre etwas für das Klima getan werden?“ Die Jugendlichen hätten sich gegenseitig auf Defizite aufmerksam gemacht, berichtete sie. So war neben der Papierverschwendung die Mülltrennung ein großes Thema. Die Recherche der Pausenverpflegung mit Einwegflaschen ergab die erschreckende Anzahl von 100 Flaschen am Tag.

Was Schüler im Alltag tun können
Vor dem Stand hatten die Schüler Umweltboxen aufgestellt, in denen verbrauchte PC-Patronen gesammelt wurden. Ein Unternehmen gibt dafür Klimapunkte, die in Schulmaterialien eingetauscht werden können. Momentan bildet die Schule Klimapolizisten in einer Klima-AG aus. Die sollen darauf achten, dass zum Beispiel die Heizung nicht unnötig angedreht wird, dass richtig gelüftet und das Licht ausgeschaltet wird. Nur die Hälfte der Schüler besitze eine Brotdose und Trinkflasche, hieß es, weshalb diesbezüglich bei den neu eingeschulten Fünftklässlern eine Aktion gestartet werden soll, für die allerdings noch Sponsoren gesucht werden. Auch das Schulgebäude selbst müsste unter die Lupe genommen werden, so Stock. Klimatechnisch ein „No- Go“ seien die alten, einfach verglasten Fenster der Schule: „Da müssen wir uns entscheiden: Lüften wir oder machen wir die Rollos runter?“ Die abgeschlossene Sanierung der Schule diente nur dem Brandschutz. Bis auf die Turnhalle ist alles aus den 60er- und 70er Jahren. Es liegt kein Energieausweis vor, es fehlt an personeller, materieller und finanzieller Ausstattung.

Ein Lied für das Klima
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Bernd Brato, und Stadtbürgermeister Benjamin Geldsetzer waren ebenfalls vor Ort und ließen sich unter anderem von den Schülern Eric, Ole und Attila über die Umwelt-AG informieren. Sogar ein Lied bezüglich Klimaschutz wurde von den Schülern vorgetragen: Der „Song For The Climatic“, im Jahre 2012 erstmals bei einer „Fridays For Future“-Bewegung in Norwegen erklungen, basiert auf der Melodie eines alten italienischen Partisanenlieds. (ma)
       
   
Nachricht vom 20.09.2019 www.ak-kurier.de