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Politik
Haltung zeigen für die Schöpfung: Glocken läuten für das Klima
Singend und betend zog es mehr als 30 Beteiligte beim „Klima-Freitag“ auf die Straße „Dieperzbergweg“ vor die Altenkirchener Landjugendakademie. Hier erinnerte die langjährige Dozentin Helga Seelbach an jahrzehntelanges kirchliches Umwelt-Engagement und motivierte zu weiterem Einsatz und dazu, Haltung zu zeigen.
Singend und betend zog es mehr als 30 Beteiligte beim „Klima-Freitag“ auf die Straße „Dieperzbergweg“ vor die Altenkirchener Landjugendakademie. (Foto: Petra Stroh)Altenkirchen. Um genau fünf Minuten vor zwölf ertönte das Geläut der Altenkirchener Christuskirche am Freitagmittag (20. Septzember). Es war der Auftakt zu einer Andacht zu „Schöpfungsbewahrung und Klimaschutz“, zu der sich gut 30 Menschen auf dem Dieperzbergweg vor der Landjugendakademie versammelt hatten. Zeitgleich mit den vielen örtlichen „Fridays for Future“-Aktivisten“, die sich morgens auf den Weg zu den Großdemonstrationen gemacht hatten, wollten die Altenkirchener Christen ihre Haltung zur Schöpfungsverantwortung mit Gebet, Andacht und Lied bekräftigen. „Gott gab uns Atem, damit wir leben, er gab uns Hände, damit wir handeln…“, erklang es durch die sonnenbestrahlte Mittagszeit.

Seit den 70er Jahren aktiv
Der Einladung der Landjugendakademie und der Landvolkshochschule, des Kirchenkreises und seines Diakonischen Werks waren Hausgäste, Mitarbeitende der Einrichtungen, engagierte Gemeindemitglieder aus der Region, aber auch Passanten gefolgt. Helga Seelbach, langjährige Dozentin der Landjugendakademie, erinnerte daran, dass man schon sehr frühzeitig durch den „Club of Rome“ zu Beginn der 70er Jahre auf drohendes Umwelt-Unheil hingewiesen worden sei. Spätestens 1975 – nach der Vollversammlung des ökumenischen Rates der Kirchen in Nairobi – habe man sich kirchlicherseits weltweit auf den Weg gemacht, um schöpfungsbewahrend und gerecht zu arbeiten.

Haltung zeigen!
„Es lohnt sich, etwas tun und zu wagen“, motivierte Seelbach und machte Mut, auch weiterhin viele kleine Schritte zu gehen und sich als Christen vor Ort zu engagieren. „Wir können vielleicht nicht alles verstehen, nicht alle Zusammenhänge unserer komplexen Welt erfassen, aber jede und jeder von uns kann sagen: Was liegt mir am Herzen? Was ist ein gutes Leben? Wie wollen wir zusammen leben?“ Wer sich darüber Gedanken mache, Antworten suche und finde und dann diesen Worten Taten folgen ließe, sei auf bestem Wege. „Auch auf dem Weg vorbildlich Haltung zu zeigen!“ Für die Landjugendakademie als rheinland-pfälzisches Klimabildungszentrum und langjährigem Anbieter von schöpfungsbewahrenden Bildungsveranstaltungen innerhalb des kirchlichen und öffentlichen Raumes war die solidarische Andachts-Aktion am „Klima-Freitag“ im Sinne des Aufrufs von „Prayers for Future“ auch ein wichtiges „Haltung-zeigen“, wie es Akademiedirektorin Pfarrerin Anke Kreutz in ihrem Aufruf betonte.

Klimaschutzmanager vor Ort
In der Landjugendakademie Altenkirchen werden künftig die beiden Klimaschutz-Manager der Evangelischen Kirche im Rheinland, die für die 37 Kirchenkreise mit ihren 687 Kirchengemeinden agieren, ihren Dienstsitz haben. 2017 hatte die Landessynode, zu der auch fünf Abgeordnete aus dem Kreis Altenkirchen gehören, eine Klimaschutzkonzeption beschlossen. Darunter auch, dass Klimaschutzmanager das schöpfungsbewahrende Handeln in den Kirchenkreisen fördern und unterstützen sollen. (PES)
Nachricht vom 20.09.2019 www.ak-kurier.de