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Sport
Poledance-Meisterschaft: Harter Sport statt nacktes Räkeln
Tanzen an der Stange – dabei denken viele Menschen immer noch spontan an Rotlicht, Striptease und leicht bekleidete Mädchen in zwielichtigen Bars. Dass dahinter aber in den meisten Fällen echter Sport steckt, zeigt vom 4. bis 6. Oktober Europas größte Poledance-Meisterschaft „STEEL ON FIRE“ in der Kabelmetal in Windeck-Schladern. Mehr als 300 Teilnehmer sind in diesem Jahr dabei, um gegeneinander anzutreten und ihrer Leidenschaft Ausdruck zu verleihen.
Poledance erfordert Kraft und Ausdauer. (Foto: Jakob Janzen/JJProductions)Windeck-Schladern. „Poledance ist Hochleistungssport“: So beschreibt Veranstalterin Tanja Hermanns das, was sich am ersten Oktoberwochenende in der Eventhalle Kabelmetal in Schladern abspielt. „Es erfordert absolute Muskelkraft und Flexibilität, um an der Stange turnen zu können.“ Dass sie damit zweifelsohne Recht hat, zeigt sich schnell beim Besuch von Europas größtem „Poledance and Aerial Art Championship“. Bei der Steel on Fire herrscht Wettkampfatmosphäre wie bei sonstigen Sportmeisterschaften auch, Einzelpersonen und Teams treten jeweils gegeneinander an, eine Jury bewertet den Auftritt und am Abend gibt es eine Siegerehrung.

In 20 Kategorien können sich die Teilnehmer miteinander messen, 265 Darbietungen gibt es. Hier dürfen sich die Beginner genauso ausprobieren, wie die Profis ihr Talent vor Publikum und Jury unter Beweis stellen können. Männliche Teilnehmer tanzen an der Stange, Ü-40-Teams, Plus-Size-Girls und sogar Kinder: An diesem Wochenende wird ganz deutlich, dass Poledance nicht nur etwas für junge, schlanke Frauen ist, sondern für jeden, der Lust an dieser Art Tanzen und dem Sport hat. Das Besondere der Steel on Fire ist zudem, dass die Teilnehmer sich nicht erst mit einem Video bewerben müssen. Hier können sie ihrer Phantasie bei der Choreografie, der Musikauswahl, dem Bühnenbild oder den Kostümen freien Lauf lassen. Den Veranstalterinnen geht es darum, der Leidenschaft zum Tanzen Ausdruck zu verleihen. Deswegen gibt es bei der Steel on Fire auch kaum Vorgaben für die Teilnehmer, „aber es muss familientauglich sein und darf nicht zu vulgär werden.“

Poledance als eine „Kunstform“
Wie familienfreundlich Poledance sein kann, zeigt sich auch beim Blick ins bunt gemischte Publikum. Hier sitzen Ehemänner, Kinder, Eltern und Großeltern, um ihre Angehörigen auf der Bühne zu unterstützen und anzufeuern. Eine Kunstform sei Poledance, sagt Teilnehmerin Anastasia, die mit ihrem Team von der Tanzschule Vi-Dance aus Essen angereist ist. Seit einigen Jahren betreibt sie dieses Hobby schon, in diesem Jahr sind sie bei der Steel on Fire in der Kategorie „Team Large“ angetreten und haben den Titel verteidigt. In der siebenköpfigen Gruppe mit dabei ist auch Volker: Für ihn als Mann sei es ganz normaler Sport, bei dem er nach einem langen Tag einfach abschalten könne. Selbst sein Umfeld reagiere durchweg positiv auf sein Hobby. Wieder zeigt sich: Poledance etabliert sich zunehmend als Sportart.

Bereits zum 5. Mal richteten Tanja Hermanns und Simone Winkel die Meisterschaft in diesem Jahr aus. Ihr Konzept kommt an: Jahr für Jahr können sich die beiden Veranstalterinnen über mehr Teilnehmer und ebenso mehr Besucher freuen. Mit mehr als 330 Teilnehmern in diesem Jahr hat sich die Zahl gegenüber der ersten Meisterschaft im Jahr 2015 mehr als verdoppelt. „Wir platzen aus allen Nähten“, freut sich Tanja Hermanns. Und Pläne für die Zukunft hat sie auch schon: „Es kommen mehr und mehr Anfragen, auch aus dem Ausland. Sogar aus Australien. Wir möchten die Steel on Fire international ausrichten.“ (rm)
   
Nachricht vom 06.10.2019 www.ak-kurier.de