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Spielekonsole soll kognitive Fähigkeiten bei Senioren verbessern
Im Seniorenpflegehaus Sonnenhang in Mehren (Landkreis Altenkirchen) wird zurzeit getestet, wie die geistigen und körperlichen Fähigkeiten von Pflegeheimbewohnern durch den Einsatz der therapeutischen Spielkonsole „memoreBox“ verbessert werden können. Hierzu wurden zwei Gruppen aus jeweils fünf Personen gebildet, von denen eine Gruppe an drei Tagen in der Woche spielt. Die andere Gruppe, die die gleichen oder ähnliche Voraussetzungen mitbringt, dient als Kontrollgruppe und spielt nicht aktiv.
(v. li.) Dunja Kleis, Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Michaela 			Giehl (Fotos: kkö)Mehren. Am 10. Oktober stellten die Barmer, vertreten durch Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland, und die Leitung sowie der Sozialdienst der Einrichtung das Projekt vor. Initiiert wurde das Projekt von der Barmer und dem Spieleentwickler RetroBrain aus Hamburg. Projektschirmherrin in Rheinland-Pfalz ist die Landesministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Wissenschaftlich begleitet wird der Test von der Charité Universitätsmedizin Berlin, der Humboldt-Universität Berlin und der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Kleis sagte zu der Box: „Die memoreBox ist keine handelsübliche Spielkonsole. Sie ist ein computergesteuertes Bewegungsspiel mit therapeutisch abgestimmten Übungen für ältere Menschen.“ Die Spiele integrierten therapeutische, präventive und rehabilitative Elemente integrieren, die unter anderem aus Erkenntnissen der Geriatrie, der Neuropsychologie sowie der Physio- und Musiktherapie entwickelt worden seien. Die Barmer finanziert die Begleitforschung und übernimmt die Mietkosten für die memoreBox. Als gesetzliche Krankenkasse hat sie die Aufgabe, gesundheitsfördernde Präventionsangebote in Pflegeeinrichtungen zu unterstützen.

Technische Möglichkeiten und präventive Maßnahmen
Zu der Vorstellung des Angebotes war auch Landesministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler als Projektschirmherrin erschienen. Ihr, so sagte sie in ihrer Begrüßung, sei die Prävention sehr wichtig. Dieses Projekt verbinde in bester Weise die heutigen technischen Möglichkeiten mit den wichtigen Maßnahmen zur Prävention auch im Alter. Durch die spielerischen Möglichkeiten werden die Fähigkeiten der Senioren in allen Bereichen gestärkt, besonders im kognitiven aber auch im körperlichen Bereich, so die Ministerin. „Das eröffnet den pflegebedürftigen Menschen eine höhere Lebensqualität und stärkt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“

Wie die Leiterin der Einrichtung, Michaela Giehl, sagte: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Spielerinnen und Spieler mit Begeisterung und viel Ehrgeiz die 'Aufgaben' meistern wollen“. Es gibt verschiedene Spiele, die immer unterschiedliche Fähigkeiten ansprechen. So ist es bei der 'Sonntagsausfahrt mit dem Motorrad' der körperliche Bereich sowie das Gedächtnistraining, da hier Aufgaben gestellt werden, wie beispielsweise sich den Zielort merken zu müssen.

Altersbedingter Erkrankungen verringern
Bundesweit nehmen 100 Pflegeheime an dem Test teil, drei davon in Rheinland-Pfalz. Weitere teilnehmende Einrichtungen sind das Haus Friesenheim der Alten- und Pflegeheime Stadt Ludwigshafen sowie das Elisabeth Jaeger Haus in Bad Kreuznach. Pro Heim werden zwei Gruppen zu je fünf Spielern gebildet. Eine Gruppe spielt drei Stunden pro Woche mit der memoreBox, die andere bildet eine Kontrollgruppe, die nicht spielt. In regelmäßigen Abständen wird über die Begleitforschung erfasst, wie sich die körperliche und geistige Verfassung der teilnehmenden Pflegeheimbewohner verändert. Die Pflegeheimbewohner können unabhängig von ihrer Kassenzugehörigkeit teilnehmen. Die Projektlaufzeit für die teilnehmenden Pflegeheime beträgt ein Jahr. Mit Ergebnissen wird in der Mitte des Jahres 2021 gerechnet, so Kleis.

Nach Herstellerangaben kann die Spielkonsole Auswirkungen altersbedingter Erkrankungen wie Demenz und Parkinson verringern, das Risiko von Stürzen mindern und durch gemeinsame Aktivitäten die Inklusion in Seniorenheimen fördern. Das Spielen in der Gemeinschaft soll die Kommunikation untereinander sowie mit dem Pflegepersonal oder den Angehörigen fördern. Die Konsole zeichnet sich durch besonders einfache und verständliche Spielabläufe sowie positive Spielerlebnisse aus. Sie passt das Spielniveau an die Geschicklichkeit der Spieler an. Die Videospiele lassen sich mit leichten Körperbewegungen im Sitzen und Stehen steuern. (kkö/PM)
       
Nachricht vom 11.10.2019 www.ak-kurier.de