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Muslime verteilten Rosen in Seniorenheimen
„Hoffentlich sehen wir uns im nächsten Jahr wieder“, riefen die Senioren, als die jungen Muslime der Betzdorfer Ahmadiyya Muslim Jamaat die Einzelzimmer verließen. Gekommen waren sie wie jedes Jahr, um mit den Senioren im neuen Jahr etwas Zeit zu verbringen. Zum Neujahr wurden die Senioren mit den besten Wünschen und mit viel Gesundheit bewünscht. Für jeden Bewohner gab es eine Rose.
(Fotos: Ahmadiyya Muslim Jamaat)Siegen. 80 Rosen wurden dafür von Anser Iqbal (zuständig für ehrenamtliche Tätigkeiten und Humanitäre Arbeit) gekauft. Er teilte die Mitglieder in drei Gruppen auf und diese besuchten gemeinsam jede Station. Viele Gespräche und neue Bekanntschaften hat es gegeben. Bindungen entstanden schnell, nachdem aus den Gesprächen klar wurde, dass man den
Nachnamen kennt. „So und so heißt einer, der war mal bei mir in der Klasse“, sagte Anser
der Dame und sie antwortete erstaunt: „Ja, genau, dass ist mein Enkel, das ist er“. So ist
man sich schnell näher gekommen und hatte hier und da lange Gespräche.

Besucht wurde am Samstag, 4. Januar, die DRK-Stiftung Altersheim Freier Grund in Neunkirchen und anschließend das Kursana Domizil Theodor-Keßler-Haus in Siegen. In Siegen hat man knapp 90 Rosen verteilt. In großen Gruppen hat man sich zusammen gesetzt. „1955 haben wir geheiratet“, erzählte ein Pärchen und saß Hand in Hand im Rollstuhl. „Das hat mich sehr bewegt“, berichtete Athar Iqbal im Anschluss an den Besuch. „Das Pärchen hatte eine Menge zu erzählen und vor allem die Erfahrungen, die die beiden gemeinsam gemacht haben. Heutzutage gehen diese Werte leider unter. Eine andere Dame war 103 Jahre alt und war so glücklich, dass sie mich umarmte.“

Unter dem Motto „jung trifft alt“ wurden solche Erfahrungen mitgenommen und gerade die
in Deutschland aufgewachsenen muslimischen Jugendlichen möchten mit den Generationentreffs die Themen demografischer Wandel, Integration und gesellschaftlicher Friede in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken.

Über die Ahmadiyya Muslim Jamaat
Die Ahmadiyya Muslim Jamaat wurde 1889 in Qadian (Indien) als Reformgemeinde im Islam gegründet. Seither setzt sie sich für Frieden, Toleranz, die Wahrung der Menschenrechte auf jedem Gebiet des menschlichen Lebens und eine Trennung von Politik von Religion ein. In Deutschland gehört die AMJ zu der ältesten und mit über 40.000 Mitgliedern zu den größten islamischen Organisationen und hat als erste islamische Gemeinde auch den Körperschaftsstatus des öffentlichen Rechts erlangt.

Die Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation ist mit über 12.000 aktiven Mitgliedern einer der ältesten und größten muslimischen Jugendverbände Deutschlands. Mit dem Selbstverständnis als Teil der deutschen Zivilgesellschaft initiiert die Jugendorganisation Dialog- und Aufklärungsinitiativen, Benefizläufe zugunsten von Hilfsorganisationen oder die Straßenkehraktion zum Neujahr. (PM)
   
Nachricht vom 06.01.2020 www.ak-kurier.de