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Nachricht vom 25.01.2020
Region
Falsche Taktik, großer Schaden: Fortbildung bei der Feuerwehr
Auf dem Gelände des Kulturwerks in Wissen herrschte am Freitag die Farbe rot vor. Der Kreisfeuerverband (KFV) Altenkirchen hatte zu einer Fortbildungsveranstaltung eingeladen. Aus dem Kreis Altenkirchen und dem Kreis Neuwied waren rund 250 Feuerwehrleute der Einladung gefolgt. Als Referent konnte der KFV-Branddirektor Markus Pulm von der Berufsfeuerwehr Karlsuhe gewonnen werden.
Rund 250 Feuerwehrleute kamen. (Fotos: kkö)Wissen/Region. Am Freitag, 24. Januar, trafen sich auf Einladung des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) Altenkirchen rund 250 Feuerwehrleute im Kulturwerk Wissen. Erstmals hatte der KFV, unter seinem Vorsitzenden Volker Hain, zu einer solchen Veranstaltung eingeladen. In seiner Eröffnung stellte Hain den Referenten, Branddirektor Markus Pulm, kurz vor. Pulm hat zum Thema des Abends, „Vermeidbare Schäden durch falsche Taktik“, mehrere Bücher veröffentlicht. Neben dem Referenten konnte Hain auch Verbandsgemeindebürgermeister Michael Wagener begrüßen. Ebenso waren die beiden stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspekteure, Matthias Theis und Ralf Schwarzbach unter den Zuhörern.

Matthias Theis begrüßte den Referenten ebenfalls im Namen der Wehrleute und wünschte allen einen kurzweiligen und informativen Abend. Michael Wagener, von Hain als Hausherr vorgestellt, freute sich, dass das Kulturwerk ausgewählt wurde, um diese Veranstaltung durchführen zu können. Wagener ging in seiner Rede auch kurz auf seine Verbindung zur Feuerwehr ein, die, wie er sagte, nunmehr über 34 Jahre bestehe. „1986 wurde ich Referent für die Abteilung 3B bei der Kreisverwaltung und konnte mehrere Kreisfeuerwehrinspekteure erleben und begleiten. Als Bürgermeister der VG Wissen bin ich nun seit 24 Jahren „Chef“ und fühlte mich in all den Jahren gut aufgehoben. Die Struktur muss funktionieren und das, so scheint mir, tut sie auf Kreisebene derzeit nicht. Es muss verhindert werden, dass ein Vakuum entsteht oder gepflegt wird. Sie als Feuerwehr brauchen die Unterstützung der Politik, wenn es um wichtige Technik geht, aber die Politik ist auch dafür zuständig, die notwendigen Entscheidungen zeitnah zu treffen, wenn es um Führungsstrukturen geht“, so Wagener.

Beispiele aus dem Alltag der Feuerwehrleute
Referent Markus Pulm stellte sich und seinen Werdegang in der Feuerwehr vor, der ähnlich wie bei vielen Anwesenden, in der Jugendfeuerwehr begann. Pulm umriss das Thema des Abends kurz und „versprach“, dass bei einigen seiner Aussagen Erlebnisse aus dem Einsatzalltag eines jeden Feuerwehrangehörigen wieder präsent würden. So zeigte er durch Beispiele auf, dass nicht das „Ausmachen des Feuers“, sondern die Frage „Was können wir retten?“ im Vordergrund stehen sollte. Den allen bekannten Brand einer Küche nahm Pulm zum Anlass, dies zu erläutern. „Wenn eine Küche brennt, dann ist diese nach den üblichen 10 Minuten Anfahrtzeit bereits so zerstört, dass es nicht auf Sekunden ankommt. Wir müssen unser Augenmerk vielmehr darauf richten, den Schaden auf diesen Raum zu beschränken. Sucht einen Weg, um an den Brandherd zu gelangen, ohne die ganze Wohnung durch Brandrauch und Ruß unbewohnbar zu machen“, so Pulms Credo. Ein weiteres Beispiel führte bei den anwesenden Feuerwehrleuten zu Schmunzeln. „Wer kennt nicht den Einsatz „unklare Rauchentwicklung aus Wohnung“, es ist Mittagszeit und wir gehen doch alle von vergessenem Essen aus. Wenn dem so ist, befördert die Feuerwehr den Topf nach draußen. Aber dazu müssen wir nicht im Wohnzimmer das Fenster aufreißen, ohne vorher die Blumen wegzunehmen. Dieser, zugegeben minimale, Schaden ist vermeidbar“, so Pulm.

Immer wieder konnte Pulm seine Thesen mit Beispielen aus der Praxis untermauern und führte die Anwesenden durch seinen kurzweiligen, aber sehr informativen Vortrag. Das die Wehrleute am Thema interessiert waren, zeigte sich bereits in der Pause, in der Pulm zahlreiche Fragen beantworten musste. Pulm zeigte auch auf, dass die Ausbildung von Führungskräften der Feuerwehren verbessert werden müsse. „Feuerwehren sind Dienstleister und die 112 unsere Hotline. Gut ist, dass wir Monopolist sind und die Kunden immer wieder anrufen“, so Pulm. Diese Aussage führte wie einige andere Beschreibungen von Einsatzsituationen zum Schmunzeln der Teilnehmer. Nach rund zweieinhalb Stunden endete der nach Meinung vieler Teilnehmer nicht nur kurzweilige, sondern auch lehrreiche Abend. Der KFV will versuchen, solche Veranstaltungen zu anderen Themen zu organisieren und anzubieten, sagte Volker Hain zum Abschluss. (kkö)
       
 
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